Künstliche Befruchtung

Die wichtigsten Fragen zur IVF

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Wie funktioniert die künstliche Befruchtung genau?


Genau genommen ist das, was sich künstliche Befruchtung nennt, nicht wirklich künstlich. Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) läuft ab wie die natürliche Befruchtung - nur eben im Reagenzglas. Samen und Eizelle verschmelzen dort aber genauso wie im Eileiter. Eine IVF läuft in folgenden Schritten ab:

  • Die Untersuchung der Spermien: Die Spermien des Mannes werden auf Anzahl, Beweglichkeit, Form und mögliche Infektionen geprüft. Im so genannten Spermiogramm kann man erkennen, ob und in welchem Ausmaß er zeugungsfähig ist.
  • Die hormonelle Stimulation: Zunächst blockiert ein Medikament die natürliche Aktivität der Eierstöcke. Anschließend lässt eine tägliche Hormonabgabe eine größere Anzahl von Eizellen parallel heranreifen. Nach etwa zwei Wochen werden diese, ebenfalls hormonell, auf den Eisprung vorbereitet und so fruchtbar gemacht.
  • Die Eizellen-Punktion: Der Arzt entnimmt der Frau fünf bis 15 Eizellen, die in eine Nährflüssigkeit gelegt werden.
  • Die Befruchtung: Spermien des Mannes werden gezielt aufbereitet und in einem Reagenzglas mit den Eizellen zusammen gebracht. Bis zu drei gesunde "Vorkerne", also befruchtete Eizellen, die sich noch nicht geteilt haben, dürfen weiterreifen.
  • Der Embryonen-Transfer: Nach zwei bis drei Tagen sind aus den Vorkernen achtzellige Embryonen entstanden. Sie werden über einen Schlauch in die Gebärmutter eingesetzt - etwa 48 Stunden nach der Punktion.

Wie lange sollen wir warten, bis wir zum Arzt gehen?

Das hängt vom Alter des Paares ab. Wenn junge Frauen (unter 35) nach zwei Jahren verhütungsfreier Zeit noch nicht schwanger sind, ist das höchst ungewöhnlich - bei einer Vierzigjährigen eher normal. Doch da sie nicht mehr viel Zeit hat, rät Professor Wolfgang Würfel vom Kinderwunsch-Zentrum München grundsätzlich, nach etwa einem Jahr Sex ohne Verhütung ein Spermiogramm machen zu lassen, um zunächst einmal Fruchtbarkeitsprobleme beim Mann auszuschließen. Zur Voruntersuchung muss man noch nicht in die Kinderwunschklinik.

Kann man die Samenprobe von zu Hause mitbringen?

Wenn Sie es schaffen, das Sperma innerhalb von 30 Minuten in einem ausgekochten, kleinen, verschließbaren Glas- oder Plastikbehälter in die Klinik zu bringen, ja. Die Samenprobe sollte nah am Körper transportiert werden, um sie auf Körpertemperatur zu halten - so bleiben die Spermien beweglich.

Ist die Behandlung für die Frau sehr unangenehm?

Lange musste die Frau täglich zum Arzt, um sich ab dem sechsten Zyklustag Hormone spritzen zu lassen. Mittlerweile gibt es auch Einmalspritzen mit der vordosierten Wirkstoffmenge, die die Frau sich selbst verabreichen kann. Die Hormone bringen die Eierstöcke dazu, mehr als eine befruchtungsfähige Eizelle zu produzieren. Rund ein Drittel der Frauen fühlt sich in der Stimulationsphase aufgeschwemmt. Viele schwitzen schneller und stärker. Aber nur ganz selten muss die Hormonstimulation abgebrochen werden, weil die Frau sie nicht verträgt.

Für die Ei-Entnahme empfehlen viele Ärzte ein Schlafmittel, eine lokale Betäubung oder eine Vollnarkose (circa zehn bis 15 Minuten), weil die Prozedur dann komplikationsärmer verläuft.

Wie groß sind die Erfolgsaussichten einer künstlichen Befruchtung?

Ei- und Samenzelle werden zum optimalen Zeitpunkt zueinander gebracht

Ziemlich hoch, sofern man sie mit denen von normalem Geschlechtsverkehr vergleicht. Beim ungeschützten Sex beträgt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, 15 bis 20 Prozent pro Zyklus. Eine künstliche Befruchtung hebt die Wahrscheinlichkeit um zehn Prozentpunkte. Grund dafür ist das exakte Timing: Ei- und Samenzelle werden zum optimalen Zeitpunkt zueinander gebracht. Allerdings spielt das Alter der Mutter eine große Rolle: Während eine 30-Jährige noch eine 34-prozentige Chance auf Erfolg bei der künstlichen Befruchtung hat, beträgt sie bei einer 45-Jährigen nur noch zwölf Prozent.

Insgesamt wurden übrigens allein in Deutschland zwischen den Jahren 1997 und 2006 in Deutschland rund 100.000 Babys geboren, deren Eltern sich für eine künstliche Befruchtung entschieden hatten. Weltweit wurden mittlerweile vier Millionen Kinder per IVF gezeugt.

Wie das British Medical Journal berichtet, scheint Akupunktur einen positiven Einfluss auf die IVF-Behandlung zu haben. Bei der Analyse verschiedener Studien errechneten Wissenschaftler eine um 65 Prozent erhöhte Schwangerschafsrate bei IVF-Patientinnen, die sich kurz vor dem Einsetzen der befruchteten Eizellen in die Gebärmutter sowie kurz danach einer Akunpunktur-Behandlung unterzogen hatten. Der genaue Zusammenhang ist noch nicht geklärt. Die Forscher vermuten entweder eine Ausschüttung von Neurotransmittern, die sich auf den Zyklus und die Fruchtbarkeit der Frau auswirkt, eine Beeinflussung des Uterus oder eine erhöhte Produktion körpereigener Opioide, die die körperliche Stressreaktion auf die IVF reduziert.

