Behandlungskosten

Der kostspielige Weg zur Elternschaft

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Teurer Kinderwunsch


Die Reproduktionsmedizin ist eine teure Angelegenheit: Laut Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands e.V. (BRZ) kostete ein IVF-Behandlungszyklus im Jahre 2014 durchschnittlich 3.000 Euro, eine ICSI im Schnitt 4.500 Euro. Eine Insemination im natürlichen Zyklus schlägt mit immerhin rund 300 Euro zu Buche, bei der zusätzlichen Hormoneinnahme werden es schnell 700 Euro.

Die Kosten für die Untersuchungen zur Ursache der Unfruchtbarkeit werden ausnahmslos von der Krankenkasse übernommen. Ganz anders ist dies bei der Therapie: Hier gibt es große Unterschiede zwischen den gesetzlichen (GKV) und den privaten Krankenkassen (PKV):

Ungewollt Kinderlose in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen seit 2004 nur noch 50 Prozent der Medikamenten- und Arztkosten für drei IVF und ICSI. Bei der Insemination wird differenziert: In einem natürlichen Zyklus beteiligen sich die Kassen an acht Versuchen, bei zusätzlicher Hormontherapie an dreien. Im Falle einer Fehlgeburt werden die Kosten für einen erneuten Versuch wieder zur Hälfte übernommen. Besteht der Wunsch nach einem zweiten oder dritten Kind, stehen wieder drei Versuche zur Verfügung. Danach muss das Paar die Kosten vollständig selber tragen. Die Kryokonservierung von Eizellen und Spermien ist überhaupt nicht im Leistungskatalog enthalten.

Um überhaupt Anspruch auf eine anteilige Kostenübernahme durch die GKV zu haben, muss das Paar folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen verheiratet sein.
  • Die Frau darf nicht jünger als 25 und nicht älter als 40 Jahre alt sein.
  • Der Mann darf nicht älter als 50 Jahre sein.
  • Es muss ein ausreichender Impfschutz gegen Röteln, Windpocken und Keuchhusten bestehen.
  • Die Kinderlosigkeit darf nicht mit anderen Maßnahmen zu beheben sein.
  • Es dürfen nur Ei- und Samenzellen der Ehepartner verwendet werden.
  • Auch ein negativer HIV-Test ist Voraussetzung für eine Kostenerstattung - obwohl gerade die HIV-Infektion des einen oder anderen Partners ein Grund für die Durchführung einer künstlichen Befruchtung sein kann.

Ledige müssen immer noch selbst zahlen

Im November 2014 bestätigte das Bundessozialgericht die Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus 2009. Demnach haben nicht verheiratete Paare mit Kinderwunsch noch immer keine Chance auf eine Kostenübernahme gesetzlicher Krankenkassen. Geklagt hatte eine Betriebskrankenkasse, die ihren ledigen Mitgliedern entsprechende Zuschüsse gewähren wollte. Das Urteil wurde mit dem Argument begründet, dass die Ehe verlässlicher sei und den Kindeswohlbelangen mehr Rechnung trage als nichteheliche Partnerschaften.

Kassen mit Zusatzleistungen

Einige Krankenkassen werben mit Zusatzleistungen um junge Kunden. Informationen, welche Kassen mehr als die üblichen 50 Prozent übernehmen, finden Sie hier

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  • von Sabine am 31. Mai 2010, 09:05 Uhr

    Hallo,
    ich heiße Sabine bin 44 Jahre Verheiratet und habe eine Frage. Ich bin seit 1994 Sterilisiert und mein Mann und ich haben den Sehnlichen Wunsch noch ein Baby zu bekommen. Kann uns da geholfen werden???
    Liebe Grüsse Sabine aus Berlin


    (1 Kommentar)

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