Bewegen sich unsere Kinder genug?
Einige leider nicht. Insbesondere die
Aktivität im Alltag hat abgenommen. Im
Durchschnitt bewegen sich Kinder nur
noch knapp eine Stunde am Tag. 1975 waren
es noch drei bis vier Stunden. Das wirkt
sich natürlich auf die Gesundheit und die
motorische Leistungsfähigkeit aus.
Viele Kinder gehen nicht mal mehr zu
Fuß zur Schule ...
Bei unseren Untersuchungen kam heraus,
dass die meisten Grundschüler zum
Glück doch laufen. Etwas anders sieht es
bei Jugendlichen aus. Da kommt nur noch
ein Drittel zu Fuß oder mit dem Rad.
Wie kann man Kinder und
Jugendliche dafür begeistern,
sportlich aktiver zu werden?
Das klappt am besten, wenn Eltern selbst ein gutes Vorbild sind und wenn die Familie viel gemeinsam unternimmt. Ich weiß, dass sich das nicht immer bewerkstelligen lässt. Wenn ich abends platt nach Hause komme, würde ich manchmal
meine Kinder auch am liebsten vor dem
Fernseher parken, um erst mal ein bisschen
Ruhe zu haben. Hin und wieder ist
das ja okay, aber es sollte nicht zur Regel
werden. Letztlich ist es viel entspannender,
zusammen zu spielen oder das Abendessen
vorzubereiten.
Welche Sportarten und Bewegungsspiele
sind am besten geeignet?
Kinder sollten von Anfang an möglichst
breit gefördert werden. Dazu gehören Koordination,
Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer und
Beweglichkeit. Im Kindergarten- und Vorschulalter
sind Ballspiele, Turnen, Tanzen
und Schwimmen ideal. Mit zunehmendem
Alter können die Sportarten differenzierter
werden. Dann kommen je nach Neigung
auch Tennis, Segeln, Surfen und andere
Sportarten in Frage.
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Worauf müssen Eltern achten, wenn
ihr Kind Sport treibt?
Das Wichtigste ist, dass man Überforderung
vermeidet. Falls man den Eindruck
hat, dass im Verein das Training nur sportartspezifisch abläuft, sollte man das Gespräch
mit dem Übungsleiter suchen. Ansonsten
rate ich: machen lassen. Die meisten
Kinder haben ein gutes Körpergefühl
und werden durch übervorsichtige Eltern
eher ausgebremst.
Sind aktive Kinder auch motivierter
und leistungsfähiger?
Da beißt sich der Dackel ein bisschen
in den Schwanz: Wer motiviert ist, bringt
gute Leistung, und wer gute Leistungen
bringt, ist motiviert. Trotzdem lässt sich
feststellen, dass Bewegung gute Lernbedingungen
schafft. Wir kennen zum Beispiel
einen Zusammenhang zwischen Koordinationsübungen
und Konzentrations- und
Lernfähigkeit. Amerikanische Untersuchungen
zeigen auch bessere Schulnoten
und besseres Benehmen. Die Alternative
zu weniger Bewegung ist außerdem meistens
Fernsehen, und das macht im Übermaß
genossen Kinder dumm und krank.
Den Konsum von elektronischen Medien
sollte man auf eine Stunde pro Tag beschränken.
Dafür darf es am Wochenende
auch mal der Tigerenten-Club sein.