Warum gibt es nach einer IVF überdurchschnittlich oft Mehrlinge?

Um die Erfolgsrage bei der In-Vitro-Fertilisation zu erhöhen, dürfen bis zu drei Embryos in die Gebärmutter zurückgegeben werden - und die können sich alle natürlich weiterentwickeln. Bei Frauen unter 38 Jahren übertragen die Mediziner in der Regel heute maximal zwei Eizellen. So kommt etwa jedes zweite Zwillingspärchen in Deutschland als Folge einer Sterilitätsbehandlung auf die Welt. Diese Zwillinge sind logischer Weise zweieiig.

Ist bei einer IVF das Risiko von Behinderungen größer?

Hinter dieser Frage steckt eine konkrete Angst: Bei der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) hat die Eizelle keine Chance, sich das geeignete Spermium auszusuchen. Das heißt: Auch Samenfäden, die es auf natürlichem Wege nie in die Eizelle schaffen würden, kommen hier zum Zug. Bisher konnte dennoch nur ein leicht erhöhtes Risiko nachgewiesen werden. Daran ist aber selten die Art der Befruchtung schuld, sondern eher die Fruchtbarkeitsstörung der Eltern. Die kann nämlich bei der Kinderwunsch-Behandlung weitervererbt werden.

Was passiert, wenn der Mann zeugungsunfähig ist?

Die Insemination, also die Einbringung des aufbereiteten Ejakulats direkt in die Gebärmutter, mit Spendersamen (heterologe Insemination) ist in Deutschland erlaubt - im Gegensatz zu einer Eizellen-Spende. Die Samenspende wird streng auf Qualität, Menge und Gefriertauglichkeit geprüft. Kandidaten mit erblichen Vorbelastungen - etwa häufigen Herzinfarkten oder Krebsfällen in der Familie - werden abgelehnt. In der Regel erfüllen nur zehn Prozent der Bewerber alle Voraussetzungen.

Was ist eine Polkörper-Biopsie?

Ein Verfahren, bei dem vor dem Einsetzen der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter ein Teil der mütterlichen Chromosomen auf mögliche Genfehler untersucht wird. Geprüft werden aber nicht alle, sondern nur fünf bis sechs Chromosomen, die beispielsweise für die Trisomie 21 (Down-Syndrom) und andere Chromosomenfehlverteilungen verantwortlich gemacht werden.

Nur das Erbmaterial der Frau liegt unter dem Mikroskop

Die Polkörper-Biopsie ist in Deutschland erlaubt, weil der Eingriff in die Eizellenhülle mithilfe eines Lasers zwar nach dem Eindringen des Spermiums, jedoch vor der Verschmelzung der beiden Zellkerne stattfindet. Teilt sich die Eizelle vor der Verschmelzung zum ersten Mal, gelangt ein Chromosomensatz in den so genannten Polkörper. Der wird für die Schwangerschaft nicht mehr benötigt, enthält im Idealfall aber eine perfekte Kopie des Chromosomensatzes, der in der Eizelle verbleibt.

Nachteil des Verfahrens: Es können nur fünf bis sechs Chromosomen untersucht werden - der Mensch hat aber 23! Und: Nur das Erbmaterial der Frau liegt unter dem Mikroskop, männliche Gendefekte bleiben außer Acht. Auch Zellteilungsfehler, die oft erst nach der Verschmelzung der Kerne entstehen, bleiben unberücksichtigt. Hinzu kommt, dass je nach Anzahl der untersuchten Eizellen Kosten zwischen 800 und 3.000 Euro in Kauf genommen werden müssen.

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  • von Frau Arteen am 29. März 2013, 19:03 Uhr

    Sehr geehrte Dr,s sehr geehrte Damen und Herren, guten Tag.
    Bitte senden Sie mir den Fragebogen wegen IVF Operation!

    Mit freundlichen Grüßen

    S. Arteen


  • von isis am 18. Oktober 2011, 16:41 Uhr

    liebe elisa !
    zuerst mal gilt die frage noch oder wurde sie dir schon beantwortet? und wenn nein: wie kommst du daruf das du eine künstlich befruchtung vornehmen lássen musst?? lg


  • von elisa am 6. September 2011, 09:27 Uhr

    hallo leute..mhm wir versuchen es seit fast 2 jahre..ich werde wahnsinnig aber eben die hOFFNUNG DARF MAN NICHT AUFGEBEN...tut wir haben uns entschieden eine künst.befruchtung zu machen..FRAGE:ist es schmerzhaft???gruss


  • von Katharina am 18. November 2008, 10:07 Uhr

    Der Artikel strotzt vor Fehlern und ist anscheinend schlecht recherchiert. Ärgerlich!


  • von cascabel am 30. Juli 2008, 21:19 Uhr

    hallo klaudi64,
    das mit dn kosten von denen ich erzähl habe, waren auch "komplettkosten",m also ohne teile von kk und eigener zahlung ;)
    die kosten gehen im normalfall 50/50.

    und warum müssen frauen über 40 alles selbst zahlen? das ist ja wohl mehr als ungerecht... wieviele frauen über 40 bekommen das erste kind...

    ich drück euch die daumen, das euch geholfen werden kann.

    lg cascabel


(10 Kommentare)

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