Eltern-Coaching
Fünf Eltern-Fragen zum Schulstart

Der Schulstart ist auch für Eltern ein neuer Abschnitt, der Unsicherheiten und Fragen mit sich bringt. Die wichtigsten Fragen haben wir hier für Sie zusammengestellt - beantwortet hat Sie Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Angela Schuh.

1. Wie vermeide ich, dass ich meine schlechten Schulerfahrungen auf mein Kind übertrage?

Eltern-Coaching: Fünf Eltern-Fragen zum Schulstart

Reden Sie darüber mit anderen Erwachsenen. Auf diese Weise lassen sich viele Ängste klären. Wenn man erkennt, dass das eigene Kind ganz andere Möglichkeiten besitzt, als man selbst hatte.

2. Wie reagiere ich, wenn mein Kind die Lehrerin toller findet als mich?

Zunächst einmal dürfen Sie sicher sein, dass sich das nach ein paar Monaten ändert. Aber vor allem sollten Sie stolz auf sich sein, wenn nach der Einschulung die Lehrerin zur wichtigsten Bezugsperson Ihres Kindes wird. Der Vertrauensvorschuss, den Ihr Kind seiner Lehrerin entgegenbringt, konnte nur entstehen, weil es in seinem Elternhaus so viel Vertrauen aufbauen konnte. Und wenn es nun sein Vertrauen auch auf andere Menschen überträgt, zeigt es, dass es altersgemäß entwickelt ist.

3. Wie kann ich mein Kind motivieren und ihm beibringen, selbstständig zu arbeitet?

Fördern Sie die Lernmotivation Ihres Kindes. Das heißt, nutzen Sie die gute Beziehung zu Ihrem Kind. Denn nichts ist für Kinder in diesem Alter so wichtig wie Nähe, Wärme und Anerkennung. Und dafür sind sie bereit, sehr viel zu geben. Wenn Sie sich zum Beispiel für Ihr Kind wünschen, dass es konzentriert lernt, dann loben Sie es genau in dem Moment, in dem es genau das tut. Wenn Ihr Kind spürt, wie sehr Sie sich ihm zuwenden, sobald es engagiert lernt, wird es sich verstärkt anstrengen, um immer wieder das schöne Gefühl zu erleben, das Ihre Anerkennung ihm gibt.

4. Wie reagiere ich, wenn mein Kind Schwierigkeiten mit der Umstellung auf die Schule hat?

Mit der Frage nach den Umbrüchen haben sich Wissenschaftler in den letzten Jahren intensiver beschäftigt. Das entsprechende Forschungsgebiet heißt "Resilienz". Man könnte es ungefähr so übersetzen: etwas aushalten und dadurch stark werden. Das gilt zum Beispiel, wenn Kinder unvermeidliche Umbruchphasen durchleben und ihre Eltern ihnen dabei aktive Unterstützung anbieten, statt sie nur zu trösten.
Machen Sie es sich zur Aufgabe, Ihr Kind zu ermutigen und es anzuspornen, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Und vor allem: Freuen Sie sich mit ihm über jeden kleinen Schritt, den es in dieser Hinsicht gemeistert hat. Dann darf auch mal ein kleines Geschenk sein – als Anerkennung für das Erreichte.

5. Wie bekomme ich mit, ob mein Kind sich in der Nachmittagsbetreuung wohl fühlt?

Falls es sich ergibt, dass Sie Ihr Kind nachmittags abholen, bringen Sie etwas Zeit mit. Die Tür- und Angelgespräche, die sich dabei mit Erzieherinnen und anderen Eltern ergeben können, sind sehr wertvoll: Sie bleiben auf dem Laufenden und gewinnen Ansprechpartner, wenn es zum Beispiel mal mit dem Abholen eng wird. Außerdem wird Ihr Kind es schätzen, in einem Netzwerk freundschaftlicher Beziehungen aufgehoben zu sein. Ganz wichtig: Nachmittagskinder haben außerhalb der Betreuung aufgrund der zeitlichen Schwierigkeiten wenige Kontakte zu ihren Klassenkameraden. Denken Sie deshalb daran, dass Ihr Kind zum Ausgleich Freunde aus seiner Gruppe regelmäßig einladen und besuchen kann.