Fruchtbarkeit
Gefahr aus der Plastikflasche?

Mineralwasser, Softdrinks, Bier. Die meisten Getränke gibt es nur noch in Plastikflaschen. Leichter zu tragen. Das schon. Aber immer wieder gibt es Berichte über Gefahren der Leichtgewichte. Sie sollen schädliche hormonaktive Substanzen enthalten, die unfruchtbar machen können.

Die Fruchtbarkeit der deutschen Männer nimmt ab

Fruchtbarkeit: Gefahr aus der Plastikflasche?

Hormonaktive Substanzen ("endocrine disrupters") ähneln den natürlichen Hormonen und stehen im Verdacht, den menschlichen Hormonhaushalt zu beeinflussen und insbesondere Männer unfruchtbar zu machen.

Wissenschaftler von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf haben die Fruchtbarkeit von Sperma untersucht und kommen zu dem Ergebnis: die Fruchtbarkeit der deutschen Männer nimmt ab und nähert sich einem Bereich, der von der Weltgesundheits-Organisation (WHO) als "kritisch" eingestuft wird.

Immer wieder im Brennpunkt: Phthalate.

In Versuchen bilden Tiere weniger Spermien

Sie werden in der Industrie in großen Mengen als Weichmacher für Kunststoffe verwendet.

Tierversuche haben gezeigt, dass durch Phthalate die Testosteronproduktion herabgesetzt wird. Die Hoden der Tiere verkleinern sich und bilden weniger Spermien.

Prof. Jürgen Angerer und sein Team von der Uni Erlangen konnten nachweisen, dass bei zehn Prozent der untersuchten Männer die Phthalat-Mengen über der tolerierbaren Konzentration liegen. Und das, obwohl die Testpersonen den Weichmachern nicht beruflich ausgesetzt waren - die Studienteilnehmer waren ganz normale Konsumenten.

Übrigens sind auch Kinder betroffen, weil sie alles in den Mund nehmen. In einer Studie hat die toxikologische Leiterin des Umweltbundesamtes in Berlin (UBA), Dr. Marike Kolossa-Gehring, im Urin von Kleinkindern Stoffwechselprodukte von Phthalaten gefunden. Ihre Schlussfolgerung: Kinder nehmen mehr Phthalate auf als empfohlen. Deshalb ihr Rat: Beim Kauf von Plastikspielzeug auf den Hinweis "frei von Weichmachern/Phthalaten" achten.