Kinderwunsch
 
Das ideale Alter zum Kinderkriegen?

Gibt es das überhaupt? Wir liefern Ihnen Fakten - und viele Infos

Wann ist der ideale Zeitpunkt fürs erste Kind?

Kinderwunsch: Das ideale Alter zum Kinderkriegen?

Gleich mal vorneweg: DAS ideale Alter zum Kinderkriegen gibt es nicht. Hier ist jedes Paar gefragt, den für sich richtigen Zeitpunkt zu finden. Die einen bekommen ihr erstes Kind früh - und kriegen vielleicht 15 Jahre später noch einen Nachzügler. Die anderen starten erstmal im Beruf voll durch und lassen sich Zeit für ausgedehnte Reisen und Hobbys. Und manch einer trifft den Traumprinzen erst mit 40 - und kriegt mit 43 das erste Kind. Immer öfter geht's in Diskussionen zwischen Müttern und Paaren, um den einzig wahren Zeitpunkt für das Projekt Baby. Dabei wird oft vergessen: Vieles ist nicht planbar. Und das ist auch wunderbar so!

Zahlen & Fakten

Der Blick auf die Statistik kann Kinderwunsch-Paare optimistisch stimmen:

  • Pro Monatszyklus liegt die Chance auf eine Schwangerschaft bei 25 Prozent
  • Im Durchschnitt dauert es 4 Monate, bis eine Frau schwanger wird.
  • Innerhalb des ersten Jahres werden 90 Prozent der Frauen schwanger.

Jetzt kommt das ABER: Bei Frauen mit unregelmäßigem Zyklus dauert's durchschnittlich etwas länger bis zum positiven Schwangerschaftstest. Und: Je älter die Frau, umso höher das Risiko, dass das Baby mit Down Syndrom auf die Welt kommt. Bei einer 25-Jährigen liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:1.500, bei einer 35-Jährigen bei 1:400. Fünf Jahre später - also mit 40 - schon bei 1:109. Und eine 45-Jährige ist mit einem Risiko von 1:32 konfrontiert.

Dabei darf aber nicht übersehen werden: Das Risiko steigt zwar - aber die allermeisten Kinder älterer Müttern kommen trotzdem kerngesund auf die Welt!

Das Alter beeinflusst die Fruchtbarkeit

Fragt man Mediziner nach dem richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen, ist die Antwort recht eindeutig: Je früher desto besser. Zumindest was die Fruchtbarkeit und das Risiko für genetische Defekte betrifft. Experten betiteln das dritte Lebensjahrzehnt, also die Zeit zwischen 20 und 30, als optimales Alter um Kinder zu bekommen.

Und auch mit 30+ steht die Fortpflanzungs-Ampel noch auf Grün: Anfang 30 sind die Chancen, schwanger zu werden nicht viel geringer als mit Ende 20 - und das Risiko, dass das Baby mit einem genetischen Defekt auf die Welt, ist noch kaum erhöht. Ab 35 lässt die Fruchtbarkeit schon deutlich nach, und die Gefahr für einen genetischen Defekt, wie zum Beispiel das Down Syndrom, ist deutlich höher.

Ganz egal, wie jung und dynamisch sich eine Frau über 35 fühlt und wie gesund sie lebt - für die Fruchtbarkeit entscheidend sind in allererster Linie die Eizellen. Und deren Qualität und Anzahl nimmt mit zunehmendem Alter ab. Bei der Geburt verfügt ein Mädchen über etwa eine Million Eizellen - 40 Jahre später sind davon nur noch wenige Tausend übrig, viele davon schon nicht mehr taufrisch, d.h. mit Schäden wie zum Beispiel einer Fehlverteilung der Chromosomen. Mit 35 muss man damit rechnen, dass pro Jahr etwa drei bis fünf "taube" Zyklen (d.h. Zyklen ohne Eisprung) vorkommen, mit 40 sind es dann schon etwa sieben. Mit etwa 50 erlischt die weibliche Fruchtbarkeit ganz. So weit die Fertilitäts-Statistik, die Durchschnittswerte aufführt. Doch keine Panik: Viele Frauen werden auch jenseits der 35 und sogar noch mit 40 problemlos schwanger.

Deutsche Frauen lassen sich tendenziell immer mehr Zeit mit der Familienplanung: Im Durchschnitt sind Frauen in Deutschland heute 29 Jahre alt, wenn sie mit ihrem ersten Kind schwanger sind.

Männliche Fruchtbarkeit - ebenfalls mit Verfallsdatum

Männer können bis ins hohe Alter befruchtungsfähige Spermien bilden. Aber auch sie sollten nicht bis ultimo warten um ein Kind zu zeugen. Ab 35 wird die Spermienqualität langsam schlechter. Studien haben gezeigt, dass bei Kindern von Vätern über 45 deutlich mehr Fehlbildungen, schwere Erkankungen und psychische Krankheite auftreten. Es wird vermutet, dass die Ursache für die höheren Risiken in der schadhaften DNA liegt.

Und was ist mit dem zweiten Kind?

Vor dem ersten Kind schon an das Geschwisterchen denken? Keine Frage, das klingt nach ein bisschen arg viel Lebensplanung auf einmal! Nichtsdestotrotz sollten Paare, die noch zögern und auf den richtigen Zeitpunkt warten, bedenken: Mit 35 werden die meisten Frauen noch problemlos schwanger. Wünschen sie sich allerdings ein zweites Kind, sind sie dann oft schon 38 oder 39 - ein Alter, in dem die Chance auf eine Schwangerschaft schon deutlich sinkt.

Medizinische Möglichkeiten

Social Freezing
Mittlerweile gibt es eine Möglichkeit, das Ticken der biologischen Uhr zu verlangsamen: Frauen können sich in jungen Jahre Eizellen entnehmen und einfrieren lassen, um sie dann Jahre später aufzutauen und sich künstlich befruchten zu lassen.
Mehr über das sogenannte "Social Freezing" lesen Sie hier!

Fruchtbarkeits-Check
Die Entwicklung der Fruchtbarkeit ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Frauen, die wissen möchten, ob sie sich mit der Familienplanung noch ein bisschen Zeit lassen dürfen, können mit Hilfe eines Test schätzen lassen, wie viele Eizellen in den Eierstöcken noch zur Verfügung stehen. Bei dem Test wird die Konzentration des FSH und des Anti-Müller-Hormons (AMH) bestimmt, per Ultraschall werden Gebärmutter und die Eierstöcke untersucht.
Hier finden Sie weitere Infos über den Fruchtbarkeits-Check!