KOMPAKT-THEMA:

Späte Schwangerschaft
Was heißt hier Risikoschwangerschaft?

Spätgebärende, Last-Minute-Mutter - lauter Ausdrücke von gestern. Immer mehr Frauen erfüllen sich erst ab dem 35. Lebensjahr ihren Kinderwunsch. Allerdings ist für sie die Vorsorge besonders wichtig. Warum das so ist, erfahren Sie hier. Und wir stellen Ihnen Promis vor, die auch erst spät Mutterfreuden erfuhren.

Heute keine Seltenheit mehr: Mutter mit 40

Späte Schwangerschaft: Was heißt hier Risikoschwangerschaft?

Der Wandel ging rasend schnell: Noch in der vorherigen Generation mussten sich Frauen ab Mitte 20 fragen lassen, wann es denn nun endlich etwas wird mit dem Baby. Heute beginnt für viele Frauen die beste Zeit zum Kinderkriegen mit etwa 30 Jahren - und sie hört mit 40 noch nicht auf: Im Jahre 2012 waren allein unter den verheirateten Erstgebärenden über 10.000 Frauen 40 Jahre oder sogar noch älter. Betrachtet man nur die verheirateten Frauen, so sind diese bei der Geburt ihres ersten Kindes im Schnitt 30,4 Jahre alt.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Feste Partnerschaften und Ehen werden später geschlossen. Außerdem ist es vielen Frauen heute wichtig, nach der Ausbildung berufliche Erfahrungen zu sammeln. Die steigende Scheidungsrate führt ebenso zu späteren Geburten: Viele Männer und Frauen, die nach der ersten Ehe eine weitere Verbindung eingehen, haben den Wunsch, mit dem neuen Partner ein Kind zu bekommen. Ein weiterer Grund für eine späte Schwangerschaft: Neue Behandlungsmethoden ermöglichen es Paaren mit Kinderwunsch, nach vielen Jahren doch noch ein Kind zu bekommen.

Der Trend zu immer späteren Schwangerschaften findet sich übrigens genauso in der glitzernden Welt der Promis. Ein paar dieser prominenten späten Mütter zeigen wir Ihnen in unserer Bildershow:

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Die fruchtbarsten Jahre der Frau

Der weibliche Embryo besitzt zwei Millionen Eizellen

Mit zunehmendem Alter sinkt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Die Eierstöcke unterliegen einem Alterungsprozess und auch die Eireifung funktioniert mit 35 nicht mehr so reibungslos wie mit 25. Häufiger kommt es zu Zyklen ohne Eisprung. Außerdem sind weniger Eizellen vorhanden: Der weibliche Embryo besitzt zwei Millionen Eizellen. Bei Einsetzen der ersten Periode sind noch 400.000, mit 35 Jahren nur noch 35.000 Eizellen vorhanden. Auch nistet sich die befruchtete Eizelle seltener in der Gebärmutterschleimhaut ein oder entwickelt sich nicht mehr weiter. Störungen der Chromosomen treten häufiger auf, die zu Fehlgeburten führen, noch bevor die Schwangerschaft bemerkt wurde.

Am schnellsten kann eine Frau mit 24 Jahren schwanger werden. Mit Mitte 30 liegt die Chance, schwanger zu werden, pro Zyklus etwa bei zehn Prozent. Natürlich gibt es starke individuelle Unterschiede. Die tatsächliche Fruchtbarkeit einer Frau hängt auch von ihrem gesundheitlichen Zustand ab, psychische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.

Vorfreude erlaubt - in jedem Alter

Im Mutterpass gelten bereits 35-Jährige als "Risikoschwangere". Dieser Begriff wird heute jedoch von manchen Ärzten als überholt eingeschätzt. Studien haben immer wieder gezeigt, dass bei guter Betreuung nicht von einer höheren Gefahr für Mutter und Baby die Rede sein kann. Hier einige Ergebnisse:

  • Übelkeit, Rückenschmerzen und andere Beschwerden kommen bei Frauen ab 35 nicht häufiger vor.
  • Das Risiko einer Gestose steigt ab 35 Jahren an. Etwa jede siebte werdende Mutter in den späten Dreißigern muss wegen Gestose behandelt werden, aber nur jede zehnte zwischen 20 und 30.
  • Ebenfalls etwas häufiger als die Jüngeren sind schwangere Frauen ab 35 von Schwangerschaftsdiabetes betroffen.
  • Aber: Weil reifere werdende Mütter die Vorsorge-Untersuchungen besonders gewissenhaft wahrnehmen, werden die erhöhten Risiken zumeist schnell erkannt.