Kinderkrankheiten
Scharlach: Symptome, Ansteckung und Therapie

Ihr Kind fühlt sich schlapp, hat plötzlich hohes Fieber und starke Halsschmerzen? Das könnte Scharlach sein - um dies abzuklären, sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen. Was Sie bei Scharlach wissen müssen, wie groß die Ansteckungsgefahr ist und wie sich eine Infektion vermeiden lässt, lesen Sie hier.

Scharlach: Symptome, Ansteckung, Therapie
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Woran erkennt man Scharlach?Wie steckt man sich mit Scharlach an?Wie wird Scharlach behandelt?Wie kann man Scharlach-Patienten helfen?Wie kann man sich vor einer Scharlach-Infektion schützen?Kann man Scharlach öfter bekommen?Warum bleiben manche Kinder von Scharlach verschont?

Woran erkennt man Scharlach?

Ob ein Kind Scharlach hat, kann der Kinderarzt per Halsabstrich schnell testen. Wenn es sich wirklich um die Kinderkrankheit handelt, sind die Symptome meist so deutlich, dass man sie gut erkennt.

Folgende Anzeichen deuten auf Scharlach hin:

  • Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und schnell ansteigendes Fieber;
  • Schüttelfrost;
  • gerötete und geschwollene Rachenschleimhaut, gelbweiße Eiterpunkte auf den Mandeln und Mundgeruch;
  • geschwollene Lymphknoten am Hals, dazu häufig Schnupfen oder Ohrenschmerzen;
  • weiß belegte Zunge, die sich nach dem dritten oder vierten Krankheitstag pinkfarben (Himbeerzunge) rötet;
  • Ausschlag, der ein bis zwei Tage nach den ersten Krankheitszeichen auftritt. Der Ausschlag kann aber auch fehlen oder nur schwach ausgeprägt sein. Er beginnt mit kleinen Rötungen in den Beugefalten der Achseln und in der Leistengegend und breitet sich dann über den ganzen Körper aus. Nur Handinnenflächen und Fußsohlen bleiben verschont. Da die Wangen feuerrot werden, wirkt der Bereich um den Mund auffallend blass. Nach sechs bis neun Tagen klingt der Ausschlag in der Regel ab. Nach einigen Tagen beginnt sich die Haut zu schälen. Vor allem an den Innenflächen der Hände und an den Fußsohlen.

Wie steckt man sich mit Scharlach an?

Die Kinderkrankheit wird über eine Tröpfcheninfektion weitergegeben. Durch Niesen, Husten oder auch beim Sprechen gelangen die Streptokokken von einem Menschen zum anderen. Kinder, die noch Gegenstände in den Mund nehmen, können sich auch auf diesem Weg mit Scharlach infizieren.
Die Inkubationszeit beträgt zwischen ein und drei Tagen. In dieser Zeit kann ein Kind also in Kita oder Schule unwissentlich noch sehr viele andere Kinder anstecken, bevor die ersten Krankheitssymptome auftreten. Wie viele andere Kinderkrankheiten, macht Scharlach in Betreuungseinrichtungen schnell die Runde.
Ist bekannt, dass es in Ihrem Kindergarten Scharlachfälle gibt, sollten Sie Ihr Kind besser einige Tage zu Hause betreuen. Ist das eigene Kind erkrankt, muss die Einrichtung benachrichtigt werden.
Um den Teufelskreis zu unterbrechen, gilt für betroffene Eltern, ihr Kind schon bei den ersten Krankheitsanzeichen aus der Betreuungseinrichtung zu nehmen, um die Ansteckung anderer zu vermeiden.

Wie wird Scharlach behandelt?

Nach einem positiven Rachenabstrich wird der Kinderarzt in der Regel ein Antibiotikum verschreiben. Der Vorteil: Das Kind ist bereits nach 72 Stunden nicht mehr ansteckend und nach drei Tagen fühlt sich der kleine Scharlach-Patient wieder einigermaßen gesund. Der Nachteil: Weil sich das Kind schnell wieder fit fühlt, schont es sich nicht lange genug. Daher sollte man während der Scharlachtherapie darauf achten, dass das Kind sich eine Woche schont und den Patienten solange zu Hause betreuen, bis alle Symptome – auch der Hautausschlag – wieder abgeklungen sind. Bei einer Antibiotikagabe hat der Körper oft auch nicht genug Zeit, um Antikörper gegen den Scharlach-Erreger zu bilden. Das Kind kann sich wieder anstecken.
 
Wird Scharlach nicht mit Antibiotika behandelt, so ist das Kind ein bis drei Wochen nach Ausbruch der Krankheit immer noch ansteckend und muss vier bis sechs Wochen Bettruhe einhalten. Unbehandelt oder nach abgebrochener Antibiotikagabe führt die Krankheit in 20 Prozent der Fälle zu schweren Komplikationen, da sich die Scharlach-Bakterien in kleinsten Adern festsetzen können. Die Folgen treten oft erst später auf: Gelenkentzündungen, Blutvergiftung, Kreislaufversagen, Hirnhautentzündung oder sogar Herzschäden können mögliche Spätfolgen einer unbehandelten Scharlacherkrankung sein.
 

Wie kann man Scharlach-Patienten helfen?

  • Gurgeln oder lokal wirkende Lutschtabletten helfen gegen die schlimmen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • viel trinken, besonders bei Fieber (verdünnte Säfte, Tees, Wasser)
  • Auch warme Getränke und weiche Nahrung, wie Brei oder Suppe, erleichtern Scharlach-Patienten das schmerzhafte Schlucken.
  • mindestens eine Woche schonen
  • zum Schutz von anderen Personen sollte der Patient wenig Außenkontakt haben.
  • nicht in die Handfläche, sondern in die Ellenbogenbeuge niesen und benutzte Taschentücher sofort entsorgen
  • regelmäßig Hände waschen