Treue Begleiter
 
Mach's gut, lieber Schnuller

Die warmen Worte kann der treue Begleiter gebrauchen. Denn nun muss er ohne seinen bisherigen Besitzer zurechtkommen. Fünf bewährte Ideen, wie man seinem Kind den Nuckel abgewöhnen kann. Wenn Sie selbst eine gute Idee haben, den Schnuller-Abschied zu erleichtern - schreiben Sie uns Ihren Vorschlag!

Treue Begleiter: Mach's gut, lieber Schnuller

Die Kleinen nennen ihn Nucki oder Didi. Sie lieben ihn, weil er tröstet und beruhigt, weil er bei Langeweile hilft, in der Dunkelheit, bei Hunger und anderem Unglück. Die Großen nennen ihn meistens Schnuller. Oder ganz korrekt Beruhigungssauger. Am Anfang mögen sie ihn auch, weil er die Kleinen tröstet. Und weil das auch den Großen Ruhe bringt. Aber nach ein, zwei oder drei Jahren finden die Großen den Schnuller nicht mehr gut. Weil der Zahnarzt sagt, dass er schiefe Zähne macht. Weil das Kind beim Sprechen lispelt. Oder weil der Hautarzt behauptet, der Schnuller sei schuld an den Pickelchen rund um den Mund. Also ist die Sache für die Großen klar: Der Schnuller muss weg! Und zwar möglichst schnell! Für die Kleinen ist das kein bisschen klar. Deshalb brauchen die Großen Überzeugungskraft. Und Phantasie. Wir haben uns umgehört, wie die Trennung von Kind und Schnuller am besten gelingt:

Für Gartenfreunde

Als unsere große Tochter ihren Schnuller abgeben sollte, haben wir gemeinsam im Garten ein Loch gebuddelt, die Schnullis vergraben und die Stelle ordentlich gegossen. Drei Tage später habe ich dort heimlich einen kleinen Baum gepflanzt, an dem ein Kaugummi hing. Unsere Tochter hat fleißig weitergegossen ... In länger werdenden Abständen hing dann immer wieder mal etwas Schönes am Baum. Seitdem haben wir unseren Schnullerbaum. Und unsere Tochter hat keinen Schnuller mehr.

Marion Pilch, Bad Wünnenberg-Fürstenberg

Für Pragmatische

Hat sich bei uns bewährt: Vom Schnuller die Spitze abschneiden oder mit einer Stopfnadel Löcher reinbohren. Dann entweicht beim Nuckeln Luft - und es macht den Kindern keinen Spaß mehr, daran zu saugen. Einen ähnlichen Effekt hat es, wenn man den Schnuller alle paar Tage ein Stück weiter abschneidet.

Dr. Brigitte Blum, Augsburg

Für Spitzfindige

Unserem Sohn haben wir das Schnullerfee-Märchen so erzählt: Die Fee bringt Babys den ersten Schnuller, und wenn sie alt genug sind - ungefähr mit zwei - holt sie ihn wieder ab und bringt ihn zu einem kleineren Kind, das ihn nötiger braucht. Dafür lässt sie ein kleines Geschenk da. Unser Sohn fand das einleuchtend. Als unsere vierjährige Tochter jedoch von dem geplanten Tauschgeschäft hörte, gab sie zu bedenken, dass es doch eklig sei, wenn die ollen "beschnullerten" Nuckis ihres Bruders weiterverliehen würden. Ihre Recycling-Idee: Die abgenuckelten Schnuller der großen Kinder werden von der Schnullerfee eingedampft, daraus werden dann neue, klitzekleine Babyschnullis gemacht. Logisch, oder?

Sonja Kühn, Schlangen

Für Hartgesottene

Bei uns hat es geklappt, als ich meinem Sohn ein Bild von schiefen Schnuller-Zähnen gezeigt habe. Zugegeben, das war ein bisschen gemein, hat aber sehr gut funktioniert. Als Krönung gab's dann noch eine "Der-Schnuller-ist-weg-Torte". Die bekam er am Morgen nach der Nacht, in der er zum ersten Mal "ohne" geschlafen hatte.

Sonja Jakobi, Arnsberg

Für Etappensieger

Als Felix 18 Monate alt war, haben wir ihm erklärt, dass sich die Nuckis tagsüber ausruhen müssten, da sie die ganze Nacht über "in Betrieb" sind. Also wurden die Schnuller tagsüber ins Bett gelegt und nicht mehr rausgeholt. So haben wir Felix das Nuckeln am Tag abgewöhnt. Ende vergangenen Jahres - da war er knapp drei - hat Felix seine Schnuller in Geschenkpapier gewickelt und unter den Weihnachtsbaum gelegt. Jetzt sind sie endgültig weg.

Kim Nolden, Tönisvorst

Ohne Schnuller geht es – nicht?

Jonathan hat eine große Familie und eine große Leidenschaft. Seinen Schnuller. Dabei ist Jonathan schon vier. Und alle finden: jetzt reicht’s. Jonathan findet das nicht. Mit großer Unterstützung von seinem Onkel aus Amerika. Der trägt nicht nur lustige Zöpfe auf dem Kopf, sondern auch noch einen Schnuller um den Hals. Den „Glücksschnuller“. Eine wunderschöne Geschichte vom Jerusalemer Autor Uri Olev mit wunderbaren Bildern von Jacky Gleich. Vielleicht sogar ein Schnuller-Abgewöhn-Programm.

Beltz & Gelberg, 12,90, ab vier Jahren

Ihre Ideen interessieren uns!

Wenn Sie selbst eine gute Idee haben, den Schnuller-Abschied zu erleichtern - schreiben Sie uns an userkommentar@eltern.de!