Entwicklung
Kuscheln tut gut

Knuddeln, schmusen, kuscheln - drei Begriffe, ein Gefühl: Zärtlichkeit. Wenn wir uns durch Berührung zeigen, wie lieb wir uns haben, dann tut das überall gut: den Nerven, der Seele, der Haut und den Synapsen im Gehirn. Wussten Sie, dass Knuddeln gesund hält? Und sympathisch macht? Dann lesen Sie hier doch mal weiter.

Kuscheln hält gesund

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Kinder, die viel in den Arm genommen, gekitzelt, gestreichelt und geknuddelt werden, nicht so oft krank sind wie Kinder, die wenig körperliche Zuwendung bekommen. Der Grund: Wer geherzt wird, schüttet besonders viel vom Glückshormon Oxytozin aus. Und das stärkt Abwehrzellen und Immunsystem.

Kuscheln entspannt

Durch Streicheleinheiten wird Stress abgebaut. Kinder hüpfen tagsüber wie ein Flummi durch die Gegend, sie sind motorisch extrem angespannt. Durch sanfte Berührungen zwischendurch kommen sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Dem Gehirn wird signalisiert, dass jetzt Ruhe angesagt ist, die Nervenverbindungen werden geschlossen, der Körper entspannt.

Kuscheln vertreibt die Langeweile

In den Momenten, in denen Kinder nichts mit sich anzufangen wissen, hilft es, ihnen einfach zärtlich die Handflächen zu streicheln oder die Kopfhaut zu massieren. Das wirkt Wunder. Ans Großhirn wird die Botschaft „Stimulation“ gesendet, und das lässt die (Spiel-) Ideen nur so sprudeln.

Kuscheln gibt Selbstsicherheit

Wer sein Kind regelmäßig in den Arm nimmt, hilft ihm, sich sicher zu fühlen. Gerade im Kindergartenalter haben Kinder häufig Angst – im Dunklen vor Geistern, Monstern und Hexen. Das ist nichts Beunruhigendes, sollte aber ernst genommen werden. Kinder, die sich in unsicheren Momenten an Mamas oder Papas Brust kuscheln dürfen, erfahren Geborgenheit und Stärke. Und wiederum hilft, ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen.

Kuscheln hält in der Balance

Wenn Kinder kuscheln wollen, bedeutet das nicht, dass Eltern ihre momentane Beschäftigung für den Rest des Tages auf Eis legen müssen - oft reichen schon eine oder zwei Minuten, um ihnen das Gefühl zu vermitteln, geliebt zu werden: eine kurze Kissenschlacht, ein dicker Kuss - und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Was Kinder aber nur schwer verkraften, sind Zurückweisungen. Kinder, die auf Papas Schoß klettern oder sich in Mamas Rock einwickeln, brauchen sie genau in diesem Augenblick Zuwendung.

Kuscheln macht sympathisch

Kinder die körperliche Zuneigung erfahren, entwickeln anderen gegenüber ein starkes Zugehörigkeitsgefühl. Weil sie wissen, dass sie sich auf Menschen verlassen können. Sie fühlen sich nicht als Außenseiter. Davon profitieren auch ihre späteren Beziehungen: Kinder mit ausgeprägter Kuschelerfahrung können als Erwachsene offen ihre Zuneigung und Liebe schenken.

Von:Christiane Börger