Albtraum
Das Monster unterm Bett

Gespenster, dunkle Schatten und schreckliche Monster - fast jedes Kind hatte schon einmal einen Albtraum, in dem es vor schrecklichen Wesen Angst hatte. Doch die Quälgeister lassen sich meist ganz einfach vertreiben. Wir zeigen Ihnen, was Sie gegen einen Albtraum tun können!

Kleinkind mit Alptraum im Bett
© Thinkstock - Artem Efimov
Inhalt: 
Was ist ein Albtraum?Wie bekommen Kinder einen Albtraum?Was sind die Ursachen von Albträumen?Hilfe gegen KinderängsteWie kann ich bei einem Albtraum helfen?

Ein Albtraum kommt bei Kindern häufiger vor als bei Erwachsenen. Der wichtigste Grund: Das Gehirn von Kindern ist noch nicht ganz ausgereift. Manche Gehirnareale sind weiter entwickelt als andere, weswegen es zu einem Ungleichgewicht kommt.
 

Was ist ein Albtraum?

Als Albtraum wird laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) ein Traum bezeichnet, der starke negative Gefühle wie Angst, Ekel, Trauer oder Ärger enthält. Ein Albtraum lässt den Schläfer immer aus dem Schlaf hochschrecken.Der deutsche Begriff "Alp", oder auch "Alb", geht auf ein koboldhaftes Gespensterwesen zurück, das sich nachts auf den Schlafenden setzt und bei ihm ein bedrückendes Gefühl von Angst hervorruft. Ähnlich empfinden wohl auch kleine Kinder Albträume.Meist suchen Albträume uns ca. 90 Minuten nach dem Einschlafen heim. In dieser Schlafphase, auch REM-Schlaf (Rapid-Eye-Movement) oder Traumphase genannt, ist der Körper praktisch reglos, wohingegen das Gehirn sehr aktiv ist. Auch Blutdruck und Atemfreqenz sind erhöht.Die aufregendsten Träume erlebt man kurz vor dem Aufwachen. Deswegen kann man sich morgens oft noch gut an seinen letzten Traum erinnern, wenn man genau in der Traumphase aufgewacht ist.

Wie bekommen Kinder einen Albtraum?

Albtraum: Das Monster unterm Bett

Ungefähr fünf Prozent der Kinder haben einmal pro Woche oder öfter Albträume. Am häufigsten treten Albträume bei Kindern zwischen zwei und fünf Jahren auf. Die Kleinen wachen orientierungslos auf, rufen nach Hilfe und weinen. Albträume erscheinen ihnen wie ein Abbild der Wirklichkeit und machen deswegen auch nach dem Aufwachen noch Angst.Mit den meisten Albträumen bewältigen Kinder Ereignisse des Tages und Veränderungen im Leben. Daher können sie sogar positiv sein, weil sie helfen, Belastendes besser zu ertragen. Auf diese Weise lernen Kinder auch mit herausfordernden Gefühlen umzugehen und diese auszuhalten. Albträume können aber auch so intensiv und belastend sein, dass Kinder große Angst vor dem Einschlafen haben. Sie befürchten, dass die schrecklichen Gestalten aus dem Albtraum wiederkommen.

Was sind die Ursachen von Albträumen?

Inhalte kindlicher Albträume lassen nicht gleich Rückschlüsse auf das wirkliche Leben zu. Sie können aber Anhaltspunkte für Situationen im Alltag geben, mit denen das Kind nicht klar kommt.Überlegen Sie, woher die Albträume Ihres Kindes kommen. Spannungen und Konflikte in der Familie oder im Kindergarten belasten kleine Kinderseelen. Häufig werden einschlägige Ereignisse, wie die Geburt eines Geschwisters, ein neuer Lebenspartner von Mama, Beginn des Kindergartens, etc. im Traum verarbeitet.Aber grundsätzlich sind diese Albträume kein Grund zu Besorgnis und verschwinden meist von alleine wieder. Wenn Ihr Kind aber regelmäßig ein- oder mehrmals pro Woche Albträume hat, sollten Sie allerdings fachliche Hilfe in Anspruch nehmen und mögliche Ursachen bedenken. Wenden Sie sich dann am besten an Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.Manchmal führen aber auch schwerwiegende Ursachen zu Albträumen: Scheidung, Umzug, Gewalt und sexueller Missbrauch traumatisieren ein Kind über Jahre. Wird Ihr Kind auffallend oft und regelmäßig von Albträumen heimgesucht, sollten Sie sich an einen Kinderarzt wenden. Fragen Sie die Erzieher im Kindergarten, ob es Probleme im Umfeld Ihres Kindes gibt. Sind Träume stark belastend für ein Kind und wirken sich auf das kindliche Verhalten am Tag aus, ist es hilfreich, professionelle Unterstützung von Therapeuten und Psychologen in Anspruch zu nehmen.

Hilfe gegen Kinderängste

Traumfänger & Sorgenfresser

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Wie kann ich bei einem Albtraum helfen?

  • Viele Kinder fürchten sich vor der Dunkelheit. Oft ist es hilfreich ein Nachtlicht im Kinderzimmer brennen zu lassen.

  • Wichtig ist es für Kinder einen festen nächtlichen Begleiter zu haben. Der Teddy oder das Schmusetuch können gute Beschützer durch die Nacht sein.

  • Lassen Sie Ihr Kind den Albtraum malen und somit "fassbar" machen. Es wird Ihrem Kind dabei helfen, sich von den Gefühlen, die von seinem Albtraum hervorgerufen wurden, zu distanzieren. Gut ist es, sich für das im Traum Erlebte einen neuen, guten Ausgang zu überlegen oder sich einen Zauberspruch auszudenken (Buchtipp: "Traumfresserchen" von Michael Ende).

  • Gut sind abendliche Rituale wie die Gute-Nacht-Geschichte. Kinder brauchen einen beruhigenden Tagesausklang, der ihnen Geborgenheit schenkt. So werden Albträume seltener.

  • Lassen Sie sich vor dem Schlafengehen erzählen, was Ihr Kind am Tag erlebt hat. So können sich Probleme noch vor dem Schlafen lösen und müssen nicht im Traum verarbeitet werden. Und achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht zu viel fernsieht. In der letzten Stunde vor dem Einschlafen sollte Fernsehen tabu sein.

  • Wenn Ihr Kind nachts zu Ihnen ins Bett huscht, weil es einen Albtraum hatte, sollten Sie ihm gut zureden und es beschützen. Lassen Sie sich den Traum erzählen und nehmen Sie Ihr Kind dabei immer ernst. Stellen Sie dabei Fragen wie "Wie sah das Ungeheuer denn aus?", vermeiden Sie allerdings wilde Theorien über das Geträumte zu aufzustellen.

  • Vergewissern Sie sich zusammen mit Ihrem Kind, dass sich im Zimmer nichts Böses versteckt hält. Kinder unter sechs sind nämlich noch nicht fähig, zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden. Versuchen Sie größeren Kindern zu erklären, dass die Monster in Wirklichkeit nicht existieren.
Von:Marie Biedermann