Meistens gibt sich das Bettnässen von selbst
"Etwa sieben Prozent aller Siebenjährigen nässen nachts noch regelmäßig ein", erklärt Prof. Dr. Paul Eggert, Kinderarzt am Universitätsklinikum Kiel. Andere Schätzungen gehen sogar davon aus, dass jedes zehnte Kind in dem Alter betroffen ist. Doch nur in seltenen Fällen ist dieses Symptom ein Anzeichen für eine Krankheit. Bei der Enuresis nocturna, so der medizinische Fachausdruck, handelt es sich meistens um eine Reifungsverzögerung, die sich in der Regel von selber gibt.
Viele Eltern setzen sich selbst und ihr Kind unter Druck
Trotzdem halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach psychische Probleme oder Erziehungsfehler die Ursachen für Bettnässen seien. Doch oft ist es erst die Scham der Eltern über ihr vermeintliches Versagen, die bei den Kindern Stress auslöst. "Einem Fünfjährigen ist es meistens ganz egal, ob er noch ins Bett macht oder nicht. Es sind vor allem die Eltern, die ein Problem damit haben", sagt Prof. Eggert. Viele Eltern glauben, ihr Kind müsse mit drei Jahren schon trocken sein und setzten sich selbst und ihre Kinder unter Druck.
Dabei gibt es keine verbindlichen Vorgaben, ab wann ein Kind nachts sauber sein sollte. Während z.B. in Frankreich die Meinung vorherrscht, mit vier Jahren dürfe nicht mehr ins Bett gemacht werden, lassen die Dänen den Kindern Zeit, bis sie sechs Jahre alt sind.
Zwei Arten des Bettnässens
Mediziner unterscheiden zwischen der primären und der sekundären Enuresis: Bei der primären Enuresis war das Kind seit seiner Geburt nie über einen längeren Zeitraum trocken. Als Ursache werden Verzögerungen in der Entwicklung angenommen.
Bei der wesentlich selteneren sekundären Enuresis nässt das Kind plötzlich wieder nachts ein, obwohl es bereits mindestens ein halbes Jahr trocken war. Hier können sowohl organische als auch psychische Ursachen eine Rolle spielen, etwa als Reaktion auf ein neues Geschwisterkind, die Trennung der Eltern oder einen Umzug.
Prof. Eggert weist jedoch darauf hin, dass sich nicht alle Fälle eindeutig zuordnen lassen. Viele Kinder sind wochenlang nachts trocken und wachen dann plötzlich wieder in einem nassen Bett auf, ohne dass es sich dabei um eine sekundäre Enuresis handeln muss. Die Entwicklung eines Kindes verläuft zu individuell, als dass man sie an vorgegebenen Zeiträumen messen könnte. Es fangen auch nicht alle Kinder gleichzeitig mit dem Laufen oder Sprechen an.
Mögliche Ursachen
Der häufigste Grund für die primäre Enuresis ist eine nicht ausgereifte Blasenkontrolle. Während die Kinder ihren Entleerungsreflex tagsüber schon gut im Griff haben, ist die Verschaltung zwischen Blase und Gehirn während des nächtlichen Schlafens noch nicht vollständig ausgebildet. Woran das genau liegt, gibt den Medizinern immer noch Rätsel auf. Prof. Eggert geht davon aus, dass es auch mit einer bestimmten Phase des Schlafs zu tun haben könnte, in der sich das Kind zwischen Wach- und Schlafzustand befindet. Für diese These spricht, dass die Kinder aktiv urinieren und nicht einfach nur "überlaufen".
Eine weitere Theorie besagt, dass Bettnässen auch mit einem Hormonmangel zusammenhängen könnte. Demnach wird normalerweise nachts vermehrt das Antidiuretische Hormon (ADH) ausgeschüttet, das die Urinbildung drosselt. Erhöht sich der ADH-Spiegel nicht, ist die Blase schnell voll. Ob das die alleinige Ursache einer Enuresis sein kann, ist jedoch umstritten.









Sie schreiben "Spätestens beim ersten Ferienlager wird das Bettnässen dann zu einem echten Problem." Besser wäre es aber, den Kindern und Eltern hier ein wenig Mut zu machen. Sprechen Sie den Veranstalter darauf an und geben Sie Ihrem Kind eine Gummiunterlage für das Bett mit. Ein guter Betreuer wird das Kind abends noch einmal auf die Toilette schicken und bei Bedarf auch nachts noch einmal wecken. Und er wird für Verständnis in der Gruppe sorgen und das Kind in seinem Selbstbewusstsein stärken.
MfG Jan Koch
www.die-verreiser.de
Mein sohn ist im september 9 geworden und seit er in die schule geht nässt er nachts wieder ein. Aber das schlimmste ist das er jetzt seit ungefähr einem halben jahr tagsüber sogar ein kotet. Er hat damit nicht wirklich ein problem und er schämt sich noch nicht einmal wenn ihn leute dann auf seinen strengen geruch ansprechen. Im gegenteil er leugnet es dann noch mehr als er es vorher schon macht. Bitte...kann mir jemand einen rat geben
Auf der Seite http://www.initiative-trockene-nacht.de gibt es vertiefende Informationen zum Thema Bettnässen
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