Trotz

Wenn kleine Kinder ihre Eltern schlagen

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Kindliche Schläge nicht dulden


Was steckt dahinter, wenn Kinder ihre Eltern schlagen?
Im dritten Lebensjahr erleben sie einen Konflikt zwischen ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung und den elterlichen Geboten. Beispielsweise führt sie die Sauberkeitserziehung zu der Frage, wie sie über ihren Körper bestimmen, sich aber trotzdem an allgemeine Regeln anpassen können. Sie verteilen daher, je nach Temperament, probehalber auch mal Schläge und Tritte, wenn sie sich durchsetzen wollen. Das Kind spürt so seine Macht und freut sich, was es für eine Aufregung bewirken kann.

Und wie reagiert man in solchen Fällen am besten?
Sie müssen sofort ernst, aber gelassen klarmachen, dass Sie Schläge nicht dulden. Also laut und bestimmt "Nein" sagen, dem Kind in die Augen schauen und seinen Arm festhalten. Auch für Kompromisse sind Kinder aufnahmebereit, sie können auch eine Regel wie "Lieber laut reden statt treten" schon verstehen.

Viele Eltern sind gekränkt, wenn sie von ihrem Kind geohrfeigt werden.
"Ich bin groß und das Kind ist klein" - diesen Satz dürfen Vater und Mutter nie vergessen! Wenn das Kind merkt, dass es den Erwachsenen verletzen oder außer sich bringen kann, kann es sich nicht mehr auf ihn verlassen. Kinder wollen sich aber beschützt fühlen. Wenn ein Dreijähriger, der seine Kräfte noch nicht einschätzen kann, die Eltern haut, steckt immer auch die Frage dahinter: Bin ich gefährlich für dich? Da muss die Antwort natürlich ein klares "Nein" sein. Nur so signalisieren Sie Ihrem Kind: "Ich beschütze dich! Ich kann dafür sorgen, dass dir nichts passiert!"

Und wenn mein Kind von einem rabiaten Gleichaltrigen verhauen wird?
Das regelt sich von allein: Während des dritten Lebensjahres fangen Kinder an, sich selbstständig zu verteidigen. Schlagen ist ein natürlicher Reflex - er wird aktiv, sobald ein Kind ernsthaft angegriffen wird. Eltern können sich also getrost darauf konzentrieren, ihrem Kind andere Reaktionen auf Gewalt vorzuleben: deutliche Worte, ein souveräner Ton, körperliche Distanz.

Das Kind darf nicht merken, dass es den Erwachsenen verletzen kann

Ab wann ist das kindliche Hauen, Kratzen und Schlagen nicht mehr harmlos?
Nach einem halben Jahr sollte diese Zeit der körperlichen Machtproben vorbei sein. Zudem spielt das Verhalten des Kindes außerhalb der Familie eine Rolle. Schlägt es nicht nur seine Eltern, sondern auch Kinder? Wie kommt es mit anderen Menschen klar? Wenn die unschönen Momente überhandnehmen, kann man das als Hilferuf des Kindes verstehen: Es fühlt sich einer Situation ausgesetzt, mit der es nicht fertig wird. Seine Aggressionen könnte man übersetzen mit: "Ich brauche mehr Halt", "Mir fehlt Orientierung" oder "Ich habe Ängste".

Und was soll man dann tun?
Die Aufgabe der Eltern ist jetzt: Sie müssen wissen, was sie richtig finden. Und das ihrem Kind vermitteln. Das gibt ihm Sicherheit. Aber natürlich muss ihnen klar sein, dass Kinder durchaus mal impulsiv sein können und nicht immer nur niedlich sind.

von Isabel Winklbauer


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  • von I. Berg am 18. Oktober 2014, 10:50 Uhr

    Also ich finde es ziemlich gemein, dem Kind allgemein zu unterstellen, dass es sich freut, wenn es Chaos verbreitet. Ich habe selbst zwei Söhne groß gezogen und eher mit strenger Hand. Aber ich habe ihnen nie böse Absichten unterstellt. Es sind doch einfach Gefühle, die das Kind hat. Es möchte ernst genommen werden. Aber mit Eltern, die vielleicht auch nie so richtig ernst genommen wurden ist das eben nicht so einfach. Ich habe Verständnis für ihre Schwäche. Das Kind darf jedoch nicht der Sündenbock sein. Kinder sind beschützenswert, sie sind den größeren unterlegen. Wenn ein Kind zu Hause auf einmal aggressiv reagiert, hat es vermutlich Probleme in der Kita, kann sich nicht wehren oder richtig verständigen. Psychologen braucht das Land.


  • von Nanny am 25. September 2014, 07:36 Uhr

    Da kann man nur noch zur Familientherapie raten.


  • von Tina am 28. August 2014, 13:18 Uhr

    Ich bin erstmal geschockt, von den vielen Eltern, die sich von ihrem eigenen Kind verletzen lassen müssen. Ich finde hier geht das Kind eindeutig viel zu weit! Ich würde mich niemals von meinem Kind schlagen lassen, da wäre der Ofen aber sowas von aus. Erstmal würd ich wohl auch mit einem klaren "Nein" und Hand halten reagieren, evt. aufs Zimmer schicken. Ignorieren, damit das Kind merkt, dass es auf die gewaltsame Art ganz bestimmt keine Aufmerksamkeit von mir bekommt. Im Extremfall kann auch ein Klaps auf die Finger helfen, auch wenn man dafür heutzutage praktisch gesteinigt wird, aber solche Auswüchse sind auch nicht mehr normal und pädagogisch sinnvoll!! Sorry, aber wenn sich Eltern heutzutage von ihren Kinder schlagen, kratzen und beissen lassen müssen ist das genauso gestört, wie früher wo Kinder grün und blau verdroschen wurden. Scheinbar sind wir jetzt im anderen Extrem angelangt!


  • von Christine am 20. September 2012, 22:02 Uhr

    Unser Sohn ist 3 Jahre alt und ging seit er 8 M alt ist zur Tagesmutter und seit 1,5 Jahren in eine Kita. Seit der Tagesmutter hat er angefangen andere Kinder, die ihn ärgerten zu beissen. Ich denke, da er der Kleinste war, um sich durchzusetzen. Jetzt in der Kita macht er dies nicht mehr. Dafür zwickt, haut und beisst er meinen Mann und mich, wenn es nicht nach seinem Kopf geht, wir ihm etwas verbieten oder ihn ermahnen. Neulich stand er im Garten und hat den Pflanzen die Blätter abgerissen, nach 3x Erklären dass er dies nicht machen darf, hat er weitergemacht. Ich habe ihn am Arm genommen und unter meinen Arm geklemmt, da hat er mich fest in den Finger gebissen. Ich bin nach so einer Beißattacke so fassungslos, finde dies so respektlos, ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Mit Auszeit, in ein Zimmer gehen und Bestrafungen wie z.B. Süßigkeitenverbot kommen wir auch nicht weiter. Dies stimmt mich verzweifelt und ziemlich traurig. Hat jemand eine Idee was ich machen kann?


  • von chris am 2. Juni 2012, 12:58 Uhr

    ich hatte 2 mal den Fall das meine Sohn nach mir gehauen hat,und mich gebissen hat.Beim Hauen habe ich ihm die Hände fest gehalten ,was er erst einmal lustig fand.Die Belustigung fand aber ein rasches Ende als er bemerkte das er bei mir festsitzt.Ich habe ihm unmissverständlich klar gemacht wenn er nach mir haut,muss er bei mit sitzen bleiben bis er wieder vernünftig ist."Klappt wunderbar"Das gleich Spiel gilt für den Weg vom Kindergarten nach Hause...Hört er nicht,wenn ich ihm sage er soll auf dem Bürgersteig gehen..oder kommt wer nicht wenn ich ihn rufe .."MUSS ER AN DER HAND GEHEN"Das mag er überhaupt nicht :-).Ich ziehe das dann konsequent durch bis nach Hause(Etwa 10 Minuten Fußweg).Das nervt ihn so,das seine Ohren etwas genauer geworden sind.er hört natürlich immer noch nicht immer...aber es ist erheblich besser geworden....Kinder brauchen meiner Meinung nach Konsequente Eltern die Strafen(Konsequenzen für regelwidriges verhalten)durchziehen.


(33 Kommentare)

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