Sprechen und Zuhören
Darum geht’s: Schreibenlernen ist
leichter, wenn man verstanden hat,
dass man die Laute, aus denen ein Wort
besteht, einzeln heraushören kann.
Denn genau so ist unsere Schriftsprache
aufgebaut: Jeder Buchstabe steht
stellvertretend für einen Laut, der in jedem
Wort isoliert wahrgenommen werden
muss. Begeben Sie sich beim Sprechen
deshalb so oft wie möglich auf Augenhöhe
mit Ihrem Kind. Auf diese
Weise kann es Ihre Mundbewegungen
sehr genau beobachten. Das hilft sehr,
wenn es ihm noch schwerfällt, ähnlich
klingende Laute zu unterscheiden, M
und N oder D und T zum Beispiel.
Drei Spiele für zwischendurch:
• Erfinden Sie kleine Reimgeschichten,
bei denen Ihr Kind das letzte Wort der
zweiten Zeile einsetzt: "In einem alten
Bauernhaus, da ruhen sich zwei
Schweine (aus)."
• Spielen Sie "Stille Post" oder stolpern
Sie zusammen über Zungenbrecher wie
"Fischers Fritz".
• Kaufen Sie Magnetbuchstaben für
den Kühlschrank. Damit kann Ihr Kind
zum Beispiel kleine Buchstabenschlangen
bauen. Wenn Sie ihm vorlesen, was
es „geschrieben“ hat, sind Zungenbrecher
wie "KMTFEGRHA" ein garantierter
Lacher – mit dreifachem Lerneffekt,
denn Ihr Kind erfährt: Schreiben
macht Spaß; Buchstaben folgen einer
lautmalerischen Logik; es gibt sie nur
in begrenzter Zahl.
Orientierung und Balance
Darum geht’s: Begreifen kommt von
greifen. Sprich: Soll Ihr Kind Zahlen
und Mengen richtig verstehen, muss es
sie immer wieder mit den Händen greifen
dürfen. Zum Beispiel beim Zählen
und Sortieren von Steinen, Obst oder
Kastanien. Oder beim Abschätzen und
anschließenden Ausprobieren, ob der
Inhalt aus diesem schmalen, hohen
Glas wohl in das breitere und kleinere
hineinpasst.
Diese handfesten Eindrücke ermöglichen
es Ihrem Kind, sich später in den
sogenannten Zahlenräumen zurechtzufinden.
Drei Spiele für zwischendurch:
• Ermuntern Sie Ihr Kind zum Zählen.
Wie viele Leute warten in der Schlange
an der Kasse vor uns? Wie viele stehen
hinter uns? Wie viele Münzen habe ich
in meinem Portemonnaie? Wie viele
haben davon genau die gleiche Größe?
Wie viele Schritte brauchst du bis zur
Wand? Wie viele benötigt Mama? Wie
viele Papa?
• "Zahlensucher" ist ein Spiel für unterwegs:
Einigen Sie sich auf eine bestimmte
Zahl, die so oft wie möglich
gefunden werden sollte. Auf Nummernschildern,
Hausnummern, Preisetiketten,
Uhren ...
• Schenken Sie Ihrem Kind reichlich Gelegenheiten,
sich körperlich auszuprobieren.
Untersuchungen belegen, dass
Jungen vor allem deshalb oft bessere
Voraussetzungen für das Rechnen mitbringen
als Mädchen, weil ihre Spiele
bewegungsorientierter sind.
Konzentration und Ausdauer
Darum geht’s: Wer sich ganz auf eine
neue Sache einlassen kann, lernt nicht
nur schneller, sondern behält das Gelernte
auch besser. Gesellt sich noch
Anstrengungsbereitschaft dazu, nach
dem Motto: "Wenn es nicht gleich
klappt, versuche ich es noch einmal",
sind zwei wichtige Weichen für den Lernerfolg
gestellt.
Drei Spiele für zwischendurch:
• Memory spielen mal anders: Dazu halbieren
Sie 26 unlinierte Karteikarten.
Auf die eine Hälfte schreiben Sie alle
Großbuchstaben unseres Alphabets,
auf die andere die dazugehörigen kleinen
Buchstaben. Zunächst lernt Ihr
Kind einige Buchstaben in ihrer großen
und dazugehörigen kleinen Version
kennen. (Achtung: Immer nur den Laut
aussprechen, also das ist das "N" und
nicht das "En"!).
Wenn es sie sicher benennen kann, werden
die Paare wie beim Memoryspielen
gesucht. Nach einiger Zeit neue Buchstaben
ergänzen, bis Ihr Kind schließlich
das ganze Alphabet kennt.
• Schneiden Sie geometrische Figuren
aus Filz oder Pappe aus. Entdecken Sie
mit Ihrem Kind ihre besonderen Merkmale
(z. B. vier Ecken und vier gleich
lange Seiten beim Quadrat) und erklären
Sie ihm, wie man sie nennt: Quadrat,
Rechteck, Dreieck usw. Wenn das
gut klappt, kann man das Spiel ausweiten:
Welche Form hat die Kinderzimmertür?
Welche der Marmeladendeckel?
• Sammeln Sie zehn große Eierkartons
und schneiden und kleben Sie so zusammen,
dass Sie ein Feld von 10 x 10
Mulden erhalten. Das ist nun eine
100er-Tafel, mit der man wunderbar
spielen kann. Legen Sie Steine, Murmeln
oder Kastanien bereit und staunen
Sie gemeinsam mit Ihrem Kind
über die schöne Ordnung unseres Zahlensystems.
Auf wie viele Weisen kann man zum
Beispiel zehn Steine in die Mulden legen?
Das geht in einer Reihe hintereinander.
Oder untereinander. In zwei
Reihen à fünf Steinen. Und in fünf Reihen
mit je zwei Steinen. Und natürlich
ganz und gar verstreut.
Sie brauchen dazu keine großen Erklärungen
zu geben, die Ästhetik, die im
Sortieren liegt, reicht erst einmal aus,
um Ihr Kind für Mengen und Teilmengen
zu interessieren.








