Top-Thema: Späte Schwangerschaft

Reproduktionsmedizin

Wenn dem Elternglück nachgeholfen werden muss

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Reproduktionsmedizin: Wenn dem Elternglück nachgeholfen werden muss

Entscheidung für die Reproduktionsmedizin erst nach intensiven Untersuchungen

Entscheidet sich ein Paar, die Hilfe moderner Reproduktionsmedizin in Anspruch zu nehmen, haben sie sich im Vorfeld sicher intensiven Untersuchungen unterzogen, um mögliche Ursachen für die ungewollte Kinderlosigkeit herauszufinden. Als nächstes steht ein ausführliches Beratungsgespräch an - mit vielen Fragen: Wie lange wünschen Sie sich schon vergeblich ein Kind? Wünschen Sie es sich beide? Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein? Wie regelmäßig ist die Monatsblutung? Erst danach kann der Arzt einen individuellen Behandlungsplan erstellen.

Eileiter verschlossen: mit Reproduktionsmedizin bessere Chancen?

Sind die Eileiter verschlossen, kann der Arzt sie eventuell in einer mikrochirurgischen Operation per Bauchspiegelung öffnen. Ob das möglich ist, hängt vom Zustand der Eileiter und vom Alter der Patientin ab: Einer über 37-jährigen Frau wird kaum ein Arzt zu einer Operation raten. Denn weil es unsicher ist, ob der Eingriff gelingt, haben diese Frauen mit einer künstlichen Befruchtung meist bessere Chancen auf eine Schwangerschaft

Befruchtung mithilfe der Reproduktionsmedizin

Manchmal ist die IVF erfolgversprechender als eine Operation

Die Hormonbehandlung der Frau beginnt am dritten Tag des Zyklus. Täglich wird eine bestimmte Menge Fruchtbarkeitshormone gespritzt. Je nach Diagnose des Arztes sind auch schonendere Verfahren denkbar, bei denen mit Tabletten begonnen wird. Meist wird die Eizellenreifung ab dem achten Zyklustag mittels Ultraschall und Blutuntersuchung kontrolliert. Das Hormon wird dem Erfolg entsprechend dosiert. Ist der Follikel groß genug, wird der Eisprung mit einem weiteren Hormon ausgelöst. Anschließend erfolgt die Befruchtung - entweder durch Geschlechtsverkehr oder mit Hilfe der Reproduktionsmedizin, zum Beispiel durch Insemination, also das Einbringen von Samen in die Gebärmutter mit technischen Hilfsmitteln.

Intrauterine Insemination (IUI)

IUI bedeutet Samenzellübertragung in die Gebärmutter und wird bei leichten bis mittelgradigen Störungen der Samenzellbewegung und -dichte durchgeführt. Der Weg der Spermien zur Eizelle wird so kürzer, die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung höher. Da bei Einschränkungen der männlichen Fertilität die Zahl der Eizellen, die sich prozentual befruchten, mehr oder minder reduziert ist, hat es sich eingebürgert, durch eine Hormonbehandlung mehrere Eizellen "anzubieten". Voraussetzung für den Erfolg von IUI ist die einigermaßen genaue Festlegung des Zeitpunkts.

Schwangerschaftsrate pro Versuch: etwa 15 bis 20 Prozent

In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Die Befruchtung erfolgt außerhalb des Körpers

Eine Befruchtung außerhalb des Körpers wird durchgeführt, wenn beispielsweise die Eileiter irreparabel geschädigt sind, die Sterilität durch Antikörper bedingt ist, die Zeugungsunfähigkeit des Mannes leicht eingeschränkt ist oder keine Ursache für die Kinderlosigkeit gefunden werden konnte. Bei dieser Form der Behandlung werden Ei- und Samenzelle in einer Glasschale zusammengebracht und nach der Befruchtung über einen dünnen Schlauch zurück in die Gebärmutter gegeben - laut deutschem Embryonenschutzgesetz maximal drei.

Schwangerschaftsrate pro Transfer: etwa 20 Prozent

Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

ICSI ist eine Weiterentwicklung der IVF. Diese Methode kommt zur Anwendung, wenn die Spermien zu träge sind. Auch bei ICSI werden der Frau nach einer Hormonstimulation mehrere reife Eizellen entnommen. Unter einem speziellen Mikroskop wird dann ein einzelnes Spermium in eine dünne Pipette aufgezogen und direkt in die Eizelle eingebracht. Das Verfahren heißt deshalb auch intracytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI. Kommt es zur Befruchtung, können zwei bis drei Tage später Embryonen in die Gebärmutter übertragen werden.

Schwangerschaftsrate nach ICSI: etwa 20 Prozent

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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von Hans am 18. November 2011, 13:18 Uhr

    ich habe 4x probiert mit künstliche metode aber hat nicht ge klapt und ich weis es nicht was ich mahen solte noch


  • von skeptikerin am 27. Oktober 2010, 13:34 Uhr

    Gut dass hier steht was die Schwangerschaftsrate ist. Thematisiert eigentlich irgendeiner auch mal, dass die Aussicht auf Erfolg sehr klein ist? Was ist mit den Paaren, die nach dem 3., 4., 5. Mal abbrechen (müssen) - nachdem sie all diese Strapazen auf sich genommen haben? Wie sinnvoll ist bei diesen Schwangerschaftsraten, die Reproduktionsmassnahmen mit steigender Invasivität "abzuhaken" (zuerst die Hormone, dann die IUI, dann die IVF... usw.)? Wie hoch ist das Risiko für Fehlgeburten? In der Öffentlichkeit wird immer nur der ERfolg bejubelt und der Erfinder der IVF kriegt den Nobelpreis. Was uns fehlt ist eine Diskussion über die "Risiken und Nebenwirkungen" - für Körper, Psyche und Paarbeziehung.


  • von Silli1303 am 16. Juli 2010, 21:43 Uhr

    ist die Vaterschaftsanerkennung in jeder Klinik vor der behandlung gesetzlich vorgeschrieben oder kann jede Praxis es so handhaben wie sie es für richtig hält? Desweiteren stellt sich mir die frage wie man eine stabile partnerschaft feststellen kann, wenn die partner nicht zusammen wohnen.


  • von Sergio am 12. Juli 2010, 11:30 Uhr

    Wie sieht es mit einer Eizellspende aus, haben Sie da schon mahl was versucht?
    besuchen Sie uns auf www.irem.es
    mit freundlichem gruss
    Sergio Poveda


  • von Thealissa am 10. Januar 2009, 12:29 Uhr

    Meine Schwester ist 45 Jahre alt und hat schon viele Fehlgeburten hinter sich, auch nach künstlicher Befruchtung. Was kann sie jetzt noch tun?
    Ein Pflegekind wird ihr wegen des Alters ihres Mannes, 54 verweigert.


    (5 Kommentare)

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