Kinderwunschmedizin
 
Mit IVF und ICSI: Wie gut stehen die Chancen auf ein Baby?

Wichtig für alle, die sich ihren Kinderwunsch mit Hilfe von IVF oder ICSI erfüllen wollen: Im Deutschen IVF Register wird seit fast 30 Jahren akribisch darüber Buch geführt, wie gut die Chancen auf ein Kind stehen und wie hoch die Risiken sind. Hier findet Ihr die wichtigsten Zahlen.

Kinderwunschmedizin: Mit IVF und ICSI: Wie gut stehen die Chancen auf ein Baby?
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Inhalt: 
Wie verbreitet ist künstliche Befruchtung für IVF und ICSI?Wie hoch sind die Chancen auf ein Baby?Welche Risiken gibt es?Was wird bei einer In-Vitro-Fertilisation gemacht?

Wie verbreitet ist künstliche Befruchtung für IVF und ICSI?

Insgesamt sind die In-Vitro-Fertilisation (IFV) und die Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) bei weitem die erfolgreichsten Methoden der Kinderwunschmedizin. Bis 2014 wurden in Deutschland nach IVF oder ICSI insgesamt 225.625 Kinder geboren, weltweit sind es mehr als fünf Millionen Kinder. Rechnerisch sitzt in einer durchschnittlichen Schulklasse mit 30 Kindern ein Kind, das durch " künstliche Befruchtung" entstanden ist.

Wie hoch sind die Chancen auf ein Baby?

Zum Vergleich: Bei einem gesunden Paar liegt die Schwangerschaftsrate bei 20 bis 30 Prozent pro Zyklus. Dabei ist das Alter vor allem der Frau sehr wichtig: Bei einer 25-Jährigen liegt  die Chance, im ersten Zyklus schwanger zu werden, bei 23 Prozent, bei einer 35-Jährigen nur noch bei 16 Prozent.
2014 ließen sich in Deutschland fast 53.000 Frauen mit IVF oder ICSI behandeln. Dabei lag die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, bei 36,2 Prozent (IVF) und 34,5 Prozent (I CSI).
Wichtiger aber ist die "Baby-Take-Home-Rate", also die Zahl der Geburten. Die liegt bei Frauen unter 35 Jahren nach sechs Zyklen bei 86 Prozent, bei Frauen ab 36 Jahren nur noch 72 Prozent.

Welche Risiken gibt es?

  • Die hormonelle Stimulation kann zu einer deutlichen Überfunktion der Eierstöcke führen. Das Ovarielle Hyperstimulationssyndrom (OHSS) ist zum Glück selten, es kommt durchschnittlich in 1,5 Prozent der Fälle vor. Durch die erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße kann sich Wasser im Bauchraum oder im Gewebe sammeln. Oft bestehen auch Atemnot oder es kommt zu Problemen mit der Nierenfunktion. Daneben kann das Blut eindicken und es können sich im schlimmsten Fall Blutgerinnsel bilden.
  • Bei der Punktion der Eizellen kommt es selten (in weniger als einem Prozent der Fälle) ebenfalls zu Komplikationen, vor allem zu Blutungen, ganz selten zu einer Verletzung des Darms.

Was wird bei einer In-Vitro-Fertilisation gemacht?