ELTERN: Spätestens mit zwei Jahren ist es so weit:
Aus kleinen Kindern werden manchmal große Wutmonster.
Sie trotzen. Warum eigentlich?
Hans Berwanger: Weil sie etwas Wesentliches gelernt haben: Ich
bin ein Ich! Ich kann Entscheidungen treffen. Ich
habe Ziele und Ideale und werde für sie kämpfen.
Ein riesiger Entwicklungsschritt. Und den muss
man einüben: Wie kriege ich das mit dem Wollen
und Wünschen hin? Richtig glücklich ist der Begriff
"Trotzalter" übrigens nicht, weil er bewussten
Widerstand unterstellt. Aber darum
geht’s nicht. Trotzkinder sind nicht ungehorsam,
sie wollen einfach nur selbstständig werden, sich
von den Eltern abnabeln.
ELTERN: Was bedeutet das konkret?
Hans Berwanger: Die ganze Babyzeit über fühlen sich kleine Menschen
wunderbar aufgehoben in der Einheit mit
Mama und Papa – und aus dieser Verschmelzung
lösen sie sich jetzt. Warum muss ich jetzt aufhören,
zu spielen? Wieso darf ich nicht allein über
die Straße gehen? Ihre Wutanfälle sind keine böse
Absicht, sondern eine Panikreaktion auf die
eigene Unzulänglichkeit. Ohnmacht und Entsetzen
brechen aus Kindern heraus wie ein Vulkan.
Und: Sie leiden unter den Wutausbrüchen.
ELTERN: Wie können Eltern dabei helfen?
Hans Berwanger: Nicht schimpfen! Das verstärkt die Hilflosigkeit
nur. Sondern die Kinder sicher durch den Trotzanfall
begleiten und trösten, wenn der Koller
vorbei ist.
ELTERN: Kann man Trotzanfällen vorbeugen?
Hans Berwanger:Nur bedingt. Wichtig ist, Kinder auf ihrem Weg
in die Selbstständigkeit zu unterstützen. Sie ganz
viel selber machen lassen, nicht alles verbieten,
sondern wenige, klare Regeln aufstellen – aber
die dann auch durchziehen. Und Kleinkinder
nicht mit Entscheidungen überfordern. Die Frage
"Willst du Erdbeeren, Eis oder Joghurt zum
Nachtisch?" ist für Zweijährige nicht zu beantworten.
Alles natürlich! Zwei Alternativen reichen.
Und wenn die Laune kippt, eine klare
Ansage machen: "Heute gibt’s Erdbeeren!"
Top-Thema:
Erziehung heute
Kinderpsycholog im Interview
"Trotz ist ein riesiger Entwicklungsschritt"
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Was tue ich wenn mein kind beim einkaufen seinen willen will? oft geht es da nicht ohne schimpfen. besonders wenn er vor wut sich nicht in den kindersitz setzen lassen will. er so bockt das man ihn nicht anschallen kann.. da bin ich oft hilflos.. und schimpfe schonmal.
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