Glosse

Multitasking - die tägliche Herausforderung

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Mütter-Multitasking


Kzenon - Fotolia.com

Als Mutter von zwei Kindern, von denen das jüngere noch nicht sicher sprechen kann und das ältere im Zahlenraum bis 20 noch nicht sicher rechnen kann, bin ich es eigentlich gewohnt, täglich mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Fläschchen machen, Kopfrechnen und Pflaster an aufgeschürfte Ellbogen kleben sind Tätigkeiten, die man nahezu zeitgleiche erledigen kann – auch wenn das die Wissenschaft bestreitet.

Auch Wissenschaftler können irren

Denn mehrere wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass das menschliche Gehirn nicht in der Lage ist, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erfassen und zu bewältigen. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass das weibliche Gehirn sehr wohl dazu in der Lage ist. Aber Wissenschaftler kochen, kleben und rechnen in ihren Laboren nicht zeitgleich, sonst würden sie auf andere Studienergebnisse kommen.

Erst neulich war wieder klassisches Mütter-Multitasking gefragt: Meine Freundin rief mich an, um mit mir ausführlich den Übertritt ihres Sohnes aufs Gymnasium zu diskutieren. Meine Tochter erledigte währenddessen ihre Hausaufgaben, mein Sohn spielte im Garten mit dem Hund und ich wog Zucker, Mehl und Butter für einen Rührkuchen ab. Ich wage zu behaupten, dass mein Gehirn 175 Gramm Mehl, Kleinkind und Hund sowie die Lernbereitschaft meiner Tochter erfasst und registriert hatte und ich auch dem Inhalt des Telefonats inhaltlich folgen konnte.

Richtig kompliziert wurde es erst bei 17 minus 9

Komplizierter wurde es dann, als Elias mit seinen schmutzigen Gummistiefeln im Flur stand und lautstark nach "Sokolade" für sich und "Leggeliii" für den Hund verlangte, meine Tochter nicht auf das Ergebnis von 17 minus 9 kam und meine Freundin eine Einschätzung von mir haben wollte, ob ihr Sohn das erste Halbjahr auf dem Gymnasium wohl schaffen würde. Ich fühlte mich voll gefordert, verteilte Leckerlis, rechnete und wog Pro und Contra ab, schob meinen Rührkuchen ins Rohr und fühlte mich im besten Sinne als Managerin eines kleinen, sehr erfolgreichen Familienunternehmens.

Als ich den Kuchen nach einer Stunde aus dem Rohr nahm, kam er mir seltsam flach vor. Irgendwas muss dann doch falsch gelaufen sein - vielleicht lag es an der Großwetterlage oder an den drei Eiern die, nicht mehr ganz frisch waren, oder am Päckchen Backpulver, dass unangetastet neben dem Backbrett lag.

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