Ernährung
 
Kind, jetzt iss doch mal

Viele kleine Esser sind beim Thema Essen extrem wählerisch: Die einen essen kein Obst, die nächsten wollen keine Soße über die Kartoffeln, bei anderen dürfen keine Stückchen drin sein. Wie Sie am besten darauf reagieren, verraten Ihnen hier zwei Experten:

Der Suppenkasper

Michael war bereits bei seiner Geburt untergewichtig.

Michael, 16 Monate, isst nur Spatzenportionen. Außer drei, vier Sprialnudeln geht mittags kaum etwas in seinen Magen. Auch sonst nimmt er wenig zu sich: morgens Milch, nachmittags ein halbes Obstgläschen, abends ein bisschen Grießsbrei. Da er ein kleines, leichtes Kind ist, wurde die Ernährung zum bestimmenden Thema der Familie. Bei seiner Geburt wog er nur 2300 Gramm, inzwischen sind es gerade mal 7700 Gramm. Nach Ansicht der Ärzte ist Michael aber gesund und entwickelt sich normal.

Das sagt die Expertin: Michael war bereits bei seiner Geburt untergewichtig und blieb immer etwas kleiner und leichter. Mit 16 Monaten sollte er allerdings langsam auf "Selbstversorgung" umgestellt werden und sich selbst nehmen dürfen, was er möchte. Eine Auswahl an klein geschnittenem Obst bzw. Gemüse eigent sich dafür gut. Überzogene Erwartungen oder sogar Zwangsfütterung wären jetzt absolut kontraproduktiv. Ändert sich nichts, können Eltern sich an einer Beratungsstelle für Fütterungs- bzw. Kindliche Essstörungen wenden (Adresse über www.gaimh.de). Einige Fachleute machen mit den Familien zum Beispiel Videoaufnahmen. So können die Eltern sehen, wie sich das Verhalten von Eltern und Kind gegenseitig beeinflusst. Ziel: Dem Kind Stück für Stück mehr Eigenverantwortung übertragen. Dann wird es allmählich aufhören, Essen aus Trotz zu verweigern.

Professor Marguerite Dunitz-Scheer,
Kinderärztin, Universitätklinik Graz

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