Übungen

Bildershow: Das stärkt Kindern den Rücken

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Spielen - und den Rücken stärken


Fliegerle fliiiiiiieg! Papa Jan, 30, liegt auf dem Bett und lässt die zweijährige Lucia auf seinen Fußsohlen davonfliegen und ferne Länder ansteuern. Damit sie nicht aus allen Wolken fällt, hält er sie an beiden Armen fest. Auf und ab schwebt Lucia, wenn ihr Papa seine Beine leicht anzieht und wieder streckt.Nach drei Flugminuten will Lucia erst richtig durchstarten. Das Flieger-Spiel kennen die meisten Eltern aus Zeiten, in denen sie selbst noch leicht genug waren, um auf den Fußsohlen ihrer Eltern zu balancieren. Generationen von Kindern haben dieses Spiel geliebt und wie Lucia beim Abheben, Fliegen und Landen gestrahlt und gegluckst. Gleichzeitig haben sie ihrem Rücken Gutes getan - ohne es zu wissen.

"Mit einfachen Spielen können wir Eltern die Entwicklung der kindlichen Wirbelsäule unterstützen und Haltungsschäden vorbeugen", erklärt Hans-Dieter Kempf, Sportwissenschaftler der Karlsruher Rückenschule, einem Zusammenschluss von Ärzten und Psychologen, die ein spezielles Gymnastikprogramm entwickelt haben. "Jedes Spiel, das den Aufbau von Bauch-, Rücken- oder Schultermuskeln fördert, unterstützt auch den Rücken, der den Körper aufrecht hält."

Rückenschule







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Eine alte Weisheit: Je mehr Bewegung, desto besser für den Körper. Ob auf dem Spielplatz, im Wald oder im Kinderzimmer - Toben schult den Gleichgewichtssinn und die Koordination und regt den Kreislauf an. Aber nicht nur das: Beim Klettern, Rennen, Herumtollen, Springen und Hüpfen wird auch der Aufbau von Muskeln gefördert - und der ist entscheidend für eine gesunde Entwicklung des Rückens. "Eine gute Haltung setzt eine ausgebildete Rumpfmuskulatur voraus", erklärt Sportwissenschaftler Kempf. "Sind die Muskeln zu schwach, können sie Abweichungen der Wirbelsäule von einer normalen Haltung nicht mehr ausgleichen. Und das führt dann auf längere Sicht zu einer Fehlhaltung."

Gute Haltung bedeutet starke Muskeln

Beeinflussen kann man die Entwicklung des Rückens die ganze Kinder- und Jugendzeit über. Erst wenn ein Kind etwa zwölf Jahre alt ist, hat die Wirbelsäule die typisch geschwungene Form ausgebildet. Was bedeutet: Im Bereich des Halses ist die Wirbelsäule nach vorn konvex gebeugt wie ein Ball, im Bereich des Brustraums macht sie eine Gegenschwingung, eine Art leichten "Buckel". Die Lendenwirbelsäule biegt sich wieder nach vorn, das Kreuzbein bildet erneut einen kleinen "Buckel". Dass diese Krümmungen nicht zu groß oder zu klein ausfallen, ist wichtig, denn nur so können die Wirbel Stöße, wie sie etwa beim Gehen oder Springen entstehen, gut abfedern (kleinere Verformungen können wiederum Training und eine gute Muskulatur ausgleichen).

Auch im Zimmer gibt's Bewegung

Sätze wie: "Setz dich aufrecht hin!" oder "Jetzt steh doch endlich mal gerade!" verpuffen meistens noch im selben Moment, in dem sie gesagt wurden. Mit Bewegungsspielen kann man deutlich mehr erreichen, denn die machen Spaß und haben nichts Belehrendes. Ideal wäre natürlich, sein Kind möglichst jeden Tag eine Zeit lang ins Freie zu verfrachten. Weil das nicht immer klappt, ermuntern ein paar Installationen im Kinderzimmer, sich in Bewegung zu setzen:

  • eine Bewegungs- und Kuschelecke mit Matratzen, Kissen und Schaumstoffrollen motiviert zum Toben und Springen;
  • eine abnehmbare Reckstange, die man in den Türrahmen einspannen kann, ist ideal zum Hängen, Hangeln und Turnen. Sind die Wände stabil, kann man sogar eine Sprossenwand anbringen;
  • verschiedene Sitzmöglichkeiten verführen ein Kind dazu, immer wieder mal seine Haltung zu wechseln: ein Stuhl am Maltisch, ein Sitzpolster in der Ecke, eine Matratze zum Entspannen.

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Hans-Dieter Kempf, Dr. Jürgen Fischer, „Rückenschule für Kinder“, rororo, 9,90 Euro; Infos zur Rückenschule unter www.DieRueckenschule.de.
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