Top-Thema: Späte Schwangerschaft

Späte Schwangerschaft

Was heißt hier Risikoschwangerschaft?

Weiterleiten Drucken
Späte Schwangerschaft: Was heißt hier Risikoschwangerschaft?

Heute keine Seltenheit mehr: Mutter mit 40

Der Wandel ging rasend schnell: Noch in der vorherigen Generation mussten sich Frauen ab Mitte 20 fragen lassen, wann es denn nun endlich etwas wird mit dem Baby. Heute beginnt für viele Frauen die beste Zeit zum Kinderkriegen mit etwa 30 Jahren - und sie hört mit 40 noch nicht auf: Im Jahre 2006 waren allein unter den verheirateten Erstgebärenden fast 20.000 40 Jahre oder sogar noch älter. Betrachtet man nur die verheirateten Frauen, so sind diese bei der Geburt ihres ersten Kindes im Schnitt 29,8 Jahre alt.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Feste Partnerschaften und Ehen werden später geschlossen. Außerdem ist es vielen Frauen heute wichtig, nach der Ausbildung berufliche Erfahrungen zu sammeln. Die steigende Scheidungsrate führt ebenso zu späteren Geburten: Viele Männer und Frauen, die nach der ersten Ehe eine weitere Verbindung eingehen, haben den Wunsch, mit dem neuen Partner ein Kind zu bekommen. Ein weiterer Grund für eine späte Schwangerschaft: Neue Behandlungsmethoden ermöglichen es Paaren mit Kinderwunsch, nach vielen Jahren doch noch ein Kind zu bekommen.

Die fruchtbarsten Jahre der Frau

Mit zunehmendem Alter sinkt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Die Eierstöcke unterliegen einem Alterungsprozess und auch die Eireifung funktioniert mit 35 nicht mehr so reibungslos wie mit 25. Häufiger kommt es zu Zyklen ohne Eisprung. Außerdem sind weniger Eizellen vorhanden: Der weibliche Embryo besitzt zwei Millionen Eizellen. Bei Einsetzen der ersten Periode sind noch 400.000, mit 35 Jahren nur noch 35.000 Eizellen vorhanden. Auch nistet sich die befruchtete Eizelle seltener in der Gebärmutterschleimhaut ein oder entwickelt sich nicht mehr weiter. Störungen der Chromosomen treten häufiger auf, die zu Fehlgeburten führen, noch bevor die Schwangerschaft bemerkt wurde.

Der weibliche Embryo besitzt zwei Millionen Eizellen

Am schnellsten kann eine Frau mit 24 Jahren schwanger werden. Mit Mitte 30 liegt die Chance, schwanger zu werden, pro Zyklus etwa bei zehn Prozent. Natürlich gibt es starke individuelle Unterschiede. Die tatsächliche Fruchtbarkeit einer Frau hängt auch von ihrem gesundheitlichen Zustand ab, psychische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.

Vorfreude erlaubt - in jedem Alter

Im Mutterpass gelten bereits 35-Jährige als "Risikoschwangere". Dieser Begriff wird heute jedoch von manchen Ärzten als überholt eingeschätzt. Studien haben immer wieder gezeigt, dass bei guter Betreuung nicht von einer höheren Gefahr für Mutter und Baby die Rede sein kann. Hier einige Ergebnisse:

  • Übelkeit, Rückenschmerzen und andere Beschwerden kommen bei Frauen ab 35 nicht häufiger vor.
  • Das Risiko einer Gestose steigt ab 35 Jahren an. Etwa jede siebte werdende Mutter in den späten Dreißigern muss wegen Gestose behandelt werden, aber nur jede zehnte zwischen 20 und 30.
  • Ebenfalls etwas häufiger als die Jüngeren sind schwangere Frauen ab 35 von Schwangerschaftsdiabetes betroffen.
  • Aber: Weil reifere werdende Mütter die Vorsorge-Untersuchungen besonders gewissenhaft wahrnehmen, werden die erhöhten Risiken zumeist schnell erkannt.
Weiterleiten Drucken

 
 
Kommentare zu diesem Artikel
> Kommentar schreiben
  • von Sandra am 14. April 2012, 11:25 Uhr

    Meine Mutter war 17, als sie mich bekommen hat. Welches Leid ich als Kind deshalb mitmachen musste, kann ich hier nicht beschreiben. Liebe wurde mir nicht entgegen gebracht, ich war ja immer "das Problem". Ich hätte viel lieber eine ältere Mutter gehabt, wäre aber lieber ein Wunschkind und willkommen gewesen. Mit meiner Mutter verstehe ich mich heute überhaupt nicht, obwohl sie ja so jung ist. Jeder hat mich um meine jungen Eltern beneidet - ich konnte das nie verstehen. Das Alter ist vollkommen egal, die Einstellung der Eltern zu einem Kind ist wichtig. Eltern sollten ihr Kind lieben und Liebe geben. Meine jungen Eltern konnten das nicht.


  • von Evelyn am 10. April 2012, 14:45 Uhr

    Meiner Meinung nach ist es egal, wie alt die Eltern sind. Mein Vater war jung, 23, als ich geboren wurde. Er starb 3 Jahre später. Niemand weiß, wie lange er leben wird, Hauptsache ist doch, das Kind wird geliebt! Niemand sollte sich von der "Gesellschaft" oder fremden Leuten vorschreiben lassen, ob und wann er seine Liebe an die nächste Generation weitergibt!


  • von Anna am 13. Februar 2012, 14:29 Uhr

    Mit 33 Jahren 2. Kind -ist das eine gute Idee? Ich bin zwar gesund, habe einen Sohn aus 1. Ehe (er ist 12 Jahre alt) und mochte gerne mit meinem Partner noch ein gemeinsames Kind haben... Ich habe aber Angst, dass ich "zu alt" bin fur Schwangerschaft ohne Probleme bin... Was mache ich, wenn das Kind behindert zur Welt kommt? ...


  • von Stephanie am 1. Februar 2012, 17:40 Uhr

    ich werde dieses Jahr 30 und habe noch keine Kinder. Bin mit meinem Verlobten auch erst 2 Jahre zusammen und leider muss das Kinder kriegen auch noch etwas auf sich warten aus finanziellen Gründen. Ich finde es ist egal ob frühe oder späte Schwangerschaft, hauptsache man ist dann in der Lage dem Kind eine gute Mutter zu sein.


  • von Elli am 31. Januar 2012, 21:30 Uhr

    Es ist jedes Kind willkommen und nicht nur eins, dessen Mutter unter 30 ist. Die Natur hat es auch so eingerichtet, dass man bis zu einem bestimmten Alter Kinder bekommen kann, also ist nichts daran auszusetzen. Kinder lieben ihre Eltern nicht aufgrund ihres jungen Alters, da zählen andere Qualitäten. Und da man nicht vorhersehen kann, in welchem Alter man sterben wird, ist das höhere Alter auch kein Argument gegen eine späte Schwangerschaft! Also, junge und späte Mädels, lasst euch nicht gegeneinander ausspielen! Jedes Mütter-Alter hat Vor-und Nachteile.


(36 Kommentare)

Kommentar schreiben

Name
E-Mail

Kommentar (max. 1000 Zeichen)

Bild hochladen (optional)


* Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein. Diese wird später nicht auf unserer Seite zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink. Einfach anklicken und schon ist ihr Beitrag online.

ELTERN Heft & Abo
Jetzt online ins aktuelle ELTERN-Heft reinblättern.
Abo, Probeabo, Geschenkabo oder Empfehlung: immer mit Prämie!