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Krippen

Koalition einigt sich bei der Kinderbetreuung

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Krippen: Koalition einigt sich bei der Kinderbetreuung

Das Kabinett hat heute das Kinderförderungsgesetz beschlossen. Kernpunkt des Gesetzes ist der Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige. Ab dem 01. 08. 2013 sollen alle Kinder zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben. Bis dahin sollen vor allem Alleinerziehende bei der Platzvergabe bevorzugt werden, um ihnen die Berufstätigkeit zu erleichtern.

30 Prozent der neu zu schaffenden Plätze sollen dabei als "familiennahe Betreuung" beschlossen werden - also bei Tagesmüttern. Daneben sollen jedoch auch Unternehmen bei der Einrichtung von Betriebskindergärten unterstützt werden. Außerdem will die Bundesregierung auch private Anbieter fördern, um die erforderliche Anzahl an Betreuungsplätzen zu erreichen. "Wir können jetzt endlich die ellenlangen Wartelisten für die Betreuungsplätze abbauen", zeigte sich Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) optimistisch.

Festgeschrieben wurde in dem Gesetz auch das Betreuungsgeld. Diese vor allem von der CSU geforderte Förderung soll Eltern zugute kommen, die sich daheim um ihre Kinder kümmern. Das Betreuungsgeld soll zeitgleich mit dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz eingeführt werden. Die genaue Höhe steht noch nicht fest, in der Diskussion war ein monatlicher Betrag von 150 Euro. Die Kosten für das Betreuungsgeld würden in diesem Fall auf rund 2,7 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Finanzierung der Betreuungsoffensive

Zur Finanzierung der Betreuungsplätze plant der Bund ein Sondervermögen in Höhe von 2,15 Milliarden Euro einzurichten und damit ein Drittel der Gesamtkosten zu übernehmen. Die Mittel stehen seit diesem Jahr für bauliche, Renovierungs- und Austattungsmaßnahmen zur Verfügung.

Zusätzlich ist geplant, dass der Bund in den Jahren 2009 bis 2013 die Kommunen mit insgesamt 1,85 Milliarden Euro und anschließend jährlich 770 Millionen Euro bei den Betriebskosten der Kindertagesstätten entlastet. Darauf hatten die Länder gepocht, um ein dauerhaftes Engagement des Bundes zu sichern. Allerdings wurde in einer Klausel festgehalten, dass bis Ende 2008 ein Gesetz verabschiedet werden müsse, das die Finanzierungsfrage endgültig regelt. Der Streit um das Betreuungsgeld in den vergangenen Woche hatte diesen zeitlichen Rahmen in Frage gestellt. "Bund, Länder und Kommunen müssen weiter an einem Strang ziehen und den Ausbau der Kinderbetreuung voran bringen", forderte die Familienministerin.

Interaktive Karte

Nach Angaben des Familienministeriums stieg die Zahl der Kinder unter drei Jahren, die eine Tageseinrichtung besuchen, von 13,6 Prozent im Jahre 2006 auf 15,5 Prozent in 2007. Die Zahl der betreuten Kinder stieg im selben Zeitraum von 287.000 auf 321.000.

Doch wie gut sind bereits heute die Betreuungsangebote für Kleinkinder in den 16 Bundesländern tatsächlich? Auf unserer interaktiven Karte können Sie für jedes Land sehen, wie viele Kinder unter drei Jahren in Krippen, Kindergärten oder von Tagesmüttern betreut werden. Der Trend ist eindeutig: Die neuen Bundesländer haben die Nase vorn. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Karte Baden-Würtemberg Rheinland Pfalz Bayern Saarland Nordrhein-Westfahlen Hessen Niedersachsen Thüringen Sachsen Sachsen-Anhalt Berlin Bremen Schleswig-Holstein Hamburg Mecklenburg-Vormpommern Brandeburg

Legende

Umfrage: Welche Erfahrung haben Sie mit dem Betreuungsangebot?

2013 - bis dahin ist es noch lang. Uns interessiert Ihre aktuelle Situation: Haben Sie einen Kita-Platz für Ihr Kleinkind gefunden oder suchen Sie verzweifelt danach? Machen Sie mit bei unserer Umfrage.

Autor

Eva Schwartmann/ddp

Graphik: Johannes Streng


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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von Eosin am 6. Januar 2010, 13:11 Uhr

    Kitaplätze für alle Kinder und dafür weg mit der Herdprämie! Und wer es sich dann noch leisten kann, nicht wieder arbeiten zu gehen, kann das dann immer noch frei entscheiden; es scheitert dann wenigstens nicht an fehlenden Kitaplätzen.

    Eine flächendeckende, flexible und günstige Kinderbetreuung ist unabdingbar für die Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft! Ob die CSU das will? Man darf es bezweifeln.


  • von maya am 13. Juli 2009, 10:53 Uhr

    Kinderbetreuung ist nicht ausreichend!
    Ich muss meinen Job ebenfalls kündigen, da ich nach 9 Monatiger Suche noch immer keinen KitaPlatz für meine Dreijährige gefunden habe!Obwohl ich einen Betreuungsgutschein über 9 h habe lässt sich kein freier Platz in absehbarer Zeit finden! kaum zu glauben wie man allein gelassen wir. Das Jugendamt fühlt sich nicht zuständig und kann bei der Suche angeblich auch nicht helfen!


  • von Gebhardt am 4. Februar 2009, 13:42 Uhr

    Ich habe grade eine ABSAGE für den KiTa Platz bekommen. Grund mehr als doppelt so viele Anmeldungen wie Plätze. Und ein KiGa wurde hier geschlossen. Jetzt bekommt ein fast dreijähriger im Sommer einen Platz unter drei Jahren, weil er sonst garkeinen Platz mehr bekommen hätte. Weil es keine Plätze gibt.
    Ich darf jetzt meine Kündigung aufsetzen und meinen Job kündigen. WEIL ICH KEINEN PLATZ BEKOMMEN HABE!


  • von stine am 29. Mai 2008, 19:31 Uhr

    Warum bloß können einige nicht verstehen das es einfach RICHTIG sein kann für ein Kind 3 Jahre zu Hause zu bleiben.Ich bleibe zu Hause weil es einfach eine wichtige Zeit ist für mein Kind. Ich möchte mein Kind fördern, aber nicht überfordern. Kinder sind so verschieden und Eltern sind verschieden.
    Es ist nicht leicht mit so wenig Geld auszukommen, aber mir ist die Zeit die ich meinem Kind jetzt schenken kann wertvoller als mein Gehalt. Es wird die Grundlage sein mit der es später selbstbewußt in die Welt gehen kann.
    ich denke es ist eine Investition, die sich sicherlich lohnt! Da ist es doch nur fair, wenn dies auch anerkannt wird. 150 € sind da sowieso nur ein Symbolischer Wert. Aber Gesellschaftlich ein Zeichen der Wertschätzung.


  • von Julia am 3. Mai 2008, 00:33 Uhr

    Absolut unverschämt finde ich viele der Kommentare dazu, die Haus-Mütter zu arbeitsunwilligen, bildungsfernen Glucken abstempeln, die sich auf dem Einkommen des Ehemanns ausruhen und zusätzlich dann auch noch das Betreuungsgeld einstreichen.

    Mütter, Euer Feind ist weiblich....bleibt einem da wohl nur noch zu denken....

    Und -nebenbei angemerkt- ich sitze NICHT morgens vorm Fernseh, mittags vorm PC und abends vor der Playstation....nein, ich ARBEITE tagsüber...mit meinem Kind und im Haushalt....da wird es mir nämlich nicht langweilig...Arbeit gibt es genug!
    Schade, sehr schade, dass DAS offensichtlich in mancher Frauen Augen nicht zählt!
    Und 150€ monatlich würde -bei uns zumindest- vieles erleichtern....nicht den Restaurantbesuch...DEN bspw. gibt es bei uns z.Zt. nicht, weil wir uns den Luxus leisten, unser Kind NICHT fremdbetreuen zu lassen...nein, erleichtern würde es eher den Einkauf bei Aldi, Lidl und Penny!


(17 Kommentare)

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