Chaos im Kinderzimmer
Die meisten Kinderzimmer ähneln sich: Aus den Regalen quellen aufeinander gestapelte Spiele, Puzzles und Bücher, die Kisten sind zum Bersten
mit Legos, Autos, Dinos und Eisenbahnzubehör gefüllt. Stofftiere stauben
vor sich hin.
Woher der Überfluss kommt, ist leicht
erklärt. Egal ob Oma, Opa, Tante, Onkel, Freunde oder
wir Eltern selbst, jeder möchte etwas schenken,
über das sich das Kind besonders
freut. Kleidung oder Geld finden nur
Eltern gut. Kinder wollen überrascht werden.
Und finden erst mal alles gut. Aber
die Nutzungsdauer vieler Dinge ist dann
doch arg begrenzt.
Wie viel braucht ein Kind wirklich?
Auf der Internationalen Spielwarenmesse
in Nürnberg, der weltweit größten,
wird jährlich eine Million Spielzeuge präsentiert,
davon 60 000 Innovationen oder
veränderte und verbesserte Produkte, die
Kinderherzen zumindest vorübergehend
höher schlagen lassen.
Einen Weg durchs Dickicht zeigt die
Arbeitsgemeinschaft "spiel gut", eine seit
1954 auf Spielzeug und Spiele spezialisierte
gemeinnützige Verbraucherberatung.
Ingetraud Palm-Walter von "spiel
gut", Mutter dreier Söhne, 20, 13, 10, rät:
"Beobachten Sie Ihr Kind genau! Welche
Themen sind bei ihm gerade aktuell, welche
Entwicklungsstufe macht es im Augenblick
durch, und welche Anregungen
braucht es dafür?"
Spielzeug sollte ihrer Meinung nach
nicht nur als Freizeitbeschäftigung gesehen
werden, sondern es soll lang anhaltende
Freude vermitteln. Deshalb sei es
beispielsweise wichtig, qualitativ hochwertige
und altersgerechte Produkte zu
kaufen und keine "Spielverderber", die auf
Grund schlechten Materials die Anstrengungen
der Kleinen nicht belohnen. Und:
"Es ist ganz wichtig, mit dem Kind gemeinsam
das geeignete Spielzeug zu finden.
Dabei darf das Kind Wünsche äußern
und versuchen, diese zu begründen", rät
die Fachfrau und weiß: "So erfahren Sie
viel über Ihr Kind."
Eltern müssen nicht jeden Wunsch erfüllen.
Im Gegenteil: Klar zu sagen, dass
man bestimmte Dinge nicht kauft und
warum man das nicht tut, nützt einem
Fünfjährigen mehr als Eltern, die kritiklos
das Portemonnaie zücken.
Auch gibt Ingetraud Palm-Walter den
Tipp, an Festtagen das Kind und das Fest
in den Vordergrund zu stellen - nicht die
Geschenke.









Meine spielen schlicht mit allem. Das Spielzimmer ist gestopft voll und sie haben drei unterschiedliche Bobbycars, Lego, Playmobil etc. Aber alles wird mit allem kombiniert und wirklich alles bespielt.Es ist ihnen voellig schnuppe, ob etwas von Lego oder Brio ist...oder die alten Wohnungsschluessel oder das Osterkoerbchen. Komplett alles wird ins Spiel mit eingebunden.
Unsere 5jährige Tochter und unser 3jähriger Sohn lassen sich durchaus schon mal überreden, gemeinsam mit der Mama die Spielsachen oder auch Bücher zu durchforsten, um zu schauen, was man evtl. verschenken oder für einen Flohmarkt zur Seite legen kann. Alle vier Monate ca. spielen wie so ein "Aufräum-Wegräum-Spiel". Das klappt bis jetzt ganz gut.
Der Vorschlag "mit den Kindern gemeinsam das Zimmer durchforsten" um so Dinge zu finden, die nicht mehr gebraucht werden ist bei mir und allen meinen Freundinnen im Praxistest durchgefallen. Das dauert EWIG und ist 100% uneffektiv, weil Kinder ja mit allem spielen können und genau in dem Augenblick gar nichts wegtun wollen.
Da halte ich es für sinnvoller, als Mutter eigenhändig Spielzeuge auszurangieren. Vielleicht mit ein paar "Sicherheitsmonaten" in einer Kiste verstaut, falls wieder erwarten doch wieder nach der achten grauen Stofftiermaus gefragt wird - meiner Erfahrung nach für Kinder bis 7 Jahre ok. Für die Älteren funktioniert ja vielleicht das vorgeschlagene gemeinsame Aussortieren.
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