Freiwillige Selbstkontrolle

"Keine pädagogische Empfehlung"

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Birgit Goehlnich ist als Ständige Vertreterin der Obersten Landesjugendbehörden Mitglied der Bewertungsausschüsse, die die Altersfreigabe für Filme festlegen. Im Rahmen ihrer FSK-Arbeit engagiert sich die Mutter zweier Söhne auch bei Medienprojekten für Kinder und Jugendliche.

Was genau ist die FSK?

"Ein Film braucht eine Alterskennzeichnung, wenn er für Kinder und Jugendliche freigegeben werden soll. So will es der Gesetzgeber.
Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. hat sich also verpflichtet, der FSK alle Filme vorzulegen, die öffentlich zugänglich gemacht werden sollen. Die FSK prüft dann die Filme unter dem Gesichtspunkt des Jugendschutzes. Vereinfacht gesagt ist die FSK das Bindeglied, zwischen Gesetzgeber und Filmwirtschaft. Bürokratisch ausgedrückt, ist die FSK die regulierte Selbstkontrolle der Filmwirtschaft."

Wer bewertet die Filme?

"Bei der FSK gibt es vier Arbeitsausschüsse, die die Filme beurteilen. In jedem Ausschuss sitzen sieben Prüfer.
Einerseits sind das Vertreter der Kirchen, des Bundesjugendrings und des Zentralrats der Juden in Deutschland. Aber auch Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden, wie der Jugendschutzsachverständige und der Ständige Vertreter. Auf der anderen Seite sitzen noch drei Vertreter der Filmwirtschaft in einem Ausschuss. Die dürfen aber nicht im Filmbereich tätig sein. Denn die Unabhängigkeit dieser Ausschüsse ist natürlich ganz wichtig."

Welche Bewertungskriterien gibt es?

"Die Grundlage für unsere Arbeit ist das Jugendschutzgesetz. Wir sind verpflichtet, die Altersfreigaben so zu treffen, dass die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit nicht beeinträchtigt wird. Das ist der gesetzliche Auftrag.
Bei unseren Prüfungen achten wir darauf, wie die Themen Gewalt, Drogen und Sexualität dargestellt werden. Wir fragen, welchen Einfluss diese Bilder auf Kinder und Jugendliche haben. Die FSK geht dabei immer von einer vermuteten Wirkung aus. Wenn der Film Angst, Desorientierung oder Aggressivität auslöst, dann ist das für uns eine klare Sache. Auch Filme die rassistisch sind, oder den Nationalsozialismus verherrlichen, haben keine Chance."

Welche Altersfreigaben gibt es?

"Es gibt die Einteilungen: "Freigegeben ohne Altersbeschränkung", dann folgen die Einstufungen "Freigegeben ab 6, ab 12 und ab 16 Jahren". Zuletzt gibt es noch das Siegel "Keine Jugendfreigabe".
Maßstab bei den Altersfreigaben sind immer die jüngsten Kinder der jeweiligen Gruppe. Das heißt, wenn wir einen Film ab sechs Jahren freigeben, dann denken wir bei der Bewertung an Kinder diesen Alters und nicht an Zehnjährige."

Wie arbeitet so ein Prüfungsausschuss?

"Der Ausschuss beginnt mit der Filmsichtung und im Anschluss daran wird diskutiert. Dabei analysieren wir den Film sehr genau. Wir achten auf die Umsetzung, auf den Spannungsaufbau, die Darstellung der Charaktere und vieles mehr. Der Film wird also richtig auseinandergenommen. Wenn wir das gemacht haben, diskutieren wir die Wirkung auf Kinder und Jugendliche. Das ist manchmal sehr kontrovers. Am Ende steht dann die Abstimmung im Ausschuss. Und die ist nicht immer einstimmig."

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