"Sie hat keine Angst mehr vor Männern."
In den ersten Jahren ihres Lebens hat Susanne, 5, keine guten Erfahrungen mit Männern gemacht. Ein liebloser Vater, der schließlich die Familie verließ und den Kontakt abbrach - dieses Erlebnis verstörte Susanne zutiefst. Bis ausgerechnet ein männlicher Erzieher im Kindergarten das Eis brach. Indem er nachfragte, zuhörte, mit dem verschüchterten Kind Bilderbücher anschaute. Ganz anders als der eigene Papa. "Seitdem ist Susanne aufgeblüht", erzählt ihre Mutter Michaela. "Und was mich besonders freut: Sie hat keine Angst mehr vor Männern."
Männerquote ist immer noch niedrig
Nicht nur die Kinder von Single-Müttern können von männlichen Pädagogen profitieren - davon ist laut einer aktuellen Studie mehr als jeder zweite Elternteil überzeugt. Zwar liegt ihr Anteil bundesweit noch immer bei kümmerlichen 2,4 Prozent, in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg ist allerdings schon jede zehnte Fachkraft ein Mann. Auch in privaten Initiativen arbeiten immer mehr Männer: Vor Kurzem eröffnete zum Beispiel in Hamburg-Ottensen "Menschenskinder", eine Tagespflegeeinrichtung unter rein männlicher Leitung. Uli Offel, der sich nach der eigenen Elternzeit mit einem Kollegen als Tagesvater selbstständig gemacht hat, freut sich: "Wir sind mit zwölf Kindern voll ausgebucht."
Männer sind besser darin, zur Selbstständigkeit zu erziehen
Kürzlich hat das Bundesfamilienministerium ein Programm gestartet, mit dem nicht nur mehr Schulabgänger für den Erzieherberuf gewonnen werden sollen, sondern auch Männer in beruflichen Umorientierungsphasen. "Wir bekommen jede Menge Bewerbungen von Bäckern, Maurern und Handwerkern", erzählt Jutta Carl, 47, Kita-Leiterin aus Berlin-Spandau. Nach 22 Jahren Berufsleben sagt sie: "Ich arbeite gern mit Männern zusammen. Sie haben oft ganz eigene Qualitäten." Und die liegen nicht zwingend auf dem Fußballplatz: "Männer sind meistens besser in der Selbstständigkeitserziehung - die warten mit einer Engelsgeduld, bis ein Dreijähriger sich selbst die Schuhe angezogen hat, während Frauen schnell eingreifen." Dafür, so Carl, haben die weiblichen Kolleginnen oft den besseren Überblick: sehen, wer mitspielt, wer ausgeschlossen wird oder sich vor dem Aufräumen drückt.
Aber Männer tun sich auch schwerer mit Regeln
Nicht immer ergänzen sich Frauen und Männer in der Kita perfekt. "Es kann schwierig werden, wenn nur ein einziger Mann im Team ist", berichtet Carl aus Erfahrung. Denn männliche Erzieher tun sich erfahrungsgemäß schwerer mit Regeln und Verboten: "Die toben mit den Kindern über Tische und Bänke - und die Kolleginnen müssen hinterher durchsetzen, dass aufgeräumt wird." Ein Phänomen, das auch Fabienne Becker-Stoll kennt. Die Leiterin des Bayerischen Staatsinstituts für Frühpädagogik in München ist zurückhaltend, was die Forderung nach mehr Männern im Kindergarten angeht. Nicht, weil sie die für ungeeignet hält – sondern weil in gemischten Teams die Rollen oft besonders konservativ verteilt sind.
"Kaum ist ein Mann mit dabei, schnippeln die Frauen das Obst, und der Mann baut das Gartenhaus." Aber ein anderer Punkt ist Becker-Stoll wichtiger: "Wir brauchen geschlechtssensible Erzieher und Erzieherinnen, die den Kindern helfen, ihre eigene Rolle zu finden." Die es nicht belächeln, wenn Finn sich das Prinzessinnenkostüm aus der Verkleidungskiste holt oder Emily Piratenlieder singt.
Missbrauchs-Skandale im Kopf
So manche Mütter und Väter treibt beim Anblick eines wickelnden Krippen-Erziehers allerdings eine ganz andere Sorge um. Angesichts der Serie von Missbrauchsskandalen an kirchlichen Institutionen und Schulen fragen sich viele: Wie kann ich sicher sein, dass meine Kinder in der Kita nicht Opfer eines Pädophilen werden? Eine aktuelle Berliner Studie zeigt: Immerhin jeder fünfte Elternteil hat sich schon einmal Gedanken über möglichen Missbrauch gemacht. Und das ist vermutlich nur die politisch korrekte Version. In anonymen Internetforen finden sich jede Menge Einträge vom Schlage: "Männliche Erzieher sind doch alle pervers." Nur die üblichen Cyber- Stammtischparolen - oder doch berechtigter Verdacht?
Bis zu 300.000 Männer fühlen sich von Kindern sexuell angesprochen
Tatsache ist: Seriösen Studien zufolge fühlt sich etwa ein Prozent aller Männer von Kindern sexuell angesprochen. Das sind bundesweit 250.000 bis 300.000, immerhin die Bevölkerung einer Großstadt. Und nach - nicht repräsentativen - Zahlen von Sexualmedizinern der Berliner Charité sind sie in pädagogischen Berufen überdurchschnittlich stark vertreten. Professor Klaus Beier, Leiter des sexualmedizinischen Instituts an der Charité, warnt dennoch vor Panikmache: "Längst nicht jeder Mann mit einer solchen Veranlagung wird auch zum Täter. Und ehe es zu einem Übergriff kommt, gibt es fast immer deutliche Warnzeichen."
