Taschengeld
Wie viel Taschengeld für Kinder?

„Mama, der Jonas ist erst sieben und bekommt mehr Taschengeld als ich!“ Über die Höhe des Taschengelds sind sich Eltern und Kinder selten einig. Zur besseren Orientierung haben wir die wichtigsten Fakten in Sachen Taschengeld für Sie zusammengestellt.

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Warum brauchen Kinder Taschengeld?Wie viel Taschengeld für welches Alter? - Die Taschengeldtabelle 2015Taschengeldempfehlungen für GrundschulkinderTaschengeldempfehlungen für ältere KinderDas steckt hinter dem Taschengeldparagraphen

Warum brauchen Kinder Taschengeld?

Das Taschengeld ist für Kinder und Jugendliche in der Regel die einzige Geldquelle für persönliche Wünsche. Was die Kinder mit dem Geld machen, ist oft typabhängig: Die einen verprassen ihr Taschengeld gleich nach der Auszahlung, andere sparen es monatelang, um sich einen besonderen Wunsch zu erfüllen. Die einen sind immer knapp bei Kasse, andere teilen sich das Geld gut ein. Taschengeld zu bekommen und damit umzugehen, kann eine wichtige Lektion für den Umgang mit Geld sein.
 
Die wichtigsten Taschengeld-Lektionen

  • Den Wert des Geldes kennenlernen
    Durch die verschiedenen Dinge, die sich das Kind von seinem Taschengeld kauft, bekommt es ein Gefühl für viel und wenig, teuer und billig.
  • Eigene finanzielle Entscheidungen treffen
    Was wird vom Taschengeld gekauft? Ist die Anschaffung sinnvoll oder unnütz? Das Kind spürt Reue bei einem Fehlkauf und freut sich über ein Schnäppchen.
  • Den Überblick zu behalten
    Was bekommt man für 20 Euro? Kann ich mir noch ein Eis kaufen, wenn ich heute ins Kino gehe? Wenn man es sich nicht einteilt, ist das Geld schnell weg.
  • Vergleiche anzustellen
    Eine befreundete Familie fährt regelmäßig in den Skiurlaub, leistet sich dafür aber kaum Markenklamotten. Auch durch Vergleiche mit anderen lernen Kindern mit Geld zu haushalten.

Also: Wer schon als Kind spürt, welche Rolle Geld im Leben spielt, wer selbst erfahren hat, wie schnell es einem zwischen den Fingern verrinnen kann oder wie schön es ist, sich etwas vom eigenen Ersparten zu kaufen, wird auch später verantwortungsvoller mit Geld umgehen können.
 
 
Damit das Taschengeld für Ihr Kind einen optimalen Lerneffekt hat, bitte Folgendes beachten:

  • Der Auszahlungstermin sollte immer pünktlich und regelmäßig sein, damit das Kind planen kann.
  • Taschengeld sollte immer ausgezahlt und nicht an Bedingungen wie gutes Benehmen oder erledigte Hausaufgaben geknüpft werden.
  • Taschengeld sollte ohne Erinnerung daran gegeben werden. Lassen Sie Ihr Kind nicht betteln.
  • Lassen Sie das Kind selbst und frei entscheiden, was es mit seinem Taschengeld kauft. Sie können beraten, wenn das Kind Sie danach fragt, entscheiden muss es selbst.
  • Geben Sie nicht zu viel! Bei aller Liebe zu Ihrem Kind, bei zu hohem Taschengeld verliert es die Orientierung.
  • Geben Sie Ihrem Kind nicht automatisch ein paar Extra-Euros, wenn es vor der nächsten Rate schon pleite ist. Besprechen Sie mit Ihrem Kind wie es dazu kam und wie es diesen "Notstand" das nächste Mal verhindern kann.

 
Um den pädagogischen Nutzen nicht zu untergraben, bitte Folgendes bedenken:

  • Setzen Sie eine Taschengelderhöhung nicht als Belohnung ein.
  • Benutzen Sie einen Taschengeldentzug oder eine -kürzung nicht als Strafe.
  • Verlangen Sie keine Auflagen, wie Rechnungen sammeln oder Buch führen.
  • Geben Sie keine wertenden Urteile über gekaufte Dinge ab ("sinnvoll", "überflüssig" etc.).
  • Zahlen Sie nicht zu geringe Beträge aus, die keinen Spielraum zum Sparen lassen.
  • Zahlen Sie nicht zu viel und erfüllen Sie Ihrem Kind abseits des Taschengelds nicht jeden Wunsch (Realitätsverlust).
  • Entfremden Sie nicht den Zweck des Taschengelds (z.B. weil das Kind Schul- oder Anziehsachen kaufen muss).
  • Zwingen Sie das Kind nicht zum Sparen.

Wie viel Taschengeld für welches Alter? - Die Taschengeldtabelle 2015

Wie viel Taschengeld bekommt ein Grundschulkind? Wie viel Geld ist für einen Sechs-, Zehn- oder Sechzehnjährigen angemessen? Antworten auf diese häufig gestellten Fragen, finden Eltern in der aktuellen Taschengeldtabelle. Sie beruht auf Empfehlungen der Jugendämter und dient als Orientierung.
Das erste Taschengeld erhalten Kinder nach der Taschengeldtabelle schon mit vier bis fünf Jahren. Mit 50 Cent in der Woche geht es los und steigert sich auf bis zu 70 Euro im Monat für einen 18-jährigen Jugendlichen.
Bis zum 9. Lebensjahr ist eine wöchentliche Auszahlung sinnvoll. Denn im Grundschulalter haben Kinder meist noch große Schwierigkeiten, über einen ganzen Monat hinweg zu planen. Ab 10 Jahren ist es langsam an der Zeit, finanzielle Organisation zu lernen und das Geld für den Kinobesuch in der kommenden Woche noch aufzusparen. Das Taschengeld kann dann auch einmal im Monat ausgezahlt werden.
 
Ab etwa 12 Jahren können die Eltern auch ein Schüler-Girokonto für ihr Kind eröffnen. Der Umgang mit einem Kreditinstitut ist nicht nur wichtig, um den Umgang mit Geld zu lernen. Auch das Auftreten als Kunde in einer Bankfiliale ist für schüchterne Kinder ein großer Schritt und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Und das Taschengeld auf ein eigenes Konto überwiesen zu bekommen, finden Jugendliche einfach cooler, als es bar in die Hand ausgezahlt zu kriegen.
 

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