Das Zahnen hat einiges mit dem Kinderkriegen gemeinsam: Es wird oft heiß ersehnt, manchmal gefürchtet, und das Ergebnis wird freudig begrüßt. Die Parallelen beginnen, lange bevor man etwas sehen kann:
Wachsen im Verborgenen
Schon im zweiten Schwangerschaftsmonat bildet sich beim Embryo die Zahnleiste. Auf ihr entstehen bald 20 knospenartige Einbuchtungen, die gegen Mitte der Schwangerschaft die Form von Glocken annehmen, die Zahnkeime.
Bis der Zahn seine endgültige Größe und Härte erreicht, vergehen noch Monate. Das Baby ist bis dahin meist schon ein paar Monate alt. Wussten Sie, dass ein Zahn noch gar keine Wurzel hat, wenn er das Licht der Welt erblickt? Die beginnt erst nach dem Durchbruch langsam zu wachsen. Man muss sich also gar nicht wundern, wenn Babyzähnchen noch etwas wackelig im Gebiss sitzen.
Was dem Baby aber wirklich zu schaffen macht, ist weder die Entstehung des Zahnkeims noch die Wurzelbildung. Das ist die Zeit, bevor das Zähnchen an die Luft kommt: Nun schwillt das Zahnfleisch an. Das Baby sabbert, weil der Speichel jetzt besonders stark fließt. Seine Finger wandern öfter in den Mund. Und manchmal möchte es am liebsten in die Tischkante beißen.
Anzeichen des Zahnens
Einige Babys bekommen rote Bäckchen, auch die Temperatur kann leicht steigen. Die meisten fühlen sich unwohl, sind unruhig und weinen schneller als sonst.
Tut denn Zahnen richtig weh?
Worte wie "Zahn-Einschuss", "Durchbruch" oder "Eruption" lassen das vermuten. Unangenehm sind vor allem die Zahn-Wehen – dieses merkwürdige Gefühl, wenn das Zahnfleisch über dem aufstrebenden Zahn spannt. Kein schlimmer Schmerz vielleicht, aber eine unbehagliche Mischung aus Brennen und Kitzeln, die die meisten von uns aus ihrer Kindheit noch kennen.
Auch das allgemeine Unwohlsein des Säuglings lässt sich erklären: Jedes Wachstum strengt den Organismus an. Der Körper muss arbeiten, neues "Material" an die richtigen Stellen transportieren, beim Durchbruch Zahnfleischgewebe verdrängen. Wenn solche Prozesse ablaufen, haben auch Magen und Darm mehr als sonst zu tun. In dieser Zeit braucht Ihr Baby liebevolle Zuwendung ganz besonders.
Allerdings: Die Zähne sind nicht Wurzel allen Übels. Richtiger Durchfall, Ausschläge oder Fieber (über 38,5 Grad) haben meistens andere Ursachen. Denen geht am besten der Kinderarzt auf den Grund.









X Diesen Artikel bookmarken bei: