Vielleicht haben Sie auch schon einmal überlegt, ob Sie bei der Erziehung Ihrer Kinder etwas falsch gemacht haben. Ist ihr Sohn ein Macho, weil er als Papa immer Zeitung lesend am Küchentisch sitzt? Und warum kocht und putzt ihre Tochter als Mama nur den ganzen Tag, obwohl Sie als beruftätige Mutter doch ein anderes Vorbild abgeben? Keine Angst, auch aus Kochschürzen tragenden Puppen-Mamas können später emanzipierte Frauen werden und Ihrem kleinen Macho-Sohn wird es später in seinen Vätermonaten sicher Spaß machen sich um das Baby zu kümmern.
Rollenspiele: Mädchen spielen mit Puppen und Jungs kennen alle Automarken
Zwischen zwei und drei Jahren entdecken Kinder, dass es zwei Geschlechter gibt und ordnen sich selbst ein. Kleine Mädchen ziehen dann gern Mamas Schuhe an oder verkleiden sich als Prinzessin. Jungs spielen lieber wilder Rollen wie Cowboy, Bauarbeiter oder Pirat. Das mag klischeehaft wirken, doch genau dadurch werden die Unterschiede für Kinder besonders sichtbar. Umso überspitzter die Rollen sind - Mann arbeitet, Frau kocht - umso einfacher ist es für Kinder sich als Mädchen oder Junge zu identifizieren. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihre Tochter plötzlich nur noch Kleider tragen und mit Puppen spielen will oder Ihr Sohn alle Automarken kennt und mit einem Schraubenzieher versucht die Küchenstühle zu zerlegen. In diesem Alter glauben Kinder noch, ein Mädchen sei deshalb ein Mädchen, weil es Kleider trägt und lange Haare hat.
Rollenspiele: Mütter umsorgen, Väter versorgen
Unsere Umwelt ist durch typisch männliche und weibliche Verhaltensweisen geprägt. Auch wenn heute junge Eltern nicht mehr an den alten Rollenbildern kleben, kümmern sich immer noch Mütter mehr um Kinder und Haushalt als Väter. Kinder spielen in Rollenspielen nach, was sie im Alltag erleben. Vielleicht denken Sie jetzt: „…aber bei uns zu Hause schwingt Papa den Staubwedel und Mama geht ins Büro“. Ihr Kind orientiert sich an den gängigen Normen. Nicht nur Sie als Eltern haben Einfluss auf Ihr Kind, sondern auch Freunde, Erzieher, Medien, Großeltern…
Rollenspiele: Sie helfen Kindern die Welt zu verstehen
Rollenspiele machen Kindern nicht nur Spaß, sie helfen Ihnen auch immer besser zu verstehen, was um sie herum geschieht. Kinder betrachten die Welt aus einem anderen Blickwinkel, wenn sie eine andere Person spielen. Besonders gern schlüpfen sie in die Rolle der Eltern, weil Vater und Mutter Ihnen vertraut sind. In diesen Rollen fühlen sie sich meistens sehr stark und wohl. Ihren Gefühlen können Kinder im Rollenspiel freien Lauf lassen. So können sie als Papa mal richtig laut schimpfen und dabei ihren Frust ablassen.
Rollenspiele: So sieht Sie ihr Kind
Rollenspiele: So sieht Sie ihr Kind
Beim Vater-Mutter-Kind-Spiel können Eltern sehr schön beobachten wie sie von ihrem Kind gesehen werden. Mama fährt sich immer mit den Fingern durch die Haare, Papa schlürft beim Teetrinken und wenn Mama alles zuviel wird, schimpft sie. Erkennen Sie sich wieder?
Tipp: Spielen Sie eine schwierige Situation mit vertauschten Rollen nach. Danach fällt es oft Mutter und Kind leichter sich in den anderen hineinzuversetzen und ihn besser zu verstehen.









Oft stellt sich dieser Rosa-Tick auch erst in der Kita durch Gruppenzwang ein.
Ja, ich gebe euch beiden Recht. Bei meiner Tochter z.B., die spielt nur mit Jungs und kann mit Mädchen irgendwie gar nichts anfangen. Sie zieht auch nur imelich selten Kleider oder Röcke an. Sie mag lieber Jeans und Pullis. =)
Ich kann meiner Vorschreiberin nur recht geben.
Das " sie will nur rosa Kleider anziehen" kommt eher daher, dass es die Mutter will und vermutlich von Anfang an nur schrillpink im Kleiderschrank ist.
Vermutlich kaufen viele Eltern ihren Töchtern heute weder Lego noch Spielzeugauto.
Umgekehrt aber auch. Wenn ich höre "er ist halt ein echte Junge und fängt mit Büchern nichts an", sind das genau die Eltern, die mit Büchern auch nichts anfangen können und maximal drei Kochbücher im "Bücherschrank" haben.
Es kommt immer darauf an, was man vorlebt und welche vorbetonierte Erwartungshaltung man an die Kinder hat.
Ich habe eine andere Erfahrung gemacht: bei uns ist mein Mann zu Hause und meine Tochter spielt beim Rollenspiel den Vater, der sich um die Kinder (Puppen) kümmert.
Allerdings haben wir unsere Töchter aber so offen erzogen, dass wir Ihnen wirklich alle Spiele, egal ob klassische Jungen-, oder Mädchenspiele, ermöglicht haben.
Und heute haben sie manchmal einen Rock an und spielen Prinzessin oder wünschen sich neue Arbeitshandschuhe, weil die alten zu klein geworden sind, und spielen Werkstatt.
Das bestätigt mich darin, dass es hauptsächlich darum geht, was man den Kindern vorlebt.
Ich habe eher das Gefühl, dass wenn die Argumentation kommt "aber sie wollte unbedingt ein rosa Kleid haben und auch das ganze Sortiment von Babyborn", das damit eher die Wünsche der Mütter befriedigt und das herausheben des "niedlichen" gestärkt wird.
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