Erfahrungsbericht

Dagmar und die Rüpelrentner

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Erfahrungsbericht: Dagmar und die Rüpelrentner

So geht Deutschland mit seinem Nachwuchs um:

Leider kein Einzelfall - weitere Beispiele für Kinderfeindlichkeit:








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Es war gegen 17.30 Uhr, als ich mit meinem Sohn Elias auf dem Nachhauseweg in der S-Bahn saß. Es war warm, es war stickig und mein Kind war müde. Eine komplizierte Mischung, die es etwas schwierig macht, Kleinkinder im öffentlichen Personennahverkehr eine Stunde lang bei Laune zu halten. Um Elias die Zeit zu vertreiben, hielt ich an jeder Haltestalle nach Baggern, Lkws und Hunden Ausschau. Leider wird im Moment auf dieser Strecke eher wenig gebaut und fürs Gassigehen war es den Herrchen und Frauchen anscheinend zu warm.

Als seine Milchflasche leer und die Breze bis zur Unkenntlichkeit angekaut war, fiel auch noch der Schnulli auf den schmutzig-staubigen Zugboden, was Elias mit einem lautstarken "NEIIIIN" kommentierte. Kurz darauf hatten wir das dritte Bilderbuch durchgeblättert. Elias rief immer dann laut "DA! DA! DA!", wenn ein Hund oder ein Bagger abgebildet war und sogar noch etwas lauter "NEIIIIIN!" wenn kein Hund oder kein Bagger abgebildet waren. Dann begann das Meckern.

Drei Senioren hatten sich schräg gegenüber zusammengerottet und raunzten immer lauter in unsere Richtung: "Also diese Kinder heutzutage sind überhaupt nicht mehr erzogen, zu unserer Zeit hätte es das nicht gegeben." Ich tat so, als ob ich nichts gehört hätte. Kurz darauf: "Wenn diese verzogenen Gören etwas nicht bekommen, fangen Sie gleich an zu schreien." Ich dachte an den Schnuller, der auf den schmutzigen Boden gefallen war. Könnte es möglich sein, dass die Mehrfachimpfung mein Kind auch gegen Magendarminfektionen, Mundfäule und Bandwürmer schützen würde? Kurz darauf verwarf ich den Gedanken und blieb bei meiner Entscheidung, lieber einen Schrittmacherkollaps der Rentnerbande zu riskieren als meinem Sohn den schmutzigen Schnulli wieder in den Mund zu stecken.

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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von Balance am 19. Mai 2011, 09:50 Uhr

    Schlechte Erfahrungen wie diese muss leider fast jede Mutter verbuchen, besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber auch positive Überraschungen sind möglich. Ich war letzte Woche mit meinem Sohn im Buggy auf dem Weg in die Kinderkrippe als eine Horde jugendlicher Berufsschüler in den Bus stieg. Mein Sohn war quengelig und ich dachte, das wird jetzt echt anstrengend. Aber ich wurde eines besseren belehrt: Mit dem Kleinen wurden Späßchen gemacht und mir wurde sogar Hilfe beim Aussteigen angeboten (was sonst NIE passiert). Ich war geplättet! Das, was wenige Erwachsene hinbekommen, kriegt die Jugend von heute blendend auf die Reihe: Rücksicht üben, Hilfe anbieten, einfach freundlich sein. Chapeau für die Mamas!


  • von Sabine am 17. Mai 2011, 17:50 Uhr

    Typisch Deutsch kann ich da nur sagen.
    Ich habe 7 Jahre in Israel gelebt und bin jetzt seit 4 Jahren in den USA und habe so etwas nur im Umgang mit Deutschen erlebt.
    Als ich mit meinem 3 Monate alten Baby mit der Lufthansa in die USA geflogen bin und er beim Einsteigen ein bisschen geweint hat, wurde ich gleich schief angesehen und fast gebeten doch wider auszusteigen ;-)
    Zwei Jahre spaeter bei einem weiteren Flug mit der Lufthansa wurde ich staendig angemekcert (von den Stewardessen) als mein Sohn im Gang ein bisschen gespielt und sich die Beien vertreten hat. Und geholfen wird einem schon gar nicht (mit Tasche, Kind und Autositz im Flugzeug). Bei den meisten FLuglinien werden Eltern mit Kindern zuerst ins Flugzeug gelassen, nicht so bei der Lufthansa. Und angemeckert wird man, wenn man es dann nicht rechtzeitig schafft, den Autositz und das Kind in den Flugzeugsitz zu bekommen.


  • von Dagmar@sachsenfamily01 am 30. November 2010, 12:40 Uhr

    Hallo,
    ich wohne auf dem land wo man sagt es gänge alles familiärer zu als in der Stadt. Trotzdem hatte ich schon den ersten Zusammenprall mit "Rüpelrentnern" als ich noch schwanger war. Im 7. Monat mit unübersehbarem Bauch war ich beim Tierarzt. Alles Stühle im Wartezimmer waren besetzt, bis auf einen auf den eine alte Frau nur ihre Jacke und ihre Handtasche liegen hatte. Sie machte allerdings keine Anstalten die sachen weg zu nehmen und sah mich nur böse an. Ich bin nun nicht der Typ der da gleich meckert und hab mich deswegen erstmal nur an die Wand gelehnt solange es ging. Jemand anderes stand übrigens auch nicht auf. Als ich nach einer Weile die alte Frau höflich bat mich setzen zu dürfen brummelte sie nur etwas vor sich hin und reagierte nicht bis ich lauter fragte.
    Fall Nummer 2 passierte mir im Supermarkt als meine Kleine 4 Monate alt war. Ich trug sie zu der zeit viel im Tragetuch herum, so auch mit vollem Einkaufswagen in der Kassenschlange. Sie war sehr unruhig, zappelte und weinte weil sie die Windel voll hatte. Ich wollte nur schnell bezahlen und dann das Windelproblem lösen als ein Opa meinte er habe das Recht sich mit seinen zwei Sachen vorzudrängeln, weil er ja so wenig Zeit habe und mich vor allen Leuten übel anraunzte weil ich ihn nicht vorlassen wollte. So viel zum kinderfreundlichen Deutschland. Die Rentner sollten sich mal überlegen wer ihre Rente bezahlt und die Höflichkeit und Rücksichtnahme die sie oft grundlos für sich beanspruchen auch anderen entgegenbringen. In anderen Ländern geht das doch auch!


  • von C.S. am 5. Oktober 2010, 19:52 Uhr

    Ach - da spaltet sich mal wieder die Gesellschaft.

    An einem Tag wird "propagiert" dass doch die Paare, die sich zum Kind entscheiden, immer weniger werden, und noch dazu nicht in der Häufigkeit wie früher eine 10-Kind-Familie als Optimum erachten.

    Auf der anderen Seite werden Kinder permanent als Störend empfunden, und Eltern mit Kindern im "normalen" Leben müssen sämtliche Stolpersteine aus dem Weg schaffen, die die Gesellschaft Ihnen in den Weg legt.

    Vielleicht sollten sich all diejenigen, die sich über Kinderlärm beschweren, mal in mehr oder weniger Jahren vor Ihrem Kontoauszug an solche Situationen erinnern, und ob es wohl besser wäre, da hätte kein Kind in der S-Bahn gesessen.

    Unmöglich - solche Leute brauchen wir nicht...!


  • von Anna am 23. September 2010, 22:27 Uhr

    Ah was sich aufregen , bei meinchen Beschrenken leuten. Mir ist das oft passiert.Tja nur das problem ist. ich lass mir nicht sagen,nicht beurteilen oder schon gar nicht was schlechtes über meine kinder.
    Da bekammen diese verwirten leuten einige Sätze an den kopf geschmißen,da ihnen nichts mehr einfiehl.

    Was ich damit sagen will, wen diese leute hinterm rücken "tuscheln" wollen die sich wichtig machen.
    weil im wahren konflikt sie kleine graue Mäuse sind.

    Also...keine panik,oder schämen!!
    Die sollten sich Schämen.


(26 Kommentare)

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