Eltern sollten offen über ihre Bedenken sprechen
Man muss mit Verdächtigungen vorsichtig sein. Denn für einen Erzieher ist wohl kaum eine schlimmere Rufschädigung denkbar, als wenn ihm pädophile Neigungen nachgesagt werden. Was also tun gegen das unangenehme Bauchgefühl? Experten empfehlen: Offenheit nach allen Seiten. "Eltern und Kita sollten in der Eingewöhnungsphase und auch später über solche Bedenken sprechen", sagt Fabienne Becker-Stoll, "und sich gemeinsam über Grenzen verständigen.“ Gemeinsam entscheiden: Dürfen Männer wickeln? Wie nahe dürfen sie den Kindern kommen, wie intensiv trösten? Ebenfalls begrüßenswert: wenn die Kita erlaubt, dass Eltern tageweise in der Kita hospitieren. Erleben sie Erzieher und Kinder im Alltag, zerstreut sich ein diffuser Verdacht meist von selbst.
"Wir haben bei uns noch nicht erlebt, dass Eltern solche Ängste hatten", sagt Tagesvater Offel. "Aber die würden ihr Kind wohl auch nicht bei zwei Männern anmelden." Logisch: Wem der Gedanke an das eigene Kind auf dem Arm eines fremden Kerls unangenehm ist, der hat immer noch die Wahl. Rein weiblich besetzte Kitas gibt es genug.
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Sie können also immer noch keinen Beweis für ihre These liefern. Als einzigen konkreten Fall, der mich "glücklich" machen soll (keineswegs würden mich existierende Fälle von Frauen die Kindesmissbrauch begehen "glücklich" machen!)führen Sie 23 Schwedinnen an, die bei einem Kinderpornoring mitverbrochen haben sollen. Soso. Kenne ich nicht diesen Fall, aber es ist wohl anzunehmen, dass diese kinderpornografischen Machwerke dem Genuss von Männern dienen sollten. Auch in der gewöhnlichen Pornografie- und Prostitutionsindustrie verbrechen Frauen mit, aber es wird nicht gefragt wer oder was sie dorthin gebracht hat.Wahrscheinlich war es nicht ihr "Genuss".
Zur "maßlosen Übertreibung": Wenn die Kriminalbehörden von hunderttausenden Opfern von sexuellem Mißbrauch von Kindern durch Männer, Opferorganisationen von Millionen Opfern ausgehen, vermag ich bezüglich einer kritischen Haltung gegenüber Männern in Kitas und Familien! keine "maßlose Übertreibung des Problems" zu erkennen. Sind denn hunderttausende bzw. Millionen von mißbrauchter Kinder noch zu wenig für sie? Kein hinreichender Grund generell etwas zu verändern? Für mich schon.
@Bombi
Sie unterstellen mir "schlechte Erfahrungen" mit Männern die zu Männerhass führten, weshalb es "zwecklos" sei mit mir zu diskutieren. Dafür diskutieren Sie aber schon viel zu lange mit mir, Bombe. Zudem ist es schäbig Menschen ihre vermeintlich schlechten Erfahrungen (bedaure, meine "schlechten Erfahrungen" halten sich in Grenzen) vorzuwerfen, um sie dann als Gesprächspartner abzuqualifizieren. Schlechte Erfahrungen entwerten keine fundierten Argumente, Bombe, selbst wenn ich Elisabeth Fritzl hieße. Und Hass ist ein natürliches, gesundes Gefühl als Reaktion auf Unrecht-egal ob selbst erlitten oder nicht. Ein empfehlenswertes Gefühl, welches im Gegensatz zu der stets von Frauen eingeforderten Bereitschaft ja Zwang zum Verstehen, Verzeihen, Verbessern, Kraft gibt. Gleichsam wie Benzin wirkt und den Mut zur radikalen Verweigerung von Mittun und Gehorsam gibt. Den Mut zur Zerschlagung ungerechter Strukturen gibt, denn Frauen haben das Zeug dazu.
Also Sie "Bombe", ich fasse mal zusammen was sie als "Beweis" für Ihre Behauptung "Auch Frauen mißbrauchen Kinder" ins Feld führen. Den AJS, (Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz)also. Nun gut Bombe, der AJS gibt folgendes raus: Einer Expertin ist in ihrem ganzen Berufsleben kein einziger Fall bekannt geworden. Punkt. Daraus folgt überraschenderweise die Erkenntnis "das heißt aber nicht, dass es solche Fälle nicht gibt." Aha. Logik sechs, setzen. Nächstes Zitat: "Es gibt keine Daten, Zahlen oder systematischen Untersuchungen" zu dieser Behauptung. Punkt. Dann kommen wieder die üblichen großen unbekannten "Experten", die "schätzen" es gibt um 15% weibliche Täter. Donnerwetter, eine große Zahl. Diese "Experten" möchten aber nicht mit Namen genannt werden
und ihre "Forschungsergebnisse" nicht offenlegen. Unüberprüfbar also. Aus gutem Grund, denn es sind stets die selben "Experten" die dies behaupten, wohlbekannte Väterrechtler, die im Umfeld von "Kinderfreunden" agieren und mit Staatsanwälten Ärger haben. Zudem sind die weiblichen Expertinnen des AJS doch wohl allesamt Beamtinnen, also werden vom Staat bezahlt. Dem Staat der diese Verbrechen von Männern an Kindern durch seine Familiengesetze erst möglich macht und irgendeine Rechtfertigung braucht um das auch weiterhin genauso weiterlaufen zu lassen. Also Bombe, Ihre Argumente sind weniger als nichts.
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