Medienerziehung

Schreckliche Nachrichten Kindern erklären

Weiterleiten Drucken

Kinder reagieren sensibel


Alle Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder in einer friedvollen und intakten Welt aufwachsen. Doch die Realität sieht im Moment ganz anders aus. Täglich neue Katastrophenmeldungen aus Japan, Regierungsumstürze im arabischen Raum - die Nachrichten sind voll von schrecklichen Bildern und Meldungen.

Die meisten Kinder reagieren sensibel auf die allgemeine Aufregung. Schnell spüren sie, dass etwas passiert sein muss und wollen wissen, was los ist. Schlagworte wie "Super GAU", "Kernschmelze" oder "Tsunami" sagen ihnen nichts und die schrecklichen Bilder von Verwüstung und Leid machen Angst.

Auch als Eltern kann man seine Kinder vor den Bildern der aktuellen Ereignisse nicht schützen. Sie können aber dafür sorgen, dass diese bei ihren Kindern weniger angsteinflössend ankommen.

Eltern.de hat mit dem Medienpädagogen Michael Gurt vom Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) und dem Dipl. Pädagogen Winfried Feß gesprochen. Lesen Sie hier Tipps, wie Sie mit Ihren Kindern über Katastrophen und Terror sprechen können.

Verleugnen Sie nicht Ihre eigenen Gefühle

Es bringt nichts, die eigenen Ängste zu verstecken. Denn Kinder spüren auf jeden Fall, dass Sie etwas bedrückt. Das Gefühl, die eigenen Eltern sind nicht ehrlich, verheimlichen etwas oder wiegeln ab, ist für Kinder schlimm. Geben Sie Ihre eigene Unsicherheit ruhig zu, aber relativieren Sie diese, indem Sie bei den Tatsachen bleiben: Weitere Schreckensszenarien, die einem vielleicht durch den Kopf gehen, sollten man nicht mit den Kindern besprechen.

Nehmen Sie Ihr Kind ernst

Wenn Ihr Kind das Bedürfnis hat, über die Ereignisse zu sprechen, dann tun sie es. Ist es aber mit anderem beschäftigt, so sollen sie das respektieren - auch wenn das manchmal schwer fällt, weil sich die eigenen Gedanken häufig um die Krise drehen. Wichtig ist, dass Ihr Kind sich in seinen Sorgen ernst genommen fühlt. Nehmen Sie sich Zeit, um mit ihm die Ereignisse zu besprechen. Fragen Sie es auch, von wem und was es möglicherweise über das Ereignis erfahren hat: War im Kindergarten davon die Rede? Wie hat die Lehrerin reagiert? Hat es vielleicht Bilder im Fernsehen gesehen, als Sie nicht dabei waren? Klagt Ihr Kind über Alpträume - lassen Sie sich diese erzählen.

Ihr Kind braucht Ihre Unterstützung

Damit Kinder das Gesehene richtig einordnen können, brauchen Sie Ihre Unterstützung. Sehen Sie sich Sendungen gemeinsam an und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Im Vorschulalter sollten Kinder so wenig wie möglich mit erschütternden Bildern konfrontiert werden.
Fernsehbilder und Computeranimationen können den Eindruck erwecken, dass es sich hierbei um eine Filminszenierung handelt. Machen Sie Ihrem Kind behutsam und unmissverständlich klar, dass die Ereignisse wirklich passiert sind. Bleiben Sie jedoch bei den Tatsachen und beschwören Sie keine Horrorszenarien auf.

Wie Kinder damit umgehen

Ein Kind, das eine Spielzeugstadt aus Bauklötzchen einstürzen lässt - eine solche Szene sollte Sie nicht beunruhigen: Kinder spielen oft das nach, was sie sehen. So verarbeiten sie Eindrücke, Gedanken und Gefühle. Greifen Sie nicht moralisierend ein. Nutzen Sie die Gelegenheit, um mehr über die Gefühle Ihres Kindes zu erfahren. Manche Kinder verarbeiten Ihre Ängste auch beim Malen - auch dann können Sie ein Gespräch beginnen.

Erklären Sie Ihrem Kind, was passiert

Versuchen Sie, die Ereignisse möglichst einfach und klar zu erklären. Natürlich ist dies nicht immer möglich, geben Sie ruhig zu, wenn Sie etwas nicht beantworten können und erklären sie warum. Verallgemeinerungen und Klischees sollte man jedoch vermeiden.

Die größte Angst eines Kindes

Die größte Angst eines Kindes ist es, von den Eltern getrennt zu werden. Spüren Sie diese Angst bei Ihrem Kind, weil es durch die Ereignisse verunsichert wurde, so geben Sie ihm besonders viel emotionale Unterstützung.

Margarete Arlamowski


Weiterleiten Drucken

Eltern.de User, die sich für Schwangerschaft, Geburt, Babys und alle weiteren Familien-Themen interessieren, treffen sich im Eltern.de Forum.

Fruchtbarkeitskalender, mobile Website und ganz neu die Eltern.de-App: Eltern.de für unterwegs.



 
Kommentar schreiben »
Name
E-Mail

Kommentar (max. 1000 Zeichen)

Bild hochladen (optional)


* Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein. Diese wird später nicht auf unserer Seite zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink. Einfach anklicken und schon ist ihr Beitrag online.