Kindersicherheit
Unfällen vorbeugen? Gar nicht so schwierig!

Mehr als anderthalb Millionen Kinder-Unfälle ereignen sich jedes Jahr in Deutschland. Viele davon ließen sich durch einfache Vorbeugungsmaßnahmen verhindern. Hier finden Sie grundlegende Tipps, wie Sie Ihr Kind am besten schützen.

Kindersicherheit: Unfällen vorbeugen? Gar nicht so schwierig!
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Jedes Jahr verunglücken in Deutschland 1,67 Millionen Kinder. Damit sind Verletzungen durch Unfälle eines der größten Gesundheitsrisiken für Kinder. Die meisten Eltern aber schätzen diese Risiken ganz falsch ein, so das Ergebnis einer aktuellen großen Studie aus dem Jahr 2012, in Auftrag gegeben vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. 85 Prozent der befragten Eltern sehen das Risiko, dass Kinder im Straßenverkehr verunglücken, als Hauptunfallgefahr für ihre Kinder. Das eigene Zuhause empfinden sie dagegen als sicher: Fast genauso viele Eltern glauben, dass das Unfallrisiko für ihr Kind zuhause oder im Garten gering ist.
Die Wirklichkeit sieht anders aus: 60 Prozent der Unfälle in den befragten Familien sind zuhause passiert, dagegen nur 14 Prozent im Straßenverkehr. Risiken im Haushalt werden also ganz erheblich unterschätzt. paulthomass - Fotolia.com

Toben und draußen Spielen schützt Kinder vor Unfällen

Wer sein Kind vor Unfällen schützen will, sollte mehrere Strategien zugleich verfolgen:
Die häusliche Umgebung kindersicher ausstatten: Viele praktische Tipps dazu finden Sie weiter unten.
Kinder nicht in Watte packen: Im Gegenteil: Gerade der Mangel an Bewegung ist oft der Grund dafür, dass sich Kinder überschätzen. Kinder lernen durch Erfahrung. Nur wenn sie die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeiten auszuprobieren und ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachzugeben, können sie Situationen selber richtig einschätzen. Und nur so wissen sie irgendwann auch von selbst, wo ihre Grenzen sind.
Gefahren altersgerecht erklären: Einjährige verstehen immerhin schon die Warnung "Heiß!", auch wenn sie sie vielleicht nicht immer beachten. Je älter ein Kind wird, desto mehr kann man sein Verständnis für Gefahren schulen.
Eigene Erfahrungen sammeln lassen: Kinder müssen auch mit gefährlichen Gegenständen, Situationen und Tätigkeiten ihre eigenen Erfahrungen sammeln. Deshalb sollte man ihnen unter Aufsicht und in Ruhe die Möglichkeit bieten, bestimmte Sachen auszuprobieren: Den Umgang mit einem Messer kann man erst an einer weichen Teigrolle üben, dann vielleicht beim Abendbrot an einem Stück Käse.

In diesen Situationen sollten Eltern ihr kleines Kind nicht alleine lassen:

  • Auf dem Wickeltisch: Das Baby liegt da, um gewickelt oder um fertig angezogen zu werden, und dann klingelt es an der Tür oder es klingelt das Telefon. Man ist nur drei Sekunden weg und schon ist es passiert. Deshalb: Beim Wickeln immer eine Hand am Kind lassen oder es einfach kurz mitnehmen, egal wohin. Wenn das gar nicht geht: Baby samt Unterlage kurz auf den Boden legen.
  • Im Hochstuhl: Auch, wenn es bisher immer brav sitzengeblieben ist: Irgendwann wird es versuchen, herauszuklettern und kann dann herausstürzen.
  • In Gewässern und in der Badewanne: Man sollte sich nie darauf verlassen, dass man rechtzeitig bemerkt wenn ein Kind ertrinkt. Das passiert nie laut, das Kind geht einfach unter. Kinder unter vier Jahren können sogar in einer Pfütze ertrinken, ohne selbständige Rettungsversuche zu unternehmen.
  • In der Küche: Hier lauern viele Gefahren, zum Beispiel hohe Schränke mit verlockendem Inhalt und heiße Herdplatten
Was muss ich zum Thema Ertrinken bei Kindern wissen?