Grosse Studie
Ohrfeige oder Klaps - Tabu oder nicht so schlimm?

Ein Klaps auf den Po oder gar eine Ohrfeige - wie halten es Eltern heute mit körperlichen Strafen? Wir wollten es genau wissen und haben mit dem Forsa-Institut über 1.000 Eltern in Deutschland befragt. Hier die teils ernüchternden, teils ermutigenden Ergebnisse.

Wie halten es Eltern heute mit Klaps und Ohrfeige?

Grosse Studie : Ohrfeige oder Klaps - Tabu oder nicht so schlimm?

Nach fünf Jahren ist eine Bestandsaufnahme fällig: 2007 hatten wir Eltern das letzte Mal gefragt, ob sie beim Kindergroßziehen auch Klapse und Ohrfeigen verteilen - und wenn ja, wie es dazu kommt.

Jetzt liegen uns die Ergebnisse unserer neuen Umfrage vor, die wir bei den Meinungsforschern von Forsa in Auftrag gegeben haben. In einer repräsentativen Umfrage unter 1.003 deutschsprachigen Personen ab 18 Jahre mit mindestens einem Kind bis 14 Jahre haben wir im vergangenen Jahr die Einstellung der Eltern zu körperlichen Strafen abgefragt.

Um es gleich vorweg zu sagen: Es wird noch immer geklapst, versohlt und geohrfeigt ... das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Immer weniger Mütter und Väter tun es. Und fast niemand findet es mehr richtig, wenn ihm die Hand ausrutscht.

Warum rutscht Eltern überhaupt die Hand aus?

Heute müssen wir über die negativen Folgen körperlicher Strafen zum Glück nicht mehr diskutieren. Ganz egal, ob Pädagogen, Hirnforscher oder Psychologen - alle Fachleute sind sich einig: Schläge demütigen das Kind, sie halten es klein und untergraben die Autorität der Eltern.
Sicher zerbricht ein einzelner Klaps auf den Po keine Kinderseele, und ein Kind kann über eine Ohrfeige hinwegkommen, wenn es sich um eine einmalige (!) Verzweiflungstag handelt. Aber klar ist: Gehören körperliche Strafen zum Alltag, vergiften sie die Eltern-Kind-Beziehung und bringen wiederum eine neue Generation ohrfeigender Eltern hervor - das belegt auch unsere Umfrage.
Warum fragt man sich, hört das nicht auf? Welche Gründe fürs Hauen führen die Eltern eigentlich an? Offenbar gibt es vor allem einen Auslöser: Überforderung! Der Wunsch, alles richtig zu machen, eine oft kinderunfreundliche Umgebung und zunehmender Druck der Arbeitswelt ersticken die Gelassenheit, die man im Alltag mit Kindern braucht. Da gelingt es eben nicht, über eine dreijährige Puddingschleuder am Mittagstisch einfach hinwegzusehen.

Und in unserer Bildershow haben wir ein paar Impressionen von der Pressekonferenz zur Vorstellung der Studie für Sie zusammengestellt. Klicken Sie einfach auf das erste Bild:
 

Vorstellung der ELTERN-Studie "Gewalt in der Erziehung"

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Von:Jennifer Litters, Oliver Steinbach