Im Grunde spricht alles dafür, dass Ihr
Kind die Schule gut schaffen kann: Es
ist gesund, aufgeweckt, neugierig. Warum
fällt es Ihnen manchmal trotzdem
schwer, gelassen zu bleiben?
Ganz einfach: Angesichts des bevorstehenden
Schulbeginns mischen sich Ihre
eigenen Erfahrungen unbewusst unter
Ihre Erwartungen und Gefühle. Damit
sich unterschwellige Einstellungen und
eventuelle Ängste nicht auf Ihr Kind
übertragen, kramen Sie diese eigenen
Erfahrungen hervor, schauen sie noch
einmal genau an – und dann werden sie
ausgemustert!
In fünf Schritten eigenen Schulballast über Bord werfen:
STEP 1: Hatten Sie ein gutes Verhältnis
zur Lehrerin, Freude am Lernen,
Probleme mit Mathe oder Mitschülern?
Was fiel Ihnen leicht, was schwerer?
Gibt es Schulphasen, an die Sie sich gern
erinnern? Welche, die Sie am liebsten
nie erlebt hätten?
STEP 2: Sie haben nur gute Erinnerungen?
Gut! Falls es aber noch Dinge
aus Ihrer eigenen Schulzeit gibt, die Sie
belasten, notieren Sie diese auf einem
Blatt Papier. Und auch die Vorurteile,
die in Ihrer Familie herumgeistern. Etwa:
"Von uns kann keiner Mathe." Oder:
"Wir sind alle unmusikalisch." Oder,
oder, oder.
STEP 3: Verabschieden Sie sich von
diesen Belastungen, indem Sie Ihnen
laut "Auf Wiedersehen" sagen. Vielleicht
hilft es, den Zettel zu zerreißen
und in den Müll zu werfen. Es geht darum,
sich auf einer tiefen Ebene bewusst
zu machen, dass diese Gedanken
der Vergangenheit angehören und die
Schulzeit Ihres Kindes etwas völlig
Neues ist.
STEP 4: Beobachten Sie danach Ihr
Kind. Finden Sie heraus, wie es über
Schule denkt. Das gibt Ihnen die Gelegenheit,
seine unnötigen Ängste auszuräumen
oder falsche Erwartungen
geradezurücken.
STEP 5: Versuchen Sie dafür zu sorgen,
dass Ihr Kind nicht immer wieder die
Frage beantworten muss "Freust du
dich auf die Schule?" Auch wenn die
Frage eine freundliche Floskel ist,
könnte sie Ihr Kind auf die Idee bringen,
dass man sich auch NICHT darauf
freuen kann und dass es dafür gute
Gründe gibt ...








