Taschengeld
Taschengeldtabelle und Co: Alle Infos zum Thema Taschengeld für Kinder

Taschengeld, ja, aber ab wann? Und wieviel ist angemessen? Ihr seid immer wieder unsicher, ob Ihr richtig liegt mit der Höhe und ob Eure Kinder überhaupt schon eigenes Geld bekommen sollen? Hier haben wir alle Informationen samt Taschengeldtabelle für Euch zusammengestellt, damit Ihr eine fundierte Taschengeldempfehlung an der Hand habt. So könnt Ihr das Thema mit guten Argumenten ausgerüstet in der Familie diskutieren.

Inhalt: 
Warum brauchen Kinder Taschengeld?Taschengeld - was sollte man beachten?No Gos beim Taschengeld:Wie viel Taschengeld für welches Alter? - Die Taschengeldtabelle 2017Was steckt hinter dem Taschengeldparaphen?

Warum brauchen Kinder Taschengeld?

Mädchen überlegt, soll ich mein Sparschwein schlachten?
iStock, PeopleImages

Um als Eltern einschätzen zu können, was das Taschengeld für Kinder und Jugendlichen bedeutet, muss man sich eines klarmachen: Es ist in der Regel die einzige Geldquelle für sie, um sich persönliche Wünsche nach eigenen Kriterien zu erfüllen.
Was sie mit dem Geld machen, das sie im Monat bekommen, ist typabhängig: Die einen verprassen ihr Taschengeld gleich nach der Auszahlung, andere sparen es monatelang, um sich einen besonderen Wunsch zu erfüllen. Die einen sind immer knapp bei Kasse, andere teilen sich das Geld gut ein.
Taschengeld zu bekommen und damit umzugehen ist eine wichtige Lektion für den Umgang mit Geld und prägt auch den späteren Umgang damit. Es ist deshalb sehr wichtig, dass es angmessen ist und kein überdimensionierter monatlicher warmer Geldregen. (Mehr dazu unten in der Taschengeldtabelle)

Umgang mit eigenem Geld - Lektionen fürs Leben

  • Den Wert des Geldes kennenlernen
    Wer Dinge von seinem monatlichen Taschengeld kaufen bzw. bezahlen muss, bekommt ein Gefühl für viel und wenigteuer und preiswert. So erst lernt man den wahren Wert der Dinge (oder genauer deren wahren Preis) einzuschätzen, die einem zuvor die Eltern ermöglicht haben.
  • Eigene finanzielle Entscheidungen treffen
    Spare ich oder gönne ich mir ein Eis? Nehme ich das blaue oder das weiße T-Shirt? Kaufe ich in einem kleinen Laden oder in einem Supermarkt? Nur so kann Dein Kind lernen: Ist eine Anschaffung sinnvoll oder unnütz? Wo ist es teurer, wo ist es eher günstig? Wann sollte man das teurere Produkt zu nehmen? Hat es Sinn, mit dem Kauf bis nächsten Monat zu warten, wenn der Schlussverkauf beginnt? Aber auch die Reue bei einem Fehlkauf ist ein wichtiger Lernschritt; ebenso wie die Freude über ein Schnäppchen oder das Nutzen von Rabatten.
  • Den Überblick behalten
    Was bekommt man für 20 Euro? Kann ich mir noch ein Eis kaufen, wenn ich heute ins Kino gehe? Wenn ich es mir nicht einteile, ist das Geld schnell weg. Gebe ich es kleckerweise für Süßigkeiten aus, kann ich mir das Longboard nicht mehr kaufen.
  • Vergleiche anstellen
    Eine befreundete Familie fährt regelmäßig in den Skiurlaub, leistet sich dafür aber kaum Markenklamotten. Auch durch Vergleiche mit anderen lernen Kinder, mit Geld hauszuhalten: Der beste Freund kauft nie Fußballkarten; auf den ersten Blick scheint er sich damit etwas auszugrenzen vom täglichen Tauschgeschäft auf dem Schulhof. Dafür hat er sich jetzt aber einen coolen ferngesteuerten Helikopter gekauft. Das macht mehr Eindruck als jeder Eltern-Monolog zum Thema Sparen. Insofern ist es richtig und gut, wenn Kinder sich mit anderen bezüglich des Taschengelds vergleichen. Auch wenn die Diskussion zu Hause danach etwas anstrengend ist.

Also: Wer schon als Kind spürt, welche Rolle Geld im Leben spielt, wer selbst erfahren hat, wie schnell es einem zwischen den Fingern verrinnen kann oder wie schön es ist, sich etwas vom eigenen Ersparten zu kaufen, wird auch später verantwortungsvoll mit Geld umgehen können.

Taschengeld - was sollte man beachten?

  • Der Auszahlungstermin sollte immer pünktlich und regelmäßig sein, damit der Nachwuchs planen kann. Ob wöchentlich oder einmal im Monat ist egal. Monatlich allerdings hebt die Sparmotivation, weil man direkt einen guten Grundbetrag in der Hand hält, den man beiseite legen kann.
  • Taschengeld sollte immer ausgezahlt und nicht an Bedingungen wie gutes Benehmen oder erledigte Hausaufgaben geknüpft werden. Das schließt nicht aus, dass davon dann auch mal Dinge bezahlt werden müssen, die man abischtlich zerstört hat (zB. den Bagger des Bruders)
  • Taschengeld sollte ohne Erinnerung fließen. Lass Dein Kind nicht betteln - das verknüpft Geld mit einem unguten Abhängigkeitsgefühl.
  • Klare Absprachen darüber, was vom Taschengeld gekauft werden darf oder muss. Natürlich können grundsätzliche Regelungen auch mit den Eltern besprochen werden, wie etwa: keine Nintendos von dem Geld. Aber im Grunde wird das Kind hier erstmals autark in seiner Kaufentscheidung und diesen wichtigen Schritt sollte man auch bewahren. Also: nicht zuviel reinreden.
  • Angemessen ist das Zauberwort. Unsere wichtigste Taschengeldempfehlung lautet also: Gib nicht zu viel! Was angemessen ist, lässt sich aber nicht nur an einer Tabellen-Empfehlung ablesen, sondern hat auch viel mit den Vereinbarungen zu tun, die innerhalb der Familie getroffen werden, zum Beispiel wofür das Geld NICHT verwendet werden darf/muss oder auch ausgegeben werden muss. 50 Euro monatlich für einen 12jährigen kann wenig sein, wenn er davon auch Geburtstagsgeschenke für Freunde und Kleidung kaufen muss.
  • Bleibe hart und rigoros, wenn die Sprösslinge vor der nächsten Rate schon pleite sind. Besprich mit Deinem Kind, wie es dazu kam und wie es diesen Notstand das nächste Mal verhindern kann. Nicht Geld nachschießen, dann verpufft der Lerneffekt.
  • Es liegt auf der Hand, dass die Höhe des monatlichen Taschengeldes beim Umgang mit Münzen und Scheinen eine wichtige Rolle spielt. Ist es zu gering, verliert das Kind leicht die Motivation zu sparen, weil es einfach zu lange dauert, irgendetwas anderes kaufen zu können als ein billiges Plastik-Spielzeug.

Ein kleine Taschengeldempfehlung anderer Art am Rande: Haben Kinder ein eigenes Konto, könnt Ihr einen Dauerauftrag einrichten. Das hat zwei Vorteile: Erstens, Ihr vergesst die Auszahlung nicht und zweitens, die Kinder verplempern das Geld nicht ganz so schnell, weil sie erst zur Bank müssen. Es gibt inzwischen viele Juniorkonten, bei denen sie auch ganz allein mit eigener Karte bis zu einem gemeinsam festgelegten Betrag pro Monat abheben dürfen.
Wichtig auch: vereinbart wo das Bargeld zu Hause aufbewahrt wird: ma besten ist natürlich eine Spardose - sonst verschwinden die kleinen Münzen schnell.
 

