IVF, ICSI & Co.

Chancen und Risiken der Reproduktionsmedizin

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IVF, ICSI & Co.: Chancen und Risiken der Reproduktionsmedizin

Chancen

Zum Vergleich: Bei einem gesunden Paar liegt die Schwangerschaftsrate bei 20 bis 30 Prozent pro Zyklus. Bei der hormonellen Stimulation in Verbindung mit der Insemination liegen die Erfolgsaussichten auf eine Schwangerschaft zwischen 15 und 20 Prozent pro Zyklus. Betrachtet man alle Behandlungen zusammen, kommt es bei 60 Prozent aller Paare zu einer Schwangerschaft. Das ist nicht viel weniger als die Rate bei Paaren, die auf "natürlichem Wege" ein Kind bekommen: Hier sind es 80 Prozent, bei denen die Frau nach Verzicht auf die Verhütung nach sechs Monaten schwanger ist.

Im Deutschen IVF-Register werden seit fast 20 Jahren die hierzulande durchgeführten reproduktionsmedizinischen Maßnahmen und ihre Erfolge erfasst. Der letzten Erhebung im Jahre 2006 zufolge wurden 27 Prozent der Frauen nach einer In-Vitro-Fertilisation (IVF) und/oder einer Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) tatsächlich schwanger. Interessanter dürfte jedoch die "Baby-Take-Home-Rate" sein, also die Zahl der Geburten. Diese lag bei 18 Prozent - das entspricht knapp jeder fünften dieser Schwangerschaften.

Risiken

  • Die hormonelle Stimulation kann zu einer deutlichen Überfunktion der Eierstöcke führen. Man nennt dies Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS). Durch die erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße kann sich Wasser im Bauchraum oder im Gewebe sammeln. Daneben kann das Blut eindicken und es können sich im schlimmsten Fall Blutgerinnsel bilden. Oft bestehen auch Atemnot oder es kommt zu Problemen mit der Nierenfunktion.
  • Bei der IVF-Behandlung können laut deutschem Embryonenschutzgesetz bis zu drei befruchtete Eizellen übertragen werden. Da die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft so erhöht wird, übertragen die Mediziner in der Regel heute bei unter 38-jährigen Frauen aber maximal zwei Eizellen.
  • Acht bis zehn Prozent aller Schwangerschaften in Deutschland führen zu einer Fehlgeburt. Nach einer IVF ist dieses Risiko leicht erhöht auf etwa 15 Prozent. Einer der Gründe: Das Risiko einer Fehlgeburt steigt mit dem Lebensalter an.
  • Zwar ist die Gefahr einer Eileiter-Schwangerschaft nach einer IVF-Behandlung relativ gering - gleichwohl besteht ein gewisses Risiko, vor allem bei vorgeschädigten Eileitern.

wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Dr. med. habil. Wolfgang Würfel vom Kinderwunsch Centrum München

Autor

Silvia Glas


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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von SCHOLZ ,ROSWITHA am 4. Februar 2011, 16:58 Uhr

    möchte gerne schwanger werden, aber mein Frauenarzt sagt,ich sei zu alt, aber meine Tochter soll nicht alleine aufwachsen, möchte gerne eine hormontherapie machen, wer bezahlt mir das.


  • von ally am 8. Januar 2009, 12:08 Uhr

    hallo,

    das ist eindeutig eine fehlinterpretation des IVF-registers. zum zeitpunkt der erhebung sind längst nicht alle entstandenen schwangerschaften schon zu ende, d.h. nur ein bruchteil der tatsächlichen geburten wird erfasst. das ist aber aus dem register selbst zu entnehmen.


  • von Kroboth am 13. November 2008, 01:58 Uhr

    Gemeint ist doch sicherlich 18% können nach IVF ICSI auch ein Baby mit nach hause nehmen und nicht 18% der 27%, die schwanger wurden. Ansonsten müsste die Fehlgeburtenrate nach IVF ICSI wesentlich höher sein als die unten angegebenen 15%.


    (3 Kommentare)

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