KOMPAKT-THEMA:

Mönchspfeffer
Eine Pflanze hilft beim Kinderwunsch

Frauen, die unter einem unregelmäßigen Zyklus leiden, kann bei Kinderwunsch der Mönchspfeffer helfen. Auch bei prämenstruellen Schmerzen wird das Naturheilmittel häufig verschrieben. Hier lesen Sie mehr zum Thema Mönchspfeffer.

Was ist Mönchspfeffer?

Mönchspfeffer: Eine Pflanze hilft beim Kinderwunsch

Ein Pfeffer für Mönche soll Frauen mit Kinderwunsch helfen? Ja, obwohl der Nutzen der Pflanze im Altertum und im Mittelalter vor allem in der lustdämpfenden Wirkung lag: Nonnen und Mönche aßen die scharf schmeckenden Früchte des Mönchspfeffers, um keusch zu bleiben. "Vitex agnus-castus" lautet der lateinische Name des Mönchspfeffers, übersetzt bedeutet das so viel wie keusches Lamm. Der Mönchspfeffer ist in den Mittelmeerländern und in Asien heimisch und wächst vor allem an feuchten Plätzen. Die mehrere Meter hohen Sträucher tragen duftende Blüten, in deren Kelchen Früchte wachsen. Die getrockneten Früchte des Mönchspfeffers werden als Arzneimitteln verwendet.

Wobei hilft Mönchspfeffer?

Der Mönchspfeffer kann Frauen mit Zyklusbeschwerden helfen. So werden Mönchspfeffer-Präparate gerne bei prämenstruellen Schmerzen verschrieben. Auch Frauen mit Wechseljahresbeschwerden können sich vom Mönchspfeffer Linderung erhoffen. Denn die Früchte der Pflanzen helfen dem Körper dabei, den Hormonhaushalt zu regulieren. Frauen, die unter dem prämenstruellen Syndrom leiden, haben häufig erhöhte Prolaktin-Werte. Dieses Hormon wird normalerweise vermehrt während der Schwangerschaft und vor allem während der Stillzeit ausgeschüttet. Es regt die Milchbildung an und sorgt während der Schwangerschaft dafür, dass die Brustdrüsen wachsen. Für Frauen, die nicht schwanger sind und nicht stillen, kann ein erhöhter Prolaktinwert jedoch zu Problemen führen: Denn Prolaktin kann zum Ausbleiben des Eisprungs führen. Auch für ein Spannungsgefühl in der Brust oder Niedergeschlagenheit können erhöhte Prolaktinwerte verantwortlich sein. Der Mönchspfeffer kann hier helfen, denn er ist bekannt dafür, die Prolaktinproduktion im Körper zu drosseln.

Mönchspfeffer bei Gelbkörpermangel

Das Gelbkörperhormon oder Progesteron wird in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung gebildet und bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor. Auch nach der Einnistung wird weiter Progesteron gebildet, dann vor allem von der Plazenta. Das Gelbkörperhormon hat für Frauen, die sich ein Kind wünschen, also eine besondere Bedeutung. Denn wenn der Körper zu wenig Gelbkörper entwickelt, kann sich das Ei nicht in der Gebärmutter einnisten. Mönchspfeffer fördert die Bildung von Gelbkörperhormonen und kann daher bei einem Gelbkörpermangel unterstützend eingesetzt werden.

Mönchspfeffer aus der Apotheke? Vorher zum Arzt!

Mönchspfeffer-Präparate erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Aber: Suchen Sie vor der Einnahme auf jeden Fall Ihren Arzt auf. Er kann feststellen, ob Sie zu hohe Prolaktinwerte haben oder andere Probleme, die mit dem Mönchspfeffer behandelt werden können. Bei hormonabhängigen Krankheiten wie z.B. Endometriose sollte Mönchspfeffer nicht eingenommen werden. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind möglich.

Von:Eva Becker