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Ballett für Jungs

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"Das ist nichts für Jungs"Spaß an der BewegungErste ErfahrungenInfos: Soll mein Junge tanzen?Was kostet das?Links

Spaß an der Bewegung

Moritz ist sieben und geht seit einem halben Jahr in den Ballettunterricht, Gabor ist neun und schon seit zwei Jahren dabei: "Wir spielen aber auch Fußball oder fahren Inlineskates," erzählt Moritz, "und Leichtathletik mache ich auch gerne." Aber Ballett ist anders: "Ich finde es viel abwechslungsreicher als Fußball", meint Gabor, "beim Ballett gibt es viele verschiedene Möglichkeiten von Sprüngen und Drehungen und Schritten, das hat man beim Fußball nicht."
Zum Ballettunterricht kamen die meisten Jungs über ihre Mütter. "Meine Mutter tanzt hier auch und da wollte ich es mal ausprobieren", erzählt Gabor. Bei Moritz war es ähnlich und der siebenjährige Senedin wächst quasi zusammen mit seinen zwei kleineren Brüdern im Ballettsaal auf: Er ist der älteste Sohn von Julia und Nikolay Georgiew, die beide jahrelang als professionelle Tänzer am Theater gearbeitet haben.

Erste Erfahrungen

Mit vier Jahren können Kinder frühestens mit kreativem Kindertanz beginnen, ab fünf Jahren gibt es einen Lehrplan, der die Grundzüge des Balletts spielerisch vermittelt. "Man kann beim Ballett viel falsch machen," warnt Julia Georgiew, "es gibt viele schlechte Lehrer, die die Kinder überfordern."
Ein negatives Image hat Ballett auch wegen seiner möglichen körperlichen Folgeschäden, wie überdehnte Bänder, überlastete Gelenke und Muskelzerrungen. Im Kinderballett, das spielerisch ein erstes Gefühl für Bewegung, Rhythmus, Tempo und Koordination vermitteln soll, treten diese Probleme bei fachgerechtem Unterricht nicht auf.
Etwas befremdend ist die Atmosphäre aber trotzdem: Der Ballettlehrer, der in einer freundlichen aber bestimmten Art erwartet, dass seine Kommandos befolgt werden und Kinder, die versuchen, standardisierte Bewegungsmuster noch etwas ungelenk nachzuvollziehen.
Das alles wirkt wenig kindgerecht, auch wenn die Jungs mit Freude und Eifer bei der Sache sind. Auch mit der geforderten Disziplin haben die Kinder keine Probleme: "Mich stört das nicht, dass wir ziemlich viel vorgeschrieben bekommen," meint der neunjährige Gabor, "Disziplin muss man überall mitbringen, auch beim Fußball."