Stottern bei Kindern

Stottern im Vorschulalter - gibt sich das wieder?

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Verschwindet das Stottern von allein?


Erst einmal eine Entwarnung: Bei den meisten Kindern geht diese Phase wieder vorbei. Experten sprechen vom entwicklungsbedingten Stottern, das vier bis sechs Monate anhalten kann. Der Hintergrund: In diesem Alter suchen Kinder noch nach der richtigen Satzstruktur. Wenn sie einen Satz unterbrechen oder Pausen machen, dient das der Satzplanung. Stottert ein Kind allerdings länger als sechs Monate, ist es sinnvoll mit einem Logopäden zu sprechen.

Worauf sollten Eltern achten?

Sie sollten zunächst genau hinhören, ob das Kind wirklich stottert. Gerät es beim Erzählen mal ins Stocken, etwa weil es "und dann … und dann … und dann" sagt? Macht es Sprechpausen von ein paar Sekunden? "Dann spricht er nur ´unflüssig`, stottert aber nicht", erklärt Dr. Nicole Christina Stuhrmann, Fachärztin für Stimm- und Sprachtherapie. Experten wie Stuhrmann sprechen erst dann vom "richtigen" Stottern, wenn Kinder sich enorm anstrengen, um ganze Sätze herauszupressen, etwa indem sie dabei Grimassen schneiden oder unterstützende Kopf- und Armbewegungen machen. Typische Symptome für Stottern sind auch Blockaden, Dehnungen und Wiederholungen von Buchstaben oder Silben – z. B.: "D - - - - - - - der mag mich nicht!" oder "Wo-wo-wo-wohin gehen wir?".

Beim Stottern besser nicht tun:

Damit das Entwicklungsstottern nicht zum Stottern wird, rät Dr. Stuhrmann von übereilten Aktionen ab: Am besten das Kind ruhig aussprechen lassen und keinen Druck machen, damit es nicht das Gefühl bekommt, ein Problem zu haben. Auch Hinweise, doch bitte langsam zu sprechen, helfen nicht. Ebenso sollte man nicht die fehlenden Wörter ergänzen.

Wann zum Logopäden?

Die meisten Kinder, die im Vorschulalter zum entwicklungsbedingten Stottern neigen, werden dieses Problem wieder los. Aber circa 25 Prozent dieser Kinder entwickeln ein dauerhaftes Stottern. Da sich bisher nicht vorhersagen lasse, bei welchem Kind dies der Fall sein wird, rät die Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V. Eltern, möglichst früh zum Logopäden zu gehen. Denn je früher eine Therapie beginnt, desto besser.

Weiterführende Infos zum Stottern

Alle wichtigen Infos zum Thema und Hinweise zu Therapiemöglichkeiten bietet die Homepage der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V.

von Eva Becker


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  • von BVSS am 21. August 2013, 11:39 Uhr

    Die Erfahrungen von Silke werden uns in der Beratung auch oft geschildert. Wir können Eltern nur ermutigen, am Ball zu bleiben. Übrigens gibt es jetzt auch ganz neu unser Netzwerk für Eltern mit stotterndem Kind - zum in Kontakt kommen und sich untereinander austauschen: www.eltern.bvss.de


  • von Silke am 24. März 2011, 09:05 Uhr

    Meine Tochter ist knapp 4 Jahre alt und "stottert" seit 1,5 Jahren. Ich habe nun 1 Jahr gebraucht, bis ich endlich die Verordnung für die Logopädin hatte. Dort wurde mir gesagt, dass man auch schon bei unter 3jährigen mit "Therapien" beginnt. Man spricht jedoch nicht vom stottern, sondern von einer Redeunflüssigkeit. Dies ist ein Unterschied, da der Begriff "stottern" eine gesicherte Diagnose darstellt. Meine Tochter verkrampft nicht beim reden, die Intensität ist wechselhaft. Mal kommen bis zu 6 Wörter flüssig, mal kein einziges. Ich war sehr froh, als die Logopädin mir erklärt hat, dass stottern keine psychische Ursache hat, die Kinder nicht dumm sind, und es auch nicht an der Erziehung liegt. Die Kinderärztin hätte uns eher zum Psychologen gelassen, also zur Logopädin. Zum Glück hat mein Hausarzt die Verordnung ausgestellt. Ich möchte allen Eltern Mut machen sich durchzusetzen und gleichzeitig viel Kraft wünschen. Denn die braucht man. Gerade wenns länger dauert. Alles Gute


    (2 Kommentare)

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