Adoptionen

Der etwas andere Weg zum Wunschkind

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Die Ernüchterung


Viele Paare, die überlegen, ein Kind zu adoptieren, gehen nach dem ersten Gespräch im Jugendamt frustriert nach Hause. Die Chancen auf eine Adoption seien denkbar schlecht, hören sie dort, erst recht, wenn man älter als 35 ist. Tatsächlich gibt es in Deutschland viel mehr Adoptionsbewerber als Kinder,die zur Adoption freigegeben werden. Rein rechnerisch kommen auf ein Kind zehn mögliche Adoptiveltern. Wartezeiten von drei bis fünf Jahren sind nicht selten.

Die Bewerbung

Für innerdeutsche Adoptionen sind in Deutschland die Vermittlungsstellen der Jugendämter, aber auch freie Träger wie der Caritasverband oder das Diakonische Werk zuständig. Überall müssen die zukünftigen Adoptiveltern ein aufwendiges Bewerbungsverfahren durchlaufen. Zunächst müssen sie einige formale Voraussetzungen erfüllen, z. B. seit mindestens zwei Jahren verheiratet sein, ein gesichertes Einkommen nachweisen und eine Wohnung, die groß genug ist für drei. Führungs- und Gesundheitszeugnisse müssen ebenso vorgelegt werden wie ausführliche Lebensberichte. Je nach Vermittlungsstelle stehen unterschiedlich viele Gespräche und Hausbesuche mit deren Mitarbeitern an.

Das Warten

Nachdem das Jugendamt die Bewerbung angenommen hat, beginnt das große Warten. In dieser Zeit bieten viele Vermittlungsstellen so genannte Eltern-Trainings an. Dort wird über die Besonderheiten der Adoptivfamilie gesprochen, über den Schmerz der abgebenden Mutter, über Probleme mit Jugendlichen, die auf der Suche nach ihrem biologischen Ursprung sind, über die Frage, wann der richtige Zeitpunkt ist, das Kind über seine Herkunft aufzuklären.

Der Anruf

Keine Vermittlungsstelle geht bei der Adoptionsvermittlung streng nach Warteliste vor. Wichtig ist den Behörden vor allem, die passenden Eltern für ein Kind zu finden, nicht das passende Kind für die Eltern. Wenn ein Paar für ein Kind besonders geeignet scheint (weil es zum Beispiel bereit ist, ein behindertes Baby oder ein älteres Kind aufzunehmen), kann es passieren, dass sich das Jugendamt schon nach wenigen Monaten meldet. Wenn es schlecht läuft (z. B. weil sich die Bewerber die Aufnahme eines bestimmten Kindes nicht zutrauen und es ablehnen), kann es aber auch mehrere Jahre dauern. Eines ist jedoch klar: Die Nachricht vom Jugendamt ist für alle Bewerber wie ein Schock. Alles geht plötzlich ganz schnell: Oft kann das Kind schon wenige Tage später mit nach Hause genommen werden.

Die Herkunftsfamilie

Inkognito-Adoptionen (bei denen die leiblichen Eltern anonym bleiben) gibt es bei uns kaum noch, Ausnahmen lediglich bei Kindern, die anonym zur Welt gebracht oder in eine Babyklappe gelegt wurden. Die meisten (nicht-familiären) Adoptionen in Deutschland sind „halboffen“. Das heißt, ein direkter Kontakt zwischen leiblichen und Adoptiveltern findet nicht statt, dafür aber ein indirekter über das Jugendamt. Die leibliche Mutter kann dort nachfragen, wie es ihrem Kind geht, und darf auch Fotos dort lassen bzw.Geschenke zum Geburtstag abgeben. Ab 16 Jahren dürfen die adoptierten Kinder beim Jugendamt ihre Abstammungsurkunde einsehen. Die Vermittlungsstelle ist dann dabei behilflich, die Eltern zu finden und einen Kontakt herzustellen. Dass die Herkunft des Kindes in der Adoptivfamilie nicht verleugnet wird, ist inzwischen ein sehr großes Anliegen der Vermittlungsstellen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sehr viele Adoptivkinder in eine tiefe Identitätskrise geraten, wenn sie erst als Jugendliche bzw. Erwachsene erfahren, dass die Eltern nicht die leiblichen sind.

Checkliste: Sind Sie bereit für ein Kind?

  • Haben Sie mit dem Wunsch nach einem leiblichen Kind wirklich abgeschlossen?
  • Sind Sie bereit, viel Zeit zu investieren und beruflich zurückzustecken?
  • Sind Sie bereit, sich vorbehaltlos auf die möglicherweise schwierige Vorgeschichte Ihres Adoptivkinds einzulassen?
  • Können Sie ertragen, dass Ihr Kind vielleicht eines Tages den Kontakt mit seinen leiblichen Eltern aufnehmen möchte?
  • Fühlen Sie und Ihr Partner sich auch ohne Kind miteinander wohl?
  • Wollen Sie beide die Adoption?
  • Sind Sie bereit, im Freundeskreis, in der Verwandtschaft, im Kindergarten offen mit Ihrem Familienverhältnis umzugehen?
  • Sind Sie bereit, Ihrem Kind schon im Alter von drei, vier Jahren offen und ehrlich auf mögliche Fragen nach seiner Herkunft zu antworten?

Wer kann weiterhelfen?

Inlandsadoption
Für die Beratung und Vermittlung sind in Deutschland die Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter zuständig, aber auch freie Träger wie der Caritasverband oder das Diakonische Werk. Paare können sich übrigens bei mehreren Jugendämter gleichzeitig bewerben.

Auslandsadoption
Bei Interesse an einer Auslandsadoption wendet man sich ebenfalls an die Jugendämter, aber auch an spezialisierte Vermittlungsstellen in freier Trägerschaft. Über seriöse Anbieter informiert die Bundeszentrale für Auslandsadoption, Adenauerallee 99–103, 53113 Bonn, Homepage der Bundeszentrale für Auslandsadoption

Beratung und andere Adoptiveltern
Eine gute Adresse ist auch der Bundesverband der Pflege- und Adoptiveltern in Frankfurt, Am Stockborn 5–7,60439 Frankfurt/Main, Tel. 0 69/9 79 86 70.
Unter www.pfad-bv.de findet man viele hilfreiche Informationen,weiterführende Links und Adressen. Der PFAD hat im ganzen Bundesgebiet Ortsgruppen. Durch sie kann man Kontakt knüpfen zu Paaren, die bereits Kinder adoptiert haben.

von Christiane Börger

und von Oliver Steinbach


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  • von MAMS am 15. April 2014, 21:12 Uhr

    Hallo,
    wir (m, 40 + w,36)haben bereits ein durch Gendefekt sterbenskrankes Kind und können wohl keine weiteren gesunden Kinder bekommen. Platz, Liebe und Mittel sind mehr als ausreichend vorhanden - gelten vielleicht für uns andere Vorraussetzungen?
    Für eine Antwort würden wir Ihnen sehr danken..


  • von Britta am 23. März 2013, 13:12 Uhr

    Hallo an nkwentia@ymail.com, wenn Sie in der Adoption von Kindern ein Baby interessiert sind

    Mein Mann und ich nahm von ihm


  • von abderrahman zarioh am 12. März 2012, 17:14 Uhr

    ja hallo das wera net wen sie mir antworten
    dankeschon.


  • von Steffi am 7. März 2012, 20:57 Uhr

    Hallo,
    wir haben einen leiblichen Sohn (wird im Mai 3). Leider können wir kein zweites leibliches Kind bekommen. Deshalb denken wir über eine Adoption nach. Hätten wir überhaupt eine Chance??? Danke.


  • von abderrahman zarioh am 19. Februar 2012, 18:00 Uhr

    ich möchte gerne ein kind adopteren.meine frau und ich haben kein kinder und wir lieben in deutschland
    und möchten gerne ein kind adopteren.vielen dank für ihre antwort.


    (5 Kommentare)

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