Kinderängste

Das Gruselkabinett

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"Angst habe ich doch nicht", behauptet Franz. "Ich bin ein Ritter." Das Moosgummi-Schwert im Gürtel, stellt sich der Zweieinhalbjährige mutig den Gefahren des Alltags: dem Dackel der Nachbarin, bösen Sauriern oder dem Spinnennetz auf dem Balkon. Seine Turnschuhe kann er allerdings nicht anziehen. Denn darin wohnt der "Ekelzwerg", und Ekelzwerge beißen Löcher in Kinderfüße.

Angst zu haben, findet der Erlanger Kinderpsychiater Dr. Johannes Wilkes völlig normal und richtig: "Wer Angst hat, wappnet sich gegen Gefahren." Er wird das Klettergerüst Schritt für Schritt erkunden und sein Potenzial rechtzeitig erkennen - nicht erst, wenn der Arm in der Gipsmanschette steckt.

"Ängste", sagt Wilkes, "machen das Leben intensiver. Wer Angst hat, wenn Mama geht, merkt, was sie ihm bedeutet." Und: Ängste bringen uns weiter. Wer sich vor der großen Rutsche gruselt, sich irgendwann aber doch hinaufwagt, wächst dabei um mindestens drei Zentimeter.

Alles schön und gut, denken Eltern. Und fragen sich trotzdem: Wie kann ich meinem Angsthasen helfen, mit seinen Nöten klarzukommen? Ein paar Beispiele:

"Nicht das Licht ausmachen!"

Sie war ein Schlaftalent. Monatelang wurde Fanny, jetzt elf Monate, kurz nach neun wach ins Bett gelegt. Und schlief ein. Seit ein paar Wochen brüllt sie, sobald das Licht ausgeht.

Woran liegt's? "Die Angst vor dem Dunkeln ist angeboren und evolutionsbiologisch sinnvoll", sagt Johannes Wilkes. Wenn ein Steinzeitbaby nachts aus der Höhle krabbelte, freute sich der Säbelzahntiger. Weil Fanny immer mobiler wird, weil sie begreift, dass sie ein eigener Mensch und nicht ein Teil von Mama ist, hat sie Angst vor dem Unbekannten, das im Finstern lauert.

Was hilft? Ein immer gleiches Einschlafritual, weil es klarmacht: Alles ist, wie es sein soll. Gut: ein Schlafbewacher (zum Beispiel Kuscheltier), der aufpasst, wenn kleine Menschen die Augen schließen. Wenn die Kinderzimmertür einen Spalt offen bleibt, vom Flur Licht reinleuchtet und die Stimmen der Eltern zu hören sind, gibt es Kindern das Gefühl: Ich bin nicht allein.

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  • von Berit am 11. März 2008, 21:35 Uhr

    Mein Sohn (15 Monate) schläft relativ unruhig, schreit of in ther Nacht kurz auf, schläft aber meist durch. Morgens fängt er dann noch bevor er die Augen auf macht an zu schreien und zu weinen. So ist es wohl auch in der Krippe. Er schläft gut, weilt aber beim aufwachen. Wenn er dann wach ist und sich beruhigt hat, ist er tagsüber der lustigste und fröhlichste junge Mann. Woran kann es liegen, dass er anscheinend am morgen zu unsanft von irgendetwas geweckt wird?


    (1 Kommentar)

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