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Meinungssache

Unsere Kinder - alles kleine Tyrannen?

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Meinungssache: Unsere Kinder - alles kleine Tyrannen?
 © Lorraine Swanson - Fotolia.com

Der kleine Haustyrann ist der absolute Albtraum

Eltern sollten besser keine Buchhandlung mehr betreten. Jetzt müssen sie nicht mehr nur "Erziehungsnotstand" und "Pisa-Katastrophe" fürchten. Jetzt bekommen sie auch wieder vielfach vor Augen geführt, "Warum unsere Kinder Tyrannen werden". Glaubt man dem so betitelten Buch des Psychiaters Michael Winterhoff, geht das ganz schnell: Eltern, die lieber partnerschaftlich als hierarchisch erziehen, Großeltern, die ihre Enkelkinder auch mal verwöhnen, dazu ein Kindergarten, in dem die Kleinen selbst entscheiden dürfen, was sie spielen - mehr braucht es nicht, und schon ist er fertig: der kleine Haustyrann. Das ist ein wahrlich unsympathischer Zeitgenosse: egoistisch, unselbstständig, herrsch-süchtig, faul und zu allem Überdruss noch schadenfroh: Nichts bereitet dem kleinen Tyrannen nämlich mehr Freude, als seine Eltern zu quälen.

Kurz: Der kleine Haustyrann ist der absolute Albtraum. Was halt herauskommt, wenn man als Mutter oder Vater total versagt hat. Und genau deshalb sitzt die Angst vor ihm so tief. Wer will schon daran schuld sein, dass aus einem unschuldigen Säugling ein gewissenloses egozentrisches Monstrum wird?

Haustyrann unterm Hakenkreuz

Die Furcht, wir könnten Despoten an unserer Brust nähren, hat nicht Michael Winterhoff erfunden. Sie ist sehr alt. Und sehr deutsch. Niemand schürte sie so heftig und wirkungsvoll wie Frau Doktor Johanna Haarer. Die fünffache Mutter schrieb den Bestseller der deutschen Erziehungsliteratur schlechthin: "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind". 1934 erschienen prägte er die Erziehungsvorstellungen in Deutschland für Generationen.

Johanna Haarer propagierte den Vier-Stunden-Abstand beim Stillen und die gefürchteten acht Stunden Stillpause in der Nacht. Sie diffamierte das Tragen von Neugeborenen als "mühsames Herumschleppen", das rundweg abzulehnen sei und warnte inbrünstig davor, das Kind an Nähe und Fürsorge zu gewöhnen.

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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von Verena am 19. Oktober 2011, 22:42 Uhr

    Ich kann mich der Rose nur anschließen! Der Artikel ist vollkommen sinnfrei und es scheint, als habe der Verfasser das Buch von Herrn Winterhoff nicht mal gelesen bevor der unterirdische Vergleich mit 77 Jahre alter "typisch deutscher" Pädagogik publiziert wurde. Grundsätzlich sollte man nicht alles glauben, was man liest aber um sich ein eigenes Bild zu machen sollte man zumindest gelesen haben!


  • von Rose am 25. Februar 2011, 10:51 Uhr

    Dr. Michael Winterhoff auf eine Stufe zu stellen mit Johanna Haarer ist völlig fehl am Platz. Mal abgesehen davon, dass Herr Dr Winterhoff der Überzeugung ist, dass wir bessere Eltern sind, gerade WENN wir uns auf unsere Intuition verlassen!
    Und dem kann ich mich nur anschließen.
    Der Artikel ist in jedem Fall völlig danebengegriffen und versucht Ähnlichkeiten aufzuzeigen wo es gar keine gibt!!!!


  • von Nicole am 13. Dezember 2010, 20:05 Uhr

    Absoluter Quatsch,wenn Kinder sich so verhalten,dann rebellieren sie wohl gegen irgendwas oder irgendwen,undda gilt es,eine gemeinsame Lösung dafür zu finden


  • von Britta am 7. Juli 2010, 14:36 Uhr

    Meine Güte... wo sind nur zwischen all den Erziehungsbüchern und "guten" Ratgebern von gestern und heute der gesunde Menschenverstand und die Intuition der Eltern geblieben? Ich finde es gut, dass man sich in unserer Zeit heute durch so viele Möglichkeiten wie selten zuvor über praktisch alles informieren kann. Natürlich auch übers Elternwerden, Elternsein und Elternbleiben - wie hier auf der praktisch namensverwandten Internetseite Eltern.de.

    Aber sollte man wirklich von einem Buch - geschrieben von einem in der Regel wildfremden Menschen - abhängig machen, ob man sein Kind nun hochnimmt, wenn es schreit, oder nicht? Ob man nachgibt, wenn es um etwas bettelt oder man versucht ist, noch ein Stück Torte aufzutun, wenn es eigentlich bereits zwei hatte? Solche Entscheidungen sollten aus dem Bauch kommen. Dem Vater- oder Muttergefühl. Nicht von einem Stück Papier.


  • von Britta am 7. Juli 2010, 14:36 Uhr

    Was ist nur los mit uns Deutschen, dass wir uns immer von irgendjemandem sagen lassen wollen, was wir wie zu tun haben? Es erscheint beinahe erstaunlich, dass die Menschheit es bis heute geschafft hat, wo es den Buchdruck doch erst seit vergleichsweise wenigen Jahren gibt und früher längst nicht jeder lesen und schreiben konnte.

    Natürlich hat die Welt eine Menge Tyrannen und Verbrecher ausgespuckt. Und es gibt wohl nichts, was die Gelehrten unserer Zeit lieber tun, als nach Ursachen in ihrer damaligen Erziehung oder in der Beziehung zu Mutter und Vater zu suchen. Aber mal ganz im Ernst: Welcher Erwachsene kann denn von sich behaupten, nicht auch mal für die eigenen Eltern, die Freunde, den Partner, die Kinder (!) irgendwo ein Haustyrann zu sein? Unleidlich und schlecht gelaunt oder bisweilen durchaus auch mal manipulativ? Wir versuchen alle irgendwo, unseren eigenen Kopf durchzusetzen.


(87 Kommentare)

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