Fußprobleme

Kinderfüße sind empfindlich

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Rund 40 Prozent der Erwachsenen leiden an Fußproblemen. Ein Drittel davon ist Vererbung, zwei Drittel rühren von falschen Bewegungsgewohnheiten und Fehlbelastungen her. Wie können Eltern ihr Kind davor bewahren? Wir sprachen mit Dr. Christian Larsen, Bewegungsexperte und Leitender Arzt am Spiraldynamik Med Center in Zürich:

Studien zeigen immer wieder, dass viele Kinderfüße nicht gesund sind. Woher kommt das?
Zwei Drittel der Kinder tragen zu kleine Schuhe. Kinderfüße sind so weich und formbar, dass nicht passende Schuhe allenfalls Missempfindungen hervorrufen, Kinder diese aber oft noch nicht richtig deuten können. Das ist fatal, denn wenn mit unseren Füßen etwas nicht in Ordnun gist, wirkt sich das auf den ganzen Körper aus: Gleichgewicht, Fortbewegung und wahrscheinlich sogar die Konzentration werden beeinträchtigt.

Worauf sollten Eltern beim Kauf von Kinderschuhen achten?
Die "Daumenprobe" bringt nichts. Kinder ziehen reflexartig die Zehen ein, außerdem sind viele Schuhkappen so fest, dass man die Zehen nicht tasten kann. Spezielle Messgeräte können die Fußlänge und -weite feststellen. Notfalls sollten Eltern den Fußumriss auf Pappe zeichnen, ausschneiden und zum Einkaufen mitnehmen. Wichtig: Der effektiven Länge müssen mindestens zwölf Millimeter zugegeben werden.

Stimmt es, dass alle Kinder Knickfüße haben?
Bis zur Einschulung sind Knickfüße normal - nachher nicht mehr! Das oft gehörte Argument, dass sich das schon auswachsen werde, stimmt ebenfalls nicht. Der Knickfuß macht zwar keine Beschwerden, aber aus ihm entwickeln sich häufig andere Probleme wie beispielsweise ein Senk-Plattfuß. Hier entlastet Gymnastik!

Was können Eltern außerdem für gesunde Kinderfüße tun?
Füße brauchen Luft und "Bodenerlebnisse". Barfußlaufen ist wichtig, aber es bringt nicht viel, wenn die Füße dabei nur Parkett, Teppichboden oder englischen Rasen zu fühlen bekommen. Strände, Wiesen und andere unebene Böden trainieren Muskeln, Bänder und Sehnen und verschaffen der Fußsohle "Anregungen". Wir wissen heute, dass Gehirn und Füße sehr eng miteinander verbunden sind. Unsere Füße sind unser Fundament, und das Laufen gehört zu unseren elementaren Bewegungsformen. Und übrigens: Wer sich beim Lernen bewegt, behält den Stoff besser.

Drei Fragen - drei Antworten

Wie schnell wachsen Kinderfüße?
Monatlich ein bis zwei Millimeter, das entspricht rund drei Schuhgrößen pro Jahr.

Können auch zu große Schuhe schaden?
Ja. Der Fuß rutscht ständig nach vorne, dadurch werden die Zehen gestaucht. Hat die Ferse keinen festen Sitz, krallen sich die Zehen automatisch an ihre Unterlage. Das gilt übrigens auch für offen getragene Turnschuhe. Beides verursacht Krallenzehen.

Woher kommen Schweißfüße?
Zum großen Teil sind sie Veranlagung. Synthetisches Schuh- und Sockenmaterial fördern das Problem. Fußdeodorants sind nicht zu empfehlen, denn sie stören die natürliche Keimbesiedelung des Fußes.

Spielerische Fußgymnastik

Knick-Senkfüße sind bei Kindern keine Seltenheit, und die Experten streiten sich darüber, ob und wann man welche Einlagen verordnen sollte. Unbestritten ist, dass Füße vor allem Bewegungstraining brauchen, damit ihre 26 Knochen, 107 Bänder und 19 Muskeln gesund heranwachsen und belastbar bleiben.
Sowohl für den Knick- wie auch für den Senkfuß gibt es ein neues Konzept mit Basis- und Aufbauübungen für Beweglichkeit, Wahrnehmung und Kräftigung. Diese "anatomisch intelligente Bewegung" macht leistungsfähiger und fördert das Wohlbefinden. Die sogenannte Spiraldynamik soll aufräumen mit veralteten und teilweise schädlichen Übungen.

Buchtipp Gesunde Füße für Ihr Kind
Christian Larsen, Bea Miescher, Gabi Wickihalter
Trias-Verlag
14,95 Euro
www.spiraldynamik.com

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  • von Rina am 4. März 2009, 19:39 Uhr

    Wo sind die Tipps für die spielerische Fußgymnastik, außer barfuß laufen? Wir haben früher in der Kinderkrippe das aufheben von Bleistiften geübt, im Sitzen und Stehen. Vielleicht hat jemand noch andere Ideen?


    (1 Kommentar)

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