Schulstart

Schule ist Kommunikation

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Schulstart: Schule ist Kommunikation
Schule ist ein Neustart im Kinderleben. Und wie immer, wenn man am Anfang steht, kommt man mit einer Haltung besonders weit: mit der Bereitschaft, sich auf die ungewohnte Situation einzulassen. Das fällt einigen Kindern leichter und anderen schwerer. Aber alle können es lernen.

"Es" bedeutet Anpassungsvermögen und Flexibilität. Experten nennen das "Kontextsensitivität". Das heißt, wer stets die aktuellen Umstände aufmerksam wahrnimmt, kann mit der Lehrerin in einem angemessenen Ton sprechen, auf dem Pausenhof herumblödeln, für den Freund in einer schwierigen Situation mitfühlende Sätze finden und sich mit wenigen Worten Respekt verschaffen, wenn ihm jemand dumm kommt.

Neben diesen generellen Fähigkeiten brauchen Schüler im Unterricht noch ein paar ganz konkrete: Sie müssen sich etwa eine Viertelstunde am Stück ruhig verhalten und zuhören können. Bei 20 bis 30 Kindern in einer Klasse kann nicht jeder gleichzeitig das Wort haben. Aber genau das fällt Kindern oft schwer: warten, zuhören und nicht beleidigt sein, wenn man nicht drankommt.

Genauso wichtig sind Sprachvermögen und Sprachverständnis, weil gerade zu Beginn die meisten Aufgaben und Lösungen mündlich gestellt und erklärt werden. Daher sind Kinder im Vorteil, die sich gut ausdrücken, ihre Bedürfnisse anmelden und kleine Geschichten erzählen können.

Ganz besonders wichtig ist, dass Schüler Fragen stellen! Wir Lehrerinnen sind darauf angewiesen, dass sie mit ihren Fragen auf uns zukommen. Ein Kind, das sich sehr zurücknimmt, wird leicht übersehen – obwohl man das als Lehrerin vermeiden möchte. Es hilft Ihrem Kind, wenn Sie es ein paar Tage beobachten und die folgenden Dinge im Blick haben:

  • Wartet Ihr Kind, bis Sie ein Gespräch mit jemand anders zu Ende geführt haben?
  • Lässt es Sie in Ruhe telefonieren?
  • Hört Ihr Kind zu, wenn andere etwas erzählen?
  • Folgt Ihr Kind kleineren Vorlesegeschichten bis zum Schluss?
  • Kann es den Inhalt wiedergeben?
  • Bleibt es beim Erzählen beim Thema?
  • Kann Ihr Kind sein schulisches "Handwerkszeug" wie Wachsstifte, Wasserfarben, Mäppchen, Schnellhefter, Fibel, etc. richtig benennen?
  • Führt es kleine Aufträge richtig aus, ohne mehrmals nachzufragen?


Schreiben Sie die Dinge auf, die Sie eventuell bei Ihrem Kind noch fördern möchten. Das klappt vor allem dann gut, wenn Sie die kleinen Trainingseinheiten möglichst selbstverständlich in den Tagesablauf einbauen.

Das können Sie tun ...

... wenn das Abwarten Probleme macht.
Bestehen Sie auf Ihre persönlichen Redezeiten. Im Gespräch und auch am Telefon. Am besten mit einer Regel: "Eltern dürfen zehn Minuten lang ungestört telefonieren." Dabei kann eine Eieruhr für Ihr Kind zunächst gute Dienste leisten.

... wenn aufmerksames Zuhören noch schwierig ist.
Geben Sie Ihrem Kind immer wieder Merk-Aufgaben, indem es zum Beispiel jemandem etwas ausrichten oder Sie an etwas Wichtiges erinnern soll. Oder indem Sie es im Alltag ab und zu bitten, mehrere Gegenstände zu holen, etwa so: "Würdest du mir bitte aus der Küche ein Glas mitbringen, einen Apfel und ein Blatt von der Küchenrolle?"

... wenn stille Phasen noch schwer auszuhalten sind.
Vereinbaren Sie eine tägliche "stille Zeit". Besonders gut eignet sich der Moment nach dem Mittagessen. Es gibt nur eine Regel: Jeder darf tun, was er möchte, aber niemanden dadurch stören. Beginnen Sie mit 15 Minuten, weiten Sie die Zeit nach und nach auf eine halbe Stunde aus.

... wenn Schüchternheit ein Thema ist.
Ermutigen Sie Ihr Kind zum Beispiel, ans Telefon zu gehen. Erklären Sie ihm, wie es sich melden soll, wie man höflich spricht und nach den Wünschen des Anrufers fragt.

... wenn es noch an "Fachwörtern" fehlt.
Spielen Sie mit Ihrem Kind "Schule" oder auch mal "Sportunterricht" und erklären Sie ihm mündlich, was es tun soll. So können Sie spielerisch herausfinden, ob es Körperbegriffe wie "Knie", "Stirn", "Ellenbogen", "Ferse", "Hüfte" kennt und richtig zuordnen kann.

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