Blasenschwäche
Was man spürt:
Unbeabsichtigt gehen ein paar Tropfen oder etwas mehr Urin in die Hose, und zwar bei körperlicher Belastung ("Belastungsinkontinenz").
Es gibt drei Stufen:
• Grad 1: Urinabgang beim Husten, Lachen, Niesen
• Grad 2: Urinabgang beim Laufen, Tragen, Heben
• Grad 3: Urinabgang im Stehen (nicht im Liegen)
Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland
sind betroffen - aber nur die Hälfte davon lässt sich behandeln. Verwandte Beschwerde: Drang-Inkontinenz - dann kann man den Harndrang nicht zurückhalten und verliert manchmal Urin, unabhängig davon, wie viel in der Blase ist.
Wie man sie bekommt:
Muskeln und Bindegewebe befestigen Harnröhre, Blase und Scheide am Beckenboden. Schwangerschaft und Geburt belasten ihn: Früher Tiefstand des kindlichen Köpfchens oder eine intensive Pressphase kann den Beckenboden schädigen, sodass er nicht mehr so schnell reagieren kann: Normalerweise zieht er sich automatisch sofort zusammen, wenn sich beim Lachen der Druck im Bauchraum erhöht - das klappt nun nicht mehr.
Weitere mögliche Ursachen von Inkontinenz: Fehlstellungen von Gebärmutter und Blase, Binde-gewebsschwäche, Östrogenmangel.
Das macht der Arzt:
Zunächst kontrolliert er den Urin, um eine Blasenentzündung auszuschließen. Könnte Östrogenmangel vorliegen, wird auch der Hormonstatus bestimmt. Meist ist Beckenbodenschwäche die Ursache - wogegen Beckenbodentraining hilft. Wer Schwierigkeiten hat, die richtigen Muskeln anzuspannen, kann sich von der Technik unterstützen lassen: Bei Biofeedback-Geräten zeigt ein Signal an, wenn es geklappt hat mit der Muskelspannung. Bei Elektrostimulationsgeräten übernimmt der Apparat den Muskelaufbau, bevor man selbst weitertrainiert.
Das kann man selbst tun:
Das Einzige, was wirklich hilft, ist Beckenbodentraining. Die richtigen Übungen lernt man am besten in ein paar Stunden Einzeltherapie - nur so ist gewährleistet, dass man wirklich den Beckenboden anspannt und nicht Po oder Bauch. Hilfsmittel zum Üben:
• mit Gewichten gefüllte Vaginaltampons ("Femcon", Apotheke, um 80 Euro)
• Trainingshilfen ("Come", Drogerie, um 50 Euro)
• Liebeskugeln (Sexshop, um 20 Euro)
Bei einer Reizblase helfen Kürbiskerne: Eine kleine Hand voll pro Tag unterstützt die Schließmuskeln der Blase und reguliert den Harndrang.
Gut zu wissen:
Inkontinenz ist keine Krankheit, sondern Zeichen einer Störung: Der Beckenboden funktioniert nicht mehr einwandfrei. Etwa 17 Prozent der Mütter leiden ein Jahr nach einer vaginalen Geburt noch an Inkontinenz. Studien zeigen: Auch etwa fünf Prozent der Mütter, die mit Kaiserschnitt entbunden wurden, leiden unter Inkontinenz.











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