Zerstörungswut

Was steckt dahinter, wenn Kinder alles kaputtmachen?

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1. Forscherdrang: Was kann man damit alles machen?


Der Küchenschrank ist leer geräumt, jetzt ist Mamas Computer dran! Zielstrebig nähert sich der Zweijährige dem Gerät - in der Hand einen Euro, den er auf dem Schreibtisch gefunden hat. Ob die Münze in den Schlitz passt? Ja, passt! Neugier ist der Antriebsmotor von Kleinkindern. Ihr innerer Forschungsauftrag lautet: die ganze Welt "begreifen". Alles wird untersucht, nichts ist vor ihnen sicher. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala: die Sachen von Mama und Papa. Das wäre ja nicht weiter schlimm, doch leider geht manches Experiment daneben - das Geldstück jedenfalls bleibt im Diskettenlaufwerk stecken.

Wir möchten platzen - und sollten doch geduldig sein

Angesichts reparaturbedürftiger Computer und im Waschbecken entleerten Parfumflaschen wird die Toleranz von uns Eltern auf eine harte Probe gestellt. Wir möchten platzen - und sollten doch geduldig sein. Schließlich machen unsere Kinder nichts aus böser Absicht kaputt. Und:Woher sollen sie wissen, dass das Parfum ein Geschenk zum Hochzeitstag war und der Computer gerade für viel Geld aufgerüstet wurde? Um Verluste möglichst gering zu halten, hilft nur eines: alles aus dem Weg räumen, was einem lieb und teuer ist. Bei Computern und HiFi-Anlagen funktioniert das nicht unbedingt. Da ist Konsequenz gefragt: Nähert sich der kleine Forscher den blinkenden Knöpfen des CD-Players, hilft nur ein deutliches "Stopp2. Nützt auch das nichts, entfernt man ihn besser aus der Gefahrenzone. Mit etwas Geschick lässt er sich ablenken - schließlich sind richtige Entdecker offen für neue Abenteuer.

2. Trotz und Wut: Ich will das aber! Ich bin stinksauer!

"Nein", sagt Mama, "jetzt gibt es keine Lyoner mehr." "Nein", sagt Papa, "du kannst jetzt nicht mehr spielen, wir müssen los." "Nein" scheint sogar das blöde Duplomännchen zu sagen: Es will sich einfach nicht auf dem Turm befestigen lassen, dauernd fällt es runter! Jetzt reicht's: Wütend pfeffert das Kind Klötze und Duplomännchen in Richtung Glasvitrine, um sich dann schreiend auf den Boden zu werfen. Ständig setzt die Realität einem Kleinkind Grenzen. So viele Neins zu verkraften, ist verdammt schwer! Mit seinem Trotzanfall drückt es seine Verzweiflung aus. Aber auch Eltern können in dieser Situation verzweifeln. Dennoch - möglichst die Ruhe bewahren und konsequent bleiben. Nach dem Anfall braucht das Kleine eine Extraration Liebe, damit es weiß: Ich bin weiterhin Mamas und Papas Schnuckelbär!

Je weniger Freiraum, umso mehr Anlässe für Trotzattacken

Eine Lizenz zum Zerstören haben Trotzköpfe natürlich nicht. Das lernen sie, wenn sie die Klötze und Duplomännchen nach der Attacke wieder einsammeln und aufräumen müssen oder wenn das Spielzeug sogar für eine Weile ganz verschwindet. Je weniger Freiraum ein Kind bekommt, umso mehr Anlässe für Trotzattacken wird es geben. Deshalb lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob wirklich jedes Nein zwingend notwendig ist. Manchmal ist es sinnvoller, das Kind zu vertrösten, es geschickt abzulenken, einen Kompromiss zu suchen - diese Strategien lassen Tränen versiegen und verhindern, dass Kinder sich in Trotzreaktionen flüchten.

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  • von Abate am 7. Oktober 2012, 23:21 Uhr

    einer meiner Zwillinge (3J)sagt z.Z.mehrmals am Tag "ich will das kaputt machen"!egal ob eigenes Spielzeug,das vom Bruder,...!er ist der mit den stärkeren Wutausbrüchen.und ich glaub auch der Schlauere!


    (1 Kommentar)

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