Um den fünften Geburtstag herum wollen die meisten Kinder wissen, wie sie eigentlich "gemacht" wurden. Und natürlich wollen Eltern das möglichst gelassen erklären. Umso überraschter sind viele, wenn sie die sexuelle Neugier ihrer Kinder plötzlich ins Stottern bringt.
Die folgenden Seiten helfen, die richtigen Worte zu finden. Doch bevor Sie mit Ihrem Kind die liebevolle "Mini-Aufklärung" von Mareike und Lukas anschauen, sollten Sie zur Vorbereitung zunächst diesen Text lesen.
Tipps zur richtigen Aufklärung
1. Das sind Mareike und Lukas. Die Beiden gehen zusammen in den Kindergarten. Dort haben sie jede Menge Spass, weil es tolle Spielsachen gibt und weil dort viele nette Mädchen und Jungen sind. Aber am liebsten spielen sie zusammen. Mareike ist nämlich die beste Freundin von Lukas, und Lukas ist der beste Freund von Mareike.
2. Heute ist Lukas ganz aufgeregt. Anstatt wie sonst sofort mit Mareike zu spielen, muss er ihr erst etwas ganz Spannendes erzählen: "Ich bekomme ein Geschwisterchen! Das wächst jetzt in Mamas Bauch!"
"Aber da ist doch gar kein Platz", sagt Mareike. "Doch", sagt Lukas. "Meine Mama hat gesagt, dass ihr Bauch jetzt immer größer wird, damit es dem Baby nicht zu eng wird. Ich bin auch schon in ihrem Bauch gewachsen und du in dem von deiner Mama!"
3. Mareike überlegt ein Weilchen, dann fragt sie: "Und wie sind wir in den Bauch hineingekommen?"
"Weil Mama und Papa sich ganz fest lieb haben", erklärt Lukas knapp. Er hat nämlich keine Lust mehr über das Baby zu sprechen. "Komm, wir gehen spielen", sagt er zu Mareike und wirft ihr einen großen roten Ball zu. Mareike grübelt noch ein bisschen: " Vielleicht wurden wir ja verschluckt", denkt sie. "Oder der Doktor hat Mama eine Babyspritze gegeben! Heute Nachmittag muss ich Papa fragen."
4. "Papa, stimmt´s, ich war in Mamas Bauch?" Mareikes Papa zögert einen Moment, doch dann sagt er mit einem Lächeln: "Ja, das warst du. Alle Babys wachsen im Bauch ihrer Mama."
"Das hat Lukas auch gesagt. Und er hat auch gesagt, dass Babys kommen, wenn Mama und Papa kuscheln und sich lieb haben."
5."Na ja", sagt Papa. "Da ist schon was Wahres dran. Aber Kuscheln genügt nicht ganz. Guck mal, wir kuscheln doch auch ganz oft: morgens im Bett zum Beispiel oder nach dem Kindergarten, wenn du müde bist. Und manchmal einfach so, weil uns danach ist und weil wir uns lieb haben. Und du knuddelst auch mit deiner Katze oder mit deinem Freund Lukas."
6. Inzwischen sind Mareike und ihr Papa daheim. Mama ist auch schon da. Mareike kann keine Sekunde mehr warten: "Mama, Lukas bekommt ein Geschwisterchen, und wir wollen wissen, wie die Babys in den Bauch hineinkommen!" Nun ist Mareikes Mama ziemlich überrascht. Sie weiß ja nicht, dass Mareike schon den ganzen Tag über diese Frage nachdenkt.
7. "Früher", fängt sie zögerlich an, "früher sagten die Leute, dass der Storch die Babys bringt. Aber das stimmt natürlich nicht. Ein Baby kommt dann in den Bauch, wenn sich ein Mann und eine Frau ganz doll lieb haben."
"Ja,ja. Aber das reicht nicht, hat Papa gesagt." Mareike wird jetzt ungeduldig.
8. "Ist ja schon gut! Wenn die beiden ganz allein sind, möchten sie sich manchmal ganz nahe sein. Dann ziehen sie sich aus, streicheln, küssen und umarmen sich. Das ist so aufregend, dass die beiden ganz kribbelig werden. Beim Mann wird jetzt der Penis steif und größer als sonst. Und bei der Frau wird die Scheide warm und feucht. Und wenn beide ganz nah zusammen sein wollen, kann der Mann seinen Penis in die Scheide der Frau schieben."
"Ih",sagt da Mareike. "Das finde ich aber eklig!"
"Kinder mögen das auch nicht. Aber verliebte Erwachsene schlafen gern miteinander. So nennt man das, obwohl die Menschen dabei gar nicht müde sind."
"Und dann wächst ein Baby?", will Mareike wissen.
9. "Noch nicht ganz: Wenn es für beide am allerschönsten ist, spritzt aus dem Penis des Mannes eine weiße Flüssigkeit in die Scheide der Frau. Darin sind viele Millionen Samenzellen, so winzig, dass man sie gar nicht sehen kann. Einige davon krabbeln in den Bauch der Frau. Dort gibt es eine kleine Höhle, das ist die Gebärmutter.
10. Wenn in dieser Gebärmutter eine winzige Eizelle sitzt, lässt sie einen einzigen Samen zu sich herein. Und jetzt beginnt das Baby zu wachsen."
"Aus einem winzigen Ei?", fragt Mareike. "Ganz genau!", bestätigt ihre Mama. "Das muss ich morgen Lukas erzählen."
11. "Lukas, ich weiß jetzt, wie die Babys in den Bauch kommen. Die Erwachsenen schlafen miteinander. Aber nicht so wie wir. Sie sind dabei ganz wach. Und dann spritz der Mann Samen zum Ei der Frau!"
"Und ich weiß jetzt, wie das Baby isst und trinkt und wann es auf die Welt kommt", sagt Lukas.
12. "Und wie geht das alles?"
"Immer wenn meine Mama etwas isst, kriegt das Baby auch etwas davon. Dafür ist die Nabelschnurr da. So kann es wachsen. Und wenn es dann groß genug ist, will es aus dem Bauch raus."
"Und weißt du auch, wie es rauskommt?"
"Ja. Durch die Scheide, sagt meine Mama. Sie merkt, dass das Baby rauswill, wenn der Bauch wehtut. Dann gehe ich zu Oma, weil Mama und Papa dann zusammen das Baby kriegen."
13. "Dein Papa kriegt doch kein Baby!"
"Nein, aber er hilft Mama und tröstet sie. Es tut nämlich weh und ist sehr anstrengend, bis das Köpfchen vom Baby zu sehen ist. Deshalb passt ausser meinem Papa auch noch eine ganz nette Frau auf meine Mama auf. Das ist die Hebamme. Die fängt am Schluss auch das Baby auf!"
14. "Und wenn es da ist, kannst du mit ihm spielen!"
"Nee", sagt Lukas genervt. "Am Anfang kann man noch gar nichts mit ihm anfangen. Da will es nur an Mamas Busen trinken, schlafen und gewickelt werden.
15. Aber zum Spielen brauch ich auch gar kein Baby. Komm Mareike, wir gehen Fahrrad fahren!"








