Badeunfälle vermeiden
Die wichtigsten Regeln für sicheres Baden

Endlich ist es richtig warm und auch die Kleinsten freuen sich, wenn sie sich im Plantschbecken, im Baggersee oder sogar im Meer abkühlen dürfen. Was man dabei oft vergisst: Schwimmflügel und Schwimmreifen schützen Kinder nicht vor dem Ertrinken. Traurige Bilanz: 25 Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren ertranken im vorletzten Jahr beim Baden. Damit der Badespaß auch sicher ist, sollte man deshalb ein paar Dinge beachten.

Badeunfälle vermeiden: Die wichtigsten Regeln für sicheres Baden

Die Sonne scheint und das Plantschbecken ist schon angenehmen warm - mit Schwimmflügelchen auch für die Kleinsten eine sichere Sache, möchte man meinen. Doch weit gefehlt: "Schwimmflügel sind keine Lebensversicherung gegen das Ertrinken bei kleinen Kindern. Damit am Wasser wirklich nichts passiert, müssen Erwachsene für eine lückenlose Aufsicht in unmittelbarer Griffnähe des Kindes sorgen", sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder" in Bonn.
Auch Schwimmreifen oder Schaumstoffringe schützen nicht vor dem Ertrinken. Sowohl im tiefen als auch flachen Wasser können Kinder das Gleichgewicht verlieren und in Bauch- oder Rückenlage geraten. Weil ihr Kopf im Verhältnis zum Körper sehr schwer ist, kippt er leicht ins Wasser. Nur wenige Zentimeter Wassertiefe genügen, damit ein Baby oder Kleinkind ertrinkt: Das Wasser dringt in die Atemwege, die Kinder können sich aus dieser Lage nicht mehr eigenständig befreien. Sie gehen unter wie ein Stein und ertrinken innerhalb kürzester Zeit leise, ohne Zappeln oder Schreie.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) "Mehr Sicherheit für Kinder e.V. und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) warnen deshalb vor der vermeintlichen Sicherheit von Schwimmflügeln, Badereifen, Schwimmanzügen oder Schaumstoffringen.
"Auch Kinder, die das Frühschwimmerabzeichen "Seepferdchen" erworben haben, sind keine sicheren Schwimmer. Eltern sollten ihre Schwimmanfänger stets im Blick haben", rät Helmut Stöhr, Leiter Ausbildung im Präsidium der DLRG.

Sechs Regeln für sicheren Badespaß

1. Kinder nie alleine im und am Wasser lassen.
Immer in Griffnähe sein. Kinder ertrinken leise. Sie gehen in Sekundenschnelle unter wie ein Stein. Aufgrund ihrer Körperproportionen ertrinken kleine Kinder sogar im flachen Wasser.
2. Aufsichtspflicht niemals auf ältere Geschwisterkinder übertragen.
Kinder sind mit der Betreuung von kleinen Geschwistern im und am Wasser überfordert, denn sie können gefährliche Situationen noch nicht richtig einschätzen.
3. Kinder früh mit Wasser vertraut machen.
Schon Babys sollten schrittweise und spielerisch mit Wasser und dessen Eigenschaften vertraut gemacht werden. Bereits kleine Kinder können Ausatmen und Tauchen lernen sowie ihren Orientierungssinn unter Wasser schulen. Kinder sollten unbedingt ab vier Jahren mit dem Wasser vertraut gemacht werden. Ab etwa fünf Jahren empfiehlt sich der Besuch eines Schwimmkurses.
4. Auftriebshilfen nur unter Aufsicht benutzen.
Ratsam sind Schwimmflügel mit zwei Luftkammern und einem GS Zeichen. Wenn Kinder mit Schwimmhilfen im Wasser sind, müssen sie ständig beaufsichtigt werden. Schwimmringe und -spielzeuge sind gefährlich, wenn Kinder hindurch rutschen und ins "Tiefe" abgleiten.
5. Kinder auf mögliche Gefahren vor Ort hinweisen.
Ob am Meer, im Schwimmbad oder zu Hause, Kinder sollten auf Wellengänge, Wassertiefe, Strömungskanäle und Sprungbereiche und deren Gefahren wiederholt hingewiesen werden.
6. Schwimmen lernen ist lebenswichtig.
Ein Kind kann sicher schwimmen, wenn es: - sich unter Wasser genauso gut zu Recht findet, wie über Wasser und mehrere Sprünge ins Wasser beherrscht, - 15 Minuten ohne Halt und ohne Hilfen im tiefen Wasser schwimmen kann und beim Wasserschlucken nicht anhalten muss - auf dem Rücken genauso gut schwimmt wie in Bauchlage.