Ist eine Tagesmutter so gut wie die Kinderkrippe?
Mit diesem Vorwurf müssen Tagesmütter und -väter (Männeranteil
an der Tagespflege ein bis zwei Prozent) leben: Ihr seid nicht
so gut ausgebildet wie Krippen-Erzieherinnen. Stimmt. Aber immerhin
wird seit 2005 von jeder Tagespflegeperson eine Eignungsprüfung
verlangt.
Die Stärken der Tagespflege: meist flexibler bei den Bring- und
Holzeiten, familiäre Atmosphäre, intensivere Zuwendung, geringeres
Infektionsrisiko.
Die Stärken der Krippe: bessere Ausbildung
der Erzieherinnen, meist reichhaltigere Ausstattung (mit
Spiel- und Lernmaterial), verlässliche Betreuungszeiten.
Diverse Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Tagespflegekinder
später genauso gut entwickeln wie Krippenkinder. Und
dass Eltern mit beiden Lösungen in etwa gleich zufrieden sind.
Wie kann ich Problemen vorbeugen?
Laut einer Berliner Studie wechselt fast jedes zweite Tageskind nach durchschnittlich sechs Monaten die Tagesmutter. Weil die Trennung von einer Bezugsperson für kleine Kinder immer belastend ist, sollten sich Eltern und Tagesmutter im Vorfeld gut beschnuppern (dazu gleich mehr). Außerdem wichtig: eine angemessene Eingewöhnungsphase von etwa ein bis zwei Wochen, in der ein Elternteil noch so lange bei dem Kind bleibt, bis es zu seiner neuen Bezugsperson wirklich Vertrauen gefasst hat. Und: Starten Sie mit der neuen Betreuung möglichst nicht in der Fremdelphase ab dem achten Monat. Kinder verkraften die Trennung eher davor bzw. ab etwa eineinhalb Jahren wieder.
Wie finde ich die richtige Tagesmutter?
Eine Pflegeerlaubnis muss seit 2005 jede Tagesmutter vorweisen!
Insofern ist es kein Problem, wenn Sie im Internet oder in der
Zeitung nach Adressen in Ihrer Nähe suchen. Dennoch ist die Vermittlung
übers Jugendamt bzw. den Sozialdienst zu empfehlen.
Das bürgt für gewisse Mindeststandards (die oft allerdings von Gemeinde
zu Gemeinde verschieden sind). Kann eine Tagesmutter
eine Ausbildung von 160 Stunden oder mehr nachweisen, zeigt
das die Ernsthaftigkeit, mit der sie an ihre Aufgabe herangeht.
Beim Schnupperbesuch auf Folgendes achten:
- Ist die Umgebung so, dass man auch mal schnell mit den Kindern nach draußen gehen kann?
- Sagt Ihnen die Zahl der Kinder (fünf fremde dürfen es maximal sein) und die Altersmischung zu?
- Sind Sie sich einig, was Ernährung, Fernsehen etc. angeht?
- Lassen Sie am Ende auch Ihren Bauch mitentscheiden.





