Schmerzen
 
Was tun, wenn Kinder Schmerzen haben?

Wenn Kinder unter Schmerzen leiden, leiden alle Eltern mit. Wie man Halsweh, Kopfweh und Co. in den Griff bekommt und wann man unbedingt zum Arzt muss, erfahren Sie hier.

Kopfschmerzen:

Wenn Kinder Schmerzen haben
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Wenn Kinder Schmerzen haben

Häufiges Kopfweh muss vom Kinderarzt abgeklärt werden. Verstärkt es sich bei körperlicher Anstrengung, hat das Kind wahrscheinlich Migräne und braucht gleich ein Schmerzmittel.

Das kann helfen: In einem ruhigen, abgedunkelten Raum liegen, kalte oder warme Stirnkompressen – je nach Vorliebe, sanfte Massagen mit Pfefferminzöl an Schläfe, Scheitel und Nacken. Spannungskopfweh hingegen verschwindet oft durch Ablenkung. Hat das Kind auch Fieber oder andere unklare Symptome: ab zum Arzt. Denn dann gibt es eine klare Krankheitsursache, die behandelt werden muss.

Medikamente: Nach Absprache mit dem Arzt, schmerzstillende Mittel wie Ibuprofen-Saft oder Paracetamol-Zäpfchen.

Bauchschmerzen:

Hat ein Kind oft Bauchweh, muss es vom Kinderarzt untersucht werden. Vor allem, wenn der Bauch auch beim Hüpfen wehtut - denn das kann vom Blinddarm kommen. Manche Kinder trinken zu wenig, der Stuhlgang dickt dadurch zu stark ein und es kann ebenfalls zu Bauchschmerzen kommen.

Das kann helfen: Viel Flüssigkeit, am besten Wasser und Tee. Feuchtwarme Kamillenwickel, lauwarmer Fenchel- oder Pfefferminztee sowie viel Zuwendung.
Bei chronischem Bauchweh ohne medizinische Ursache: Versuchen das Kind abzulenken. Unterstützen Sie das Kind, trotz Unwohlsein alles zu machen und möglichst auch zu genießen.

Medikamente: Besser keine Medikamente verabreichen. Hat das Bauchweh ernste Ursachen, werden die Symptome dadurch nur verschleiert. Übrigens: Plötzliches, heftiges Bauchweh, eventuell mit Fieber und Erbrechen, ist ein Fall für den Arzt!

Ohrenschmerzen:

Wenn es um Ohrenschmerzen geht, ist bei Kindern meist eine Mittelohrentzündung die Ursache. Bitte auf jeden Fall zum Arzt gehen, in besonders starken Fällen ist ein Antibiotikum nötig.

Das kann helfen: Zwiebel klein hacken, in einen Waschlappen füllen, auf das schmerzende Ohr legen und mit einem Stirnband fixieren. Außerdem abschwellende Nasentropfen geben, damit das Ohr gut belüftet wird.

Medikamente: Ibuprofensaft oder Paracetamol- Zäpfchen, nach Absprache mit dem Doktor.

Halsschmerzen:

Kann das Kind vor Halsweh kaum noch schlucken, bitte sofort zum Arzt gehen. Eventuell steckt eine Angina oder Scharlach dahinter.

Das kann helfen: Halswickel, zum Beispiel mit Magerquark können Linderung verschaffen – am Hals lassen, bis der Quark trocken ist. Oder mit nicht zu heißem Zitronenwasser – gut auswringen, warmen Wollschal drüber und abnehmen, sobald das innere Tuch nicht mehr warm ist. Ebenfalls gut: Salbeitee trinken oder damit gurgeln.

Medicamente: Globuli können hier helfen, z. B. Phytolacca D 12.

Wachstumsschmerzen:

Das "Wachsweh" tritt vor allem abends und nachts auf, meist nach viel Bewegung. Mögliche Ursachen: das Dehnen der Knochenmembranhäute beim Wachsen. Die Wirkung des Wachstumshormons verursacht eine Art Muskelkater.
Bei häufigen oder permanenten Schmerzen in den Beinen einen Kinderarzt oder Orthopäden um Rat fragen.

Das kann helfen: Alles was entspannt: Beinmassage, warme Bäder, Dehnungsübungen vor dem Schlafengehen.

Medikamente: Hömöopathisch kann man Calcium Phosporikum D12 versuchen oder nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt schmerzstillenden Ipuprofen-Saft oder Paracetamol-Zäpfchen.

Zahnschmerzen:

Zahnweh kommt meist von Karies, deshalb bitte so bald wie möglich zum Zahnarzt gehen! Schießen neue Zähne in den Kiefer ein, können homöopathische Mittel wie Chamomilla D12 oder Aconitum C30 helfen.

Das tut gut: Eine Gewürznelke zerkauen bzw. Nelkenöl aufs Zahnfleisch tupfen. Einen nassen Waschlappen – kalt oder warm – auf die betroffene Wange legen.

Homöopathisch: Chamomilla D12 (am erste Tag stündlich fünf Globuli unter die Zunge legen, ab dem zweiten Tag dreimal täglich fünf Globuli). Ibuprofen-Saft oder Paracetamol-Zäpfchen, nach Absprache mit dem Doktor.

Schmerzen in der Brust:

Schmerzen in der Brust können bei starker Bronchitis und Reizhusten vorkommen. Um abzuklären, ob es sich nicht sogar um eine Lungenentzündung handelt, sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen. Er wird die Lunge gründlich abhören.

Das kann helfen: Damit der Husten sich lockert, regelmäßig inhalieren. Geeignete Geräte zum Ausleihen und Inhalationslösungen bieten Apotheken an. Damit die Luft im Zimmer nicht zu trocken wird, feuchtes Handtuch über den Heizkörper legen.