Männer: Große Hemmungen vor dem Arztbesuch
In etwa 40 Prozent der Fälle liegt die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch bei der Frau, in rund 40 Prozent der Fälle ist sie jedoch beim Mann zu finden (bei den restlichen 20 Prozent lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen). Doch während für viele Frauen der halbjährliche Kontrollgang zum Gynäkologen ebenso selbstverständlich ist wie eine gründliche Untersuchung, wenn es mit dem Baby nicht klappen will, tun sich Männer oft bereits mit dem Gedanken an den Urologen schwer.
Um für solche potenzielle Väter die Hemmschwelle zu senken und ihnen zumindest die sterile Ärztetoilette zu ersparen, haben Wissenschaftler mittlerweile Selbsttests entwickelt. Mit ihrer Hilfe sollen Männer zuhause im stillen Kämmerchen überprüfen können, wie es um ihre Fruchtbarkeit steht. Für Frauen gibt es übrigens schon länger ähnliche Tests, die allerdings auch meist wieder von einem Arzt durchgeführt werden.
Der Test: Ist die Spermienkonzentration hoch genug?
Von verschiedenen Herstellern wird mittlerweile auch in Deutschland dieser Test angeboten: Er soll Männern ermöglichen, diskret in den heimischen vier Wänden die Spermienkonzentration ihrer Samen zu bestimmen. Die gilt als ein Indiz für die Zeugungsfähigkeit des Mannes: Der WHO-Richtwert liegt bei 20 Millionen Spermien pro Milliliter - viele Männer mit Fruchtbarkeitsstörungen haben eine Spermienkonzentration unterhalb dieser Zahl. Das Ejakulat eines Durchschnittsmannes enthält übrigens zwischen 80 und 120 Millionen Samenzellen pro Milliliter.
Um die Konzentration zu bestimmen, wird bei "medtest" das Ejakulat mit einer Flüssigkeit eingefärbt. Bei einer bestimmten Anzahl an Spermien schlägt die Farbe um. Ist sie Dunkelblau, liegt die Spermienanzahl hoch und erreicht die "magische Grenze" von 20 Millionen Spermien pro Milliliter.
Alternative Variante: Wie aktiv sind die Spermien?
Neben der Konzentration spielt auch die Aktivität der Spermien für die männliche Zeugungsfähigkeit eine Rolle. Die wiederum kann beispielsweise mit einem anderen Testverfahren gemessen werden, das britische Wissenschaftler der University of Birmingham bereits vor einigen Jahren für den Hausgebrauch entwickelt haben.
Beim so genannten "Fertell"-Test finden die Samen im Testgerät ähnliche Bedingungen vor wie bei der Befruchtung. Nach etwa einer halben Stunde signalisiert eine Rotfärbung, ob die Samenzellen beweglich genug sind, um erfolgreich in eine Eizelle einzudringen. Der Erfinder, Christopher Barratt, dessen Test 2001 als Weltpremiere gefeiert wurde, erzielte im Labor gute Erfolge. Seine Trefferwahrscheinlichkeit lag bei 95 Prozent.
Auf der folgenden Seite erfahren Sie, wie Experten diese Selbsttests beurteilen. Und wir möchten von Ihnen wissen: Könnten Sie sich vorstellen, einen solchen Fruchtbarkeitstest zu machen?




Sehr schade ist, dass der Artikel die unbegründete Angst vieler Männer vor dem Spermiogramm beim Urologen noch bestärkt. "Sterile Ärztetoilette" - das beschreibt ja nun wirklich nicht die Realität, eher die negativen Phantasien vieler Männer.
Die vorgestellten Tests sind kein bisschen aussagekräftig und werden die Probleme nur verstärken: Welchen Mann wird man noch zum Urologen bekommen, wenn der Selbsttest gut ausfällt? Die Folge ist viel verschwendete Zeit und unnötige Untersuchungen der Frau.
Wie bin ich froh, dass mein Mann keine Hemmungen hatte, sich untersuchen zu lassen. Das hat uns viel Leid erspart. Die Selbsttests hätten bei uns ein falsch gutes Ergebnis ergeben.
was brauch ich für ein medtest durchzuführen
was brauch ich für ein medtest durchzuführen
(3 Kommentare)