Schlafentzug ist Folter. Wer nicht schläft, schwächt auf Dauer sein Immunsystem, wird zu einem Nervenbündel und verliert jede Lust am Sex. Das melden Forscher aus ihren Schlaflabors. Doch während sich die Probanden nach jedem Testlauf viel Ruhe gönnen, leben junge Eltern oftmals über Monate in diesem Ausnahmezustand. "Warum nur weint mein Baby nachts so oft?" fragen sie sich sorgenvoll, und: "Wann wird es endlich durchschlafen?" Ein wesentlicher Grund für die nächtliche Unruhe: Neugeborene haben keinen Tag-Nacht-Rhythmus. In den ersten zwei, manchmal auch drei Monaten schlafen die allermeisten so weiter, wie sie es in den vier Wochen vor der Geburt getan haben. Das heißt, sie wachen alle zwei bis vier Stunden auf, bleiben dann eine halbe bis zu zwei Stunden wach und schlafen dann wieder ein. Durchschnittlich 16 Stunden Schlaf verteilen sich so über den Tag, es können aber auch nur zwölf oder sogar 20 Stunden sein. Doch dieser Schlaf verläuft bei Babys ganz anders als bei Erwachsenen. Vor mehr als 40 Jahren entdeckten amerikanische Schlafforscher, daß wir uns beim Schlafen keineswegs in einem gleichförmigen Dämmerzustand befinden, sondern zwischen zwei Schlafwelten wandeln: dem ruhigen Tiefschlaf und den aktiven Traumphasen. Bei letzteren Phasen ist der Schlaf leichter, und wir bewegen unter den geschlossenen Lidern sehr schnell unsere Augen. Auf englisch heißt das "rapid eye movement" daher auch die wissenschaftliche Abkürzung REM-Phase. Während der Nacht wechseln sich Traum- und Tiefschlaf mehrmals ab. Das gilt für Erwachsene genauso wie für Babys, und doch gibt es zwei entscheidende Unterschiede.
1. Babys haben kürzere Schlafzyklen
Bei Erwachsenen dauert es zwischen 90 und 120 Minuten, bis sich eine Schlafphase wiederholt; für Babys gibt die innere Uhr einen 50-Minuten Takt vor. Beim Übergang zwischen den einzelnen Phasen ist unser Schlaf immer besonders leicht. In diesen kurzen "wachen" Momenten checken wir unbewusst, ob alles in Ordnung ist. Babys tun dies aufgrund der kürzeren Schlafphasen doppelt so häufig deshalb wachen sie öfter auf.