No Gos beim Taschengeld:

  • Setze eine Taschengelderhöhung nicht als Belohnung ein.
  • Benutze einen Taschengeldentzug oder eine -kürzung nicht als Strafe.
  • Verlange keine Auflagen, wie Rechnungen sammeln oder Buch führen.
  • Gib keine wertenden Urteile über gekaufte Dinge bzw. die Ausgaben ab ("sinnvoll", "überflüssig" etc.).
  • Zahle nicht zu viel und erfülle Deinem Kind abseits des Taschengelds nicht jeden Wunsch. Warum dann sparen und Vorfreude?
  • Entfremde nicht den Zweck des Taschengelds (z.B. weil das Kind davon Schul- oder Anziehsachen kaufen muss.) Sinnvoll kann hier höchstens eine Unterscheidung zwischen der "Grundversorgung" und teuren Markenklamotten sein: "Ja, ich kaufe neue, gute Sportschuhe, aber wenn du unbedingt die und die Marke/einen ganz bestimmten Schuh möchtest, kannst du etwas dazulegen."
  • Zwing das Kind nicht zum Sparen. Das muss es selbst lernen. Sonst könntest Du auch einen Vortrag halten, statt Taschengeld auszuzahlen.

Wie viel Taschengeld für welches Alter? - Die Taschengeldtabelle 2017

Eis kaufen!
I Stock andrest
Wie viel Taschengeld bekommt ein Grundschulkind im Monat? Wie viel Geld ist für einen Sechs-, Zehn- oder Sechzehnjährigen angemessen? Antworten auf diese häufig gestellten Fragen finden Eltern in der aktuellen Taschengeldtabelle. Sie beruht auf Empfehlungen der Jugendämter und dient als Orientierung.
Das erste Taschengeld erhalten Kinder nach der Taschengeldtabelle schon mit vier bis fünf Jahren. Mit etwa 50 Cent in der Woche geht es los und steigert sich laut Empfehlung durch das Jugendamt auf ein Betrag von bis zu 70 Euro im Monat für einen 18-jährigen Jugendlichen.
Bis zum 9. Lebensjahr gilt eine wöchentliche Auszahlung nach der allgemeinen Empfehlung als sinnvoll. Denn im Grundschulalter haben Kinder meist noch große Schwierigkeiten, über einen ganzen Monat hinweg zu planen. Ab 10 Jahren ist es langsam an der Zeit, finanzielle Organisation zu lernen und das Geld für den Kinobesuch in der kommenden Woche noch aufzusparen. Der Betrag kann dann auch einmal im Monat ausgezahlt werden.
Ab etwa 10 Jahren können die Eltern wie gesagt auch ein Schüler-Girokonto eröffnen, auf das das Geld jeden Monat fließt. Der Umgang mit einem Kreditinstitut ist nicht nur wichtig, um den Umgang mit Geld zu lernen. Auch das Auftreten als Kunde in einer Bankfiliale ist für schüchterne Kinder ein großer Schritt und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Und das Taschengeld auf ein eigenes Konto überwiesen zu bekommen, finden Jugendliche einfach cooler, als es bar in die Hand ausgezahlt zu kriegen.

©Taschengeldtabelle.info

Was steckt hinter dem Taschengeldparaphen?

Vereinfacht gesagt, erlaubt der Taschengeldparagraph Kindern, sich von ihrem Taschengeld zu kaufen, was sie wollen. Zu finden ist die Regelung, die oft als Taschengeldgesetz bezeichnet wird, in Paragraph 110 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Mit der Vollendung des siebten Lebensjahrs dürfen Jungen und Mädchen als beschränkt geschäftsfähige Minderjährige das ihnen überlassene Geld also ohne die vorherige Zustimmung des Sorgeberechtigten für Dinge ausgeben, die einen eher geringen Wert haben. Eine Betragsgrenze schreibt der Taschengeldparagraph nicht vor. Allein die Tatsache, dass ihre Eltern ihnen die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, wird als Zustimmung gewertet.
Sprich: Der Kauf von Eis, Schokolade, Heftchen, Büchern oder Sammelkarten sind wirksame Verträge. Bei Käufen von wertvolleren Dingen bleibt der mit dem Minderjährigen abgeschlossene Vertrag in der Schwebe. Die Eltern können den Kauf eines Fahrrads, einer Uhr oder eines Handys etc. rückgängig machen. Aus diesem Grund werden die meisten Verkäufer bei bestimmten Käufen ohnehin die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten einfordern.
Dass ein unter 16-Jähriger vom Taschengeld keine Alkohol kaufen darf und Zigaretten erst ab 18 erlaubt sind, regelt darüber hinaus "http://www.eltern.de/jugendschutzgesetz" Verbieten die Eltern im Voraus ausdrücklich den Erwerb bestimmter Dinge, haben die Erziehungsberechtigten das letzte Wort.
Von: Julia Schmidt-Jortzig