Interview: Selbstbewusstsein schützt
ELTERN family sprach mit Reinhold Hepp von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPk):
Haben Eltern heute mehr Angst?
"Angst würde ich nicht sagen. Sie sind vielleicht
sensibler gegenüber dem Thema
Gewalt. Und lassen sich öfter beraten, wie
sie ihr Kind zu einem selbstbewussten
Menschen erziehen können. Denn selbstbewusste
Kinder geraten wesentlich seltener
in Gefahr. Allerdings überschätzen
Eltern auf Grund der Medienberichte zurzeit
den Anstieg gerade der körperlichen
Gewalt gegen Kinder."
Was macht ein selbstbewusstes Kind aus?
"Es traut sich, laut und deutlich Nein zu sagen.
Es küsst nicht jeden Verwandten und
Bekannten, nur weil die Erwachsenen das
niedlich fi nden. Es lässt sich nicht streicheln,
wenn es das nicht will. Es spricht
über seine Gefühle, vertraut seinem Bauchgefühl,
und es setzt sich, wenn es sich missachtet
oder bedroht fühlt, zur Wehr."
Sind Selbstbewusstseins-Trainings in diesem
Zusammenhang sinnvoll?
"Reines körperliches Training, wie es an
Sportschulen angeboten wird, greift in der
Regel zu kurz. Neben der Selbstverteidigung
muss auch immer die Selbstbehauptung
geschult werden, also das selbstsichere
Auftreten, das starke Nein und der direkte
Blick. Außerdem müssen Rollenspiele,
die wichtiger Bestandteil dieser
Trainings sind, dem Alter der Kinder angepasst
sein. Ein Vierjähriger wird unnötig
verunsichert, wenn der Trainer den bösen
Onkel mimt und ihn in sein Auto zerrt."
Was können Eltern selbst tun?
"Sie müssen ihre Kinder ernst nehmen, ihnen
Verantwortung übertragen, sie loben
und sich immer wieder Zeit nehmen für
ein vertrauensvolles Gespräch. Außerdem
wichtig: Sicherheit vermitteln! Es reicht
nicht aus, Kindern zu sagen, dass sie sich
Hilfe holen können. Man muss ihnen auch
zeigen, wo sie sich Hilfe holen können, sei
es in der Pizzeria gegenüber oder im Laden
am Eck. Also reingehen, umschauen,
Kontakt aufnehmen."
Mehr Infos : www.polizei-beratung.de






Ich habe kein Selbstvertrauen, aber ich will es ändern!
Es hat am Anfang ganz schön Unverständnis und sogar Beleidigtsein von Omas und Opas Seiten gegeben, weil Sarah an manchen Tagen halt küssen wollte und an anderen eben absolut nicht. Als meine Mutter sie dann festhalten wollte und zu einem Kuss zwingen wollte, musste ich einfach dazwischen gehen und Sarah den Rücken stärken. Aber ob meine Mutter den Sinn verstanden hat, bezweifle ich noch heute. Jedenfalls hat meine Tochter gelernt, nein zu sagen und beherrscht das auch ganz gut :-)
